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Betriebliche Altersversorgung im Wandel

Gerade in großen deutschen Unternehmen ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) für viele Arbeitnehmer längst eine gute Alternative zu anderen Vorsorgeprodukten. Die Studie „Trends in der bAV“ der Investmentgesellschaft JP Morgan Asset Management zeigt, dass die Unternehmen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung keinesfalls stillstehen. Immer häufiger ersetzen beitragsorientierte Leistungszusagen das klassische Leistungsmodell.

Für die aktuelle Studie befragte das Marktforschungsinstitut Creative Analytic 3000 im Auftrag von JP Morgan Personalverantwortliche aus 141 Firmen mit mehr als 3.500 Mitarbeitern zu aktuellen Tendenzen in der bAV. Der ermittelte Trend: Viele Unternehmen richten die betriebliche Altersvorsorge betriebliche Altersversorgung für ihre Mitarbeiter derzeit neu aus – vor allem mit dem Ziel, ihre Altersvorsorgemodelle fit für die Zukunft zu machen. Nicht nur die Risikoverteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, auch die tatsächliche Flexibilität der bAV stehen auf dem Prüfstand. So könnten die Beiträge, die von Arbeitnehmern eingezahlt werden, in einigen Unternehmen beispielsweise schon bald wesentlich stärker an den Unternehmenserfolg gekoppelt werden.

Die bAV hat sich in den meisten großen deutschen Unternehmen weitestgehend etabliert: Knapp zwei Drittel der Befragten gibt an, die bAV sei zu einem festen Bestandteil des Gesamvergütungspakets geworden. Der größte Teil des gedeckten Kapitals fällt in den Bereich der Direktzusage. Der Umstieg von leistungsbasierten auf beitragsorientierte Zusagen ist aber bereits in 89 der Unternehmen im Gange, sodass in vielen Unternehmen sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerfinanzierungen zum Alltag gehören. Auch die voranschreitende Dominanz der Beitragsorientierung lässt sich anhand der Befragungsergebnisse erkennen: Während nur noch 9 der Unternehmen ausschließlich leistungsbasierte Direktzusagen anbieten, sind es rund 27 , die nur auf beitragsorientierte Leistungszusagen setzen – Tendenz steigend.

Durch den Erfolg hat sich die bAV längst zum Instrument der Mitarbeiterbindung entwickelt. 61 der Befragten geben an, mithilfe der bAV besonders qualifizierte Arbeitnehmer an das Unternehmen binden zu wollen. Nicht nur bei der Bindung, sondern auch bei der Rekrutierung von Mitarbeitern wird die bAV von vielen Unternehmen bereits als überzeugendes Argument genutzt. Nicht zuletzt verbessert eine funktionierende Betriebsrente nach Einschätzung der Befragten das Unternehmens-Image und die positive Markenbildung.

Die Vorstellungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sind vielerorts auf den ersten Blick nicht unbedingt deckungsgleich. Während Arbeitnehmer von der bAV vor allem Transparenz, Insolvenzschutz und Übertragbarkeit erwarten, geht es den Arbeitgebern darum, ein möglichst flexibles Modell mit geringen Planungs- und Finanzierungsrisiken (Langlebigkeits-, Inflations- und Kapitalmarktrisiko) zu schaffen. Gerade letzteres hat viele Unternehmen (31 ) in den vergangenen fünf Jahren dazu veranlasst, auf ein beitragsorientiertes Modell umzusteigen. Als besonders überzeugend gilt in vielen Betrieben die sogenannte Mindestverzinsung. Jedes fünfte Unternehmen bietet Arbeitnehmern einen Garantiezins in Höhe von 2,25 auf dem Level deutscher Lebensversicherer an. Mehr als 40 der Unternehmen offerieren einen Zinssatz von 4,0 , immerhin 14 sogar 6 . Das derzeitige Problem für Arbeitnehmer: Nur etwa jedes vierte Unternehmen lässt Arbeitnehmer an der Kapitalanlageentscheidung teilhaben.

Der Ausblick in die Zukunft stützt den Aufschwung der bAV: Rund 80 der Unternehmen sprechen der betrieblichen Altersversorgung eine steigende Relevanz als Bestandteil der Personalpolitik und als Teil von Gehaltspaketen zu. Dabei wird das beitragsorientierte Modell seine Dominanz weiter ausbauen. Auch das Outsourcing von Pensionsverpflichtungen wird in Zukunft immer stärker genutzt werden (39 ). [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 27. Nov 2008 12:43, Rubrik: Betriebliche Altersversorgung,

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