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Betriebliche Altersversorgung erfordert mehr Flexibilität

Das Interesse sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber an der betrieblichen Altersversorgung hat im letzten Jahr deutlich nachgelassen. Neben verschärften Forderungen an die Pensionsrückstellungen dürften niedrige und schwankende Einkommen wichtige Gründe dafür sein. Deshalb ist eine intelligentere und flexiblere Gestaltung der Betriebsrentensysteme wichtig.

Die grundsätzliche Notwendigkeit zu mehr privater Altersvorsorge und damit auch zu betrieblicher Altersversorgung (bAV) ist grundsätzlich unbestritten, die Folgen von steigender Lebenserwartung und demografischem Wandel auf die Sozialsysteme sind den meisten Bundesbürgern bekannt. Trotzdem hat das Interesse an der bAV sowohl bei den Arbeitnehmern als auch bei den Arbeitgebern deutlich abgenommen. In einem Beitrag in der Zeitschrift „Versicherungsmagazin“ (Heft 4/2011, S. 38 – 40) fasst Ralf E. Geiling die Erklärungsversuche mehrerer aktueller Studien zusammen.

Generell hat aktuell nur noch die Hälfte der Arbeitnehmer an der Entgeltumwandlung Interesse, im Vorjahr waren es noch zwei Drittel. Fast alle Personalverantwortlichen sind mittlerweile der Ansicht, dass sich das in den kommenden fünf Jahren auch nicht ändern wird, zumal 76 % die gesetzliche Rente für die beste Form der Altersvorsorge halten. Aber auch die Unternehmensleitungen stehen der bAV eher reserviert gegenüber. Durch das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) müssen die Pensionsverpflichtungen in Zukunft realistisch bewertet und deshalb meist höher als bisher abgesichert werden. In einer Studie weist die Postbank darauf hin, dass insbesondere in den neuen Bundesländern die Kluft zwischen der grundsätzlichen Überzeugung, dass private Altersvorsorge notwendig ist, und den realen Investitionen dafür alarmierend groß sei. Durch den Zinseszinseffekt würden Versäumnisse beim rechtzeitigen Ansparen potenziert werden, deshalb bestünde jetzt dringender Handlungsbedarf. Langfristigkeit, Stetigkeit und Disziplin seien unverändert die Kardinaltugenden einer erfolgreichen Altersvorsorge. Allerdings stünden dem oft zu niedrige Einkommen und eine zu geringe Beschäftigungsquote bei den 55- bis 64-Jährigen gegenüber.

Viele Arbeitnehmer fühlen sich zudem schlecht informiert oder finden die bAV zu unflexibel. Deshalb seien beitragsorientierte Versorgungsgestaltungen besser als klassische Leistungszusagen, weil damit individuelle Karrieren besser abgebildet werden könnten. Außerdem könnten die Unternehmen so den Versorgungsaufwand besser kalkulieren. Deshalb sei der Anteil der Versorgungssysteme, die im Sinne eines gemeinsamen Risikomanagements partnerschaftlich von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert werden, in den vergangenen Jahren gestiegen.

Der Autor schließt mit dem Fazit, dass die bAV dann eine Chance habe, wenn statt einer Schließung von betrieblichen Versorgungssystemen die Betriebsrentensysteme intelligenter und flexibler gestaltet werden. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]

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Autor: wolterskluwer am 29. Mrz 2011 10:13, Rubrik: Betriebliche Altersversorgung,

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