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Berufsunfähigkeit versichern

Die eigene Arbeitskraft für den Ernstfall absichern

Eine schwere Krankheit oder ein folgenschwerer Unfall kann jeden treffen. Trift es den Hauptverdiener der Familie oder man ist als alleinstehende Person auf das eigene Einkommen angewiesen, kann ein Verdienstausfall das finanzielle Aus bedeuten. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat man finanziellen Rückhalt für den Ernstfall. Betrachtet man das durchschnittliche Jahreseinkommen der Deutschen, in einer Höhe von 30.000 Euro, errechnet sich daraus ein Einkommen von 300.000 Euro in nur zehn Jahren. Auf den gesamten Arbeitszeitraum gesehen liegt dieser Wert in Millionenhöhe. Ohne eine Absicherung der Arbeitskraft, ist dieses Geld im Fall einer Berufsunfähigkeit verloren. Es gibt eine Vielzahl von Angeboten für Berufsunfähigkeitsversicherungen. Nicht jedes ist für jeden passend. Ein paar Dinge gibt es zu beachten.

Wenig Deutsche sind ausreichend versichert

Im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen eindeutig zu den Vielversicherern. Umso überraschender ist es da, dass ausgerechnet die Versicherung der eigenen Arbeitskraft von vielen nicht vorgenommen wird. Eine Berufsunfähigkeit birgt ein existenzielles Risiko. Kommt es zu einem Unfall oder einer schweren Erkrankung, kann die eigene Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt oder komplett verloren sein. Dies führt zu einem Verlust des Teileinkommens oder des Gesamteinkommens. Ohne einen passenden Versicherungsschutz steht keine Alternative Einnahmequelle zur Verfügung, die ausreichende finanzielle Absicherung bietet. Dennoch sind die Deutschen in diesem Bereich häufig nicht versichert oder der Versicherungsschutz ist unzureichend. So bietet zum Beispiel die Absicherung im Rahmen eines Zusatzbausteines zur Lebensversicherung oft eine geringe Auszahlungssumme. Um einen sicheren, finanziellen Rückhalt zu gewähren ist es sinnvoll, ca. 80 % des Nettogehaltes zu versichern. Akademiker und Personen in gehobenen Stellungen verdienen weitaus mehr als der Durschnitt. Kommt es hier zu einem Vorfall, muss ein entsprechend hohes Einkommen abgesichert sein. Die richtige Versicherungssumme zu wählen ist ein wichtiger Teil bei der Wahl des passenden Tarifes.

Tarife ohne staatliche Förderung bieten den besten Schutz

Es besteht die Möglichkeit, die Prämien einer privaten BU-Versicherung steuerlich abzusetzen. Der Staat hat diese Förderung im Jahr 2014 Eingeführt, um den Versicherungsschutz zu begünstigen. Diese Förderung ist allerdings daran gebunden, dass der Versicherer eine lebenslange Rentenzahlung gewährt. Tarif die nicht gefördert werden, enden die Auszahlung zum Renteneintritt. Da die Versteuerung der Beiträge für die staatlich geförderte Rente sehr hoch liegt, bieten die Versicherungen dies Optionen bisher nicht an. Auch wenn die Möglichkeit einer staatlichen Förderung in Theorie besteht, ist es noch nicht möglich diese in Anspruch zu nehmen. Die Chancen eine staatliche Rente zu erhalten, sind ebenfalls sehr gering. Ist der Betroffene in der Lage, täglich sechs Stunden zu arbeiten, in einer einfachen Tätigkeit, gibt es keine Rentenzahlungen. Kann der Betroffenen zwischen drei und sechs Stunden arbeiten, kommt es zu einer sehr geringen Rentenzahlung. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch der Einkommensunterschied zwischen der vorherigen und neuen Tätigkeit ist. Die Zahlungen der BU-Versicherung werden nach dem letzten Einkommen berechnet. So ist die Einkommenseinbuße gering und die Auszahlung ist ausreichend, um seinen Lebensstandard beizubehalten. Da man sich nicht auf eine staatliche Unterstützung verlassen kann, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar.

Individuelle Kosten und Tarife

Je früher die BU-Versicherung abgeschlossen wird, umso geringer fallen die Beiträge aus. Für die Beitragsberechnung ziehen die Versicherungen verschiedene Faktoren heran. Ein Akademiker, frisch von Uni, der in einem Bürojob tätig ist, zahlt weniger, als ein vierzig jähriger Dachdecker. Grundsätzlich werden handwerkliche Berufe mit höheren Prämien versichert. Übt man eine Tätigkeit aus, die zu 100 % aus Büroarbeit besteht, kommt man am günstigsten weg. Es spielt also eine wichtig Rolle, wie hoch das Risiko ist, aufgrund einer Berufsgefahr arbeitsunfähig zu werden. Ein weiterer Faktor ist der gesundheitliche Zustand. Der Antrag wird im Zusammenhang mit einem Gesundheitsfragebogen von den Versicherungen ausgegeben. Dieser Fragebogen muss detailliert und genau ausgefüllt werden. Neben der aktuellen Gesundheitslage, muss hier auch die gesundheitliche Vorgeschichte aufgezeigt werden. Ebenso wie Familienerkrankungen. Sind die Fragen nicht korrekt beantwortet, kann es dazu führen, dass der Versicherungsschutz entfällt oder Leistungen gekürzt werden. Dabei besteht keine Verpflichtung Angaben freiwillig zu machen, ohne dass der Versicherer diese erfragt hat. Nicht selten sind diese Fragebögen ein wenig kompliziert im Aufbau und in der Fragenstellung. Es ist sinnvoll den Antrag mit einem erfahrenen Versicherungsexperten auszufüllen, um Fehler zu vermeiden.

Auf das Kleingedruckte achten

Die Policen können unterschiedlich aufgebaut sein und entsprechend unterschiedliche Bedingungen beinhalten. Um einen umfassende Schutz zu gewährleisten sollten folgende Punkte beachtet werden: Kommt es dazu, dass eine Gesundheitsfrage fehlerhaft beantwortet wurde, ohne dass der Versicherte sich darüber bewusst war, hat der Versicherer laut § 19 VVG das Recht den Vertrag zu kündigen. Die Police sollte auf die Verwendung diese Paragraphen verzichten. Es sollte auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichtet werden. Ist diese vertraglich vereinbart, so hat der Versicherer das Recht, den Versicherten auf einen Ausweichberuf zu verweisen, der nicht mit Ausbildung und Erfahrung übereinstimmt. Ein Verzicht der abstrakten Verweisung schützt vor diesem Scenario. Weitere Einzelheiten und Beispiele können Sie in unserem BU-Ratgeber nachschlagen.

Können Leistungen abgelehnt werden?

Vor Auszahlung prüft die Gesellschaft den Antrag eingehend. Dabei kann es vorkommen, dass Leistungen nicht bewilligt werden. Kommt es zu einem Betrugsversuche, entfällt offensichtlich nicht nur die Leistung, es kommt auch zu einer Strafanzeige. Darüber hinaus gibt es aber auch weiter Fälle, die zu einer Ablehnung von Leistungen führen können. Ist eine Krankheit der Grund für die Berufsunfähigkeit, und wird im Nachhinein festgestellt, diese Krankheit bestand bereits vor Abschluss der Versicherung, ist eine Ablehnung möglich. Ob es dazu kommt, hängt von der Vertragsgestaltung ab. Auch der Grad der Berufsunfähigkeit spielt eine Rolle. Kann der Versicherte noch die Hälfte der erwarteten Arbeitszeit erbringen, kommt es oft nicht zu Zahlungen.

BU-Versicherung als Zusatzversicherung

Eine BU-Versicherung kann als Zusatzversicherung im Zusammenhang mit einer Kapitallebensversicherung oder einer Rentenversicherung abgeschlossen werden. Dies gilt sowohl für private Rentenversicherungen als auch für Rürup-Modelle. Ob diese Kombination sinnvoll ist wird kontrovers diskutiert. Es müssen daher immer die Vor- und Nachteile abgewogen werden, denn kommt es aus welchen Gründen auch immer, zu einer frühzeitigen Kündigung der Haupt-Police, entfällt auch der Schutz der Zusatzversicherung. Tritt dies im fortgeschrittenen Alter ein, ist es schwer einen neuen Vertrag abzuschließen. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, dass bei dieser Variante unbedingt eine kostenlose Wechseloption im Vertrag vereinbart wird, um nicht im Fall der Fälle in einen Liquiditätsengpass zu geraten.

Die richtige Police auswählen

Die passende Police zu finden ist nicht immer einfach, denn die Leistungen ( Versicherungsbedingungen ) und Tarife der einzelnen Anbieter unterscheiden sich sehr stark. Wichtig ist, dass die Police eine Leistungsdauer bis zum 67 Lebensjahr aufweist, damit ist ein lückenloser Übergang zur Altersrente gewährleistet. Endet die Leistungsdauer vorzeitig, kommt es zu einer Versicherungslücke, die eventuell nur schwer zu überbrücken ist. Nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf, lassen Sie sich zum Berufsunfähigkeitsschutz beraten und profitieren Sie langfristig.

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Autor: censio.de am 18. Jun 2015 13:04, Rubrik: Berufsunfähigkeitsversicherung, Kommentare geschlossen.

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