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Beitragssatz zur GKV im Jahr 2050 bei 25 %?

Am 5. Oktober hat sich die Bundesregierung auf die Höhe des ab 1. Januar 2009 im Zuge der Einführung des Gesundheitsfonds für alle gesetzlichen Krankenkassen verbindlichen einheitlichen Beitragssatzes verständigt – er soll bei 15,5 liegen. Eine deutliche Erhöhung gegenüber dem aktuellen durchschnittlichen Beitragssatz von 14,9 . Doch in nicht allzu ferner Zukunft könnte der GKV-Beitragssatz noch wesentlich stärker steigen.

Nach einer aktuellen Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) wird der Beitragssatz im Jahr 2050 bei rund 25 % liegen. Grundlage für diese Errechnung war eine Fortschreibung der jüngsten GKV-Einnahmen- und Ausgabenentwicklung. Angesichts dieser Prognose, mit der erstmals die Auswirkungen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG) abgebildet werden, rechnet das WIP mit der künftigen Notwendigkeit weiterer Gesundheitsreformen.

Hauptgrund für den prognostizierten hohen Anstieg des Beitragssatzes ist die demografische Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund werde der GKV-Beitragssatz bereits Mitte des kommenden Jahrzehnts nicht mehr mit den derzeit vorgesehenen Steuerzuschüssen auf dem geplanten Niveau von 15,5 % gehalten werden können, so der Leiter des WIP, Christian Weber. Rechnet man die Steuerzuschüsse heraus, müsste nach den Ergebnissen der Prognose des WIP der GKV-Beitragssatz heute bereits um fast ein Drittel höher liegen, um die tatsächliche demografische Zukunftslast zu decken.

Etwa die Hälfte des in der Studie prognostizierten Beitragsanstiegs auf 25 % im Jahr 2050 ist laut Weber auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung in Deutschland zurückzuführen. Die andere Hälfte habe ihren Ursprung in der allgemeinen Preissteigerung sowie der stetig steigenden Lebenserwartung infolge des medizinisch-technischen Fortschritts.

Weber geht davon aus, dass die demografische Entwicklung nicht nur starke Auswirkungen auf die Finanzierung der GKV haben wird, sondern sich explizit auch auf Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie die allgemeine Steuerbelastung auswirken wird.

Die künftige Beitragsentwicklung in der GKV hat nicht nur Auswirkungen auf diese selbst, sondern ist ebenso für die private Krankenversicherung (PKV) von Bedeutung. Unmittelbare Auswirkungen ergeben sich insbesondere für den ab 1. Januar 2009 einzuführenden PKV-Basistarif, da dessen Beitragssatz an den der GKV gekoppelt ist und diesen nicht übersteigen darf. Außerdem spielt die Beitragsentwicklung in der GKV natürlich eine entscheidende Rolle im generellen Wettbewerb zwischen PKV und GKV um die Versicherten.

Das WIP wird die im Oktober 2008 erstmalig vorgelegte Prognose künftig jährlich aktualisieren, um einen Gradmesser für den Erfolg oder Misserfolg der Gesundheitspolitik zu etablieren. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 7. Okt 2008 08:20, Rubrik: Private Krankenversicherung,

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