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Deutsche verunsichert bei der privaten Altersvorsorge

Die Deutschen gelten als Altersvorsorgemuffel. Regelmäßig wird in Studien festgestellt, dass der privaten Altersvorsorge nicht mit der erforderlichen Sorgfalt begegnet wird. Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) liefert nun Erklärungsansätze. Im Auftrag des DIA hat das Forschungsinstitut empirica 26 Bundesbürger im Alter von Ende 20 bis Mitte 40 Jahren jeweils bis zu zwei Stunden befragt. Die Ergebnisse dieser Befragungen überraschen nicht: Die Komplexität der Materie und die verwirrende Vielfalt der Förderwege sowie die Furcht vor einer falschen Anlageentscheidung und eine langfristig Festlegung schrecken viele Bundesbürger vom Abschluss einer privaten Altersvorsorgemaßnahme ab.

Laut der Studie gelten besonders Akademiker als „potenziell unterversorgt“: Sie bauen bei der Planung ihrer Altersabsicherung lieber auf die Aussicht auf Erbschaften und Finanzspritzen der Eltern, was die Experten des DIA als sehr kritisch bewerten: Sich auf zukünftige Erbschaften zu verlassen. sei grundsätzlich gefährlich, denn Erbschaften dürften künftig wegen der steigende Lebenserwartung, zunehmender Konsumfreude im Alter sowie höherer Pflegekosten und Eigenbeteiligungen deutlich geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Die Experten des DIA sehen für den Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten aber die Möglichkeit, bei der Gruppe der unterversorgten Akademiker durch individuell zugeschnittene und äußerst flexible Sparverträge zu punkten.

20 % der Befragten fühlen sich ob der Vielfalt der angebotenen Produkte und Förderwege grundsätzlich überfordert und damit letztlich gehemmt. Diesen sei eher mit einfachen und transparenten Vorsorgelösungen sowie einheitlichen Förderrichtlinien für die private und betriebliche Altersvorsorge beizukommen, so die Experten des DIA.

Jeder fünfte Studienteilnehmer sieht sich schlicht finanziell nicht in der Lage für private Altersvorsorgemaßnahmen. Bei den Befragungen hat sich gezeigt, dass dies objektiv aber nur bei einem Teil dieser 20 % tatsächlich der Fall ist: Nach entsprechender Beratung ergeben sich bei einigen doch noch Einsparpotenziale im aktuellen Konsumverhalten, die eine private Altersvorsorge ermöglichen würden.

Grundsätzlich erkannten alle Befragten das Erfordernis einer privaten Altersvorsorge, da das gesetzliche Rentensystem als nicht zukunftssicher empfunden wird. Tatsächlich aber hat kaum einer der Befragten eine klare Vorstellung über seine individuelle Deckungslücke. Vorgesorgt wird in der Regel nicht klar kalkuliert, sondern aus einem Bauchgefühl heraus.

Wer aus finanziellen Gründen nicht sparen kann, müsse nach anderen Alternativen suchen, so der DIA. Nach solchen Alternativen wurde in der Studie ebenfalls gefragt: Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch kürzere Ausbildung, früheren Erwerbseintritt und späteren Renteneintritt ist besonders für junge Akademiker durchaus eine entsprechende Alternative, wogegen Nicht-Akademiker dies weitestgehend ablehnen. Das DIA empfiehlt außerdem den Erwerb von Wohneigentum, um durch mietfreies Wohnen im Alter das Konsumpotenzial zu erhöhen; außerdem könnten Immobilien später beliehen werden, um so Liquidität für mögliche Pflegekosten zu erreichen. Auch Altersvorsorgemaßnahmen im fortgeschrittenen Alter empfehlen die DIA-Experten: Wenn die eigenen Kinder finanziell unabhängig seien und nicht mehr unterstützt werden müssten, erhöhe dies schlagartig das Konsumpotenzial der Eltern; der größere finanzielle Spielraum sollte dann zumindest zum Teil in eine private Altervorsorge investiert werden. Auch die Investition von Gehaltserhöhungen in die Altersvorsorge empfehlen die Experten des DIA.

Wer nicht privat vorsorgt, dem stehe im Alter nur eine Grundversorgung zur Verfügung. In diesem Falle drohe ein einschneidender Zwang zum Konsumverzicht, so die mahnenden Worte des DIA. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 2. Okt 2007 16:34, Rubrik: Private Altersvorsorge,

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