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Ab 1. August wieder Krankengeldanspruch für Freiberufler

Gesetzlich versicherte Freiberufler haben ab 1. August wieder Anspruch auf Krankengeld. Diese Gesetzesänderung, die im Bundestag bereits am 18. Juni verabschiedet worden war, ist nun auch im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt rechtzeitig zum Monatswechsel in Kraft.

Das Krankengeld ist eine Geldleistung der gesetzlichen Krankenkassen bei Arbeitsunfähigkeit. Es wird pauschal nach dem bisherigen Arbeitsentgelt oder -einkommen berechnet und soll den Verdienstausfall des Versicherten ausgleichen. Krankengeld wird ab der siebten Krankheitswoche von den Krankenkassen gezahlt, also ab dem Zeitpunkt, an dem die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber entfällt. Für freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherte Freiberufler war dieser Krankengeldanspruch mit Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar 2009 ursprünglich gestrichen worden. Dem betroffenen Personenkreis blieb seit dem Jahreswechsel daher nur noch die Möglichkeit, dieses Risiko durch den Abschluss eines sogenannten Wahltarifes bei einer GKV oder wahlweise bei einer privaten Krankenversicherung abzusichern.

Da ein Krankengeld-Wahltarif jedoch insbesondere für ältere Versicherte eine sehr kostspielige Angelegenheit ist, hatten viele betroffene Selbstständige keine zusätzliche Absicherung für den Krankheitsfall abgeschlossen. Das hat die Bundesregierung dazu bewogen, das Krankengeld für freiwillig in der GKV versicherte Freiberufler wieder einzuführen. Ab 1. August ist dieser Personenkreis nun Arbeitnehmern und Angestellten vom Krankengeldanspruch her wieder gleichgestellt und hat ab der siebten Krankheitswoche Anspruch auf Einkommensersatzleistungen aus der GKV.

Bestehende Krankengeld-Wahltarife enden automatisch zum 31. Juli – auch dies regelt die Gesetzesänderung. Das bedeutet, dass die ca. 1,2 Mio. Betroffenen zum 1. August ihre finanzielle Absicherung im Krankheitsfall neu regeln müssen.

Dabei stehen Ihnen folgende Wahlmöglichkeiten zur Verfügung. Sie können entweder den Krankengeldanspruch ab der siebten Krankheitswoche wählen und müssen dafür den „normalen“ Beitragssatz der GKV (14,9 seit 1. Juli) bezahlen. Oder sie entscheiden sich dafür, auf das Krankengeld zu verzichten. Dann wird ein ermäßigter GKV-Beitragssatz i.H.v. 14,3 fällig. In diesem Falle steht es den freiwillig GKV-versicherten Selbstständigen natürlich frei, zusätzlich eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Der Gesetzgeber hat außerdem noch eine vierte Alternative eingeführt: Es dürfen auch ab 1. August noch Krankengeld-Wahltarife angeboten werden, die dann etwa einen anderen Zahlbeginn für das Krankengeld beinhalten können (z.B. erst ab der 10. Krankheitswoche oder bereits ab dem dritten Krankheitstag). Diese dürfen jedoch keine sogenannten Alterststaffelungen mehr enthalten. Damit will der Gesetzgeber vermeiden, dass die Wahltarife insbesondere für ältere Versicherte zu teuer werden. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 28. Jul 2009 11:01, Rubrik: Krankentagegeldversicherung,

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