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Autoversicherung: 240.000 Wildunfälle kosteten Versicherer 490 Millionen EUR

Die Zahl der Verkehrsunfälle durch Wildwechsel steigt kontinuierlich. Das merken auch die deutschen Autoversicherer. Im Jahr 2007 meldeten Versicherungsnehmer insgesamt 240.000 Wildunfälle bei den Versicherern. Für den Schadenausgleich mussten die Versicherungsunternehmen insgesamt 490 Mio. EUR aufbringen.
Diese Zahlen gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am 17. Oktober 2008 bekannt. Danach hat die Zahl der Wildunfälle gegenüber 2006 um 6 zugenommen. Die Höhe der Entschädigungsleistungen ist gar um 16 gestiegen.

Im Durchschnitt kollidiert in Deutschland alle 2,5 Minuten ein Kraftfahrzeug mit einem großen Wildtier. Erfasst werden in solchen Statistiken in der Regel ohnehin nur größere Tiere. Wenn etwa Hasen oder Füchse überfahren werden, wird dies in Ermangelung eines versicherungsrelevanten Schadens am Fahrzeug meistens gar nicht erst bei der Polizei gemeldet. Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutz-Verband vermutet, dass auch die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Großwild tatsächlich bis zu doppelt so hoch ist. Er geht davon aus, dass viele der jährlichen Verkehrstoten, die an Bäume geprallt sind, vermutlich Tieren ausweichen wollten.

Leider gibt es lt. der Untersuchungen des GDV derzeit keine wirksamen Mittel, die Verkehrsteilnehmer nachhaltig vor dem Risiko eines Wildunfalls schützen: Duftbarrieren, optische und akustische Reflektoren, Rückschnitt von Hecken und Sträuchern am Straßenrand oder Wildwechselschilder hätten keine relevanten Auswirkungen.

Der GDV weist darauf hin, dass Schäden durch einen Zusammenstoß mit sogenanntem Haarwild (z.B. Hirsche, Rehe Wildschweine, Füchse, Hasen) über die Teilkaskoversicherung abgesichert sind, wenn die Kollision mit dem Wildtier ursächlich für den Unfall gewesen ist. Schäden durch andere Tiere als Haarwild können dagegen nur über die Vollkaskoversicherung abgewickelt werden.

Wer einem drohenden Zusammenstoß mit einem Wildtier ausweicht und durch dieses Ausweichmanöver einen Unfall verursacht, ging früher leer aus. Das ist heute unter bestimmten Bedingungen anders: Wenn es sich um Rot- oder Schwarzwild handelt, dem der Fahrer auszuweichen versucht, kann der durch das Ausweichmanöver entstandene Schaden nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 1991 ebenfalls über die Teilkaskoversicherung reguliert werden. Der GDV warnt allerdings ausdrücklich davor, bei einer drohenden Kollision Wildtieren überhastet auszuweichen – häufig seien die durch solche Manöver entstehenden Unfälle schlimmer als durch einen Zusammenstoß mit dem Tier. Insbesondere wenn durch das Ausweichmanöver andere Verkehrsteilnehmer gefährdet und ggf. in den Unfall verwickelt werden. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 27. Okt 2008 12:18, Rubrik: Autoversicherung,

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