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Frauen vernachlässigen die Altersvorsorge

In den vergangenen Jahren wurde oft über die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung diskutiert, viele Deutsche haben sich bereits über den Abschluss einer privaten Altersvorsorge zusätzlich abgesichert. Unter den deutschen Frauen scheint das Thema allerdings erstaunlich wenig Aufmerksamkeit zu genießen. Zumindest wenn man einer im Auftrag der DBV-Winterthur durchgeführten Studie des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) in Zusammenarbeit mit TNS Infratest Glauben schenken möchte. Die Befragung unter deutschen Frauen unterschiedlicher Altersgruppen (18 bis 60 Jahre), unterschiedlichem Bildungsgrad, beruflicher Stellung, Familienstand und Einkommen offenbarte eine bedenkliche Mentalität: Konsumieren statt vorsorgen.

Rund 40 der befragten Frauen gaben an, ihr Geld lieber in sofort verfügbare Konsumgüter zu investieren. Speziell in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen scheint sich die Unbekümmertheit durchgesetzt zu haben – hier konsumiert fast jede zweite Frau lieber anstatt vorzusorgen. Bei den unterschiedlichen Einkommensschichten ergab die Befragung, dass speziell Frauen mit niedrigerem Einkommen (bis zu 1.499 EUR) die Altersvorsorge als nebensächlich einstufen und das Geld lieber anderweitig ausgeben (50 ). Bei Frauen mit einem Einkommen von über 3.000 EUR wählten nur noch 28,4 den Konsum an die erste Stelle. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf unterschiedliche Bildungsgrade: Während Frauen mit Abitur weniger den Konsum bevorzugen (24,8 ), sind bei den Volks- oder Hauptschulabsolventen mehr als die Hälfte aller Frauen eher am Shoppen interessiert.

Auch in persönlichen Gesprächen mit Freundinnen scheint das Thema Altersvorsorge keinen besonders hohen Stellenwert zu haben. Mehr als ein Drittel der Frauen gab an, in Konversationen mit Freundinnen nicht über die Altersvorsorge zu sprechen. Nur 8 % der befragten Frauen gaben zu, sich über das Thema Altersvorsorge durchaus mit Freundinnen auszutauschen. Mit zunehmendem Alter scheint sich allerdings auch hier ein Wandel zu vollziehen: Gerade für Frauen ab Vierzig gewinnt das Thema Altersvorsorge auch in persönlichen Gesprächen zusehends an Bedeutung.

Die Zurückhaltung bei der Altersvorsorge ist aber längst nicht nur in der Shopping-Laune des weiblichen Geschlechts begründet. So gab ein Drittel der befragten Frauen an, keine Ahnung von der Altersvorsorge zu haben. Zudem erklärten rund 15 , dass sie zunächst einmal den Abbau von Schulden in Angriff nehmen müssten. In Geldsachen vertraut ein Großteil der Frauen dagegen schon lange nicht mehr nur auf den Mann: Nur noch 16 verlassen sich ausschließlich auf die Kompetenz ihres männlichen Partners. Dass es sich bei der Vorsorge für das Rentenalter zweifellos um eine wichtige Sache handelt, darüber sind sich fast alle Befragten einig. Auch die Notwendigkeit einer frühen Vorsorge ist unumstritten: Rund drei Viertel aller Befragten gaben an, sich aus Gründen einer finanziellen Absicherung mit den verschiedenen Vorsorgeoptionen schon frühzeitig vertraut gemacht zu haben. Nach Einschätzung des IMWF, TNS Infratest und der DBV-Winterthur offenbart sich hier eine große Kluft zwischen Realität und Wissen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 20. Dez 2007 14:57, Rubrik: Private Altersvorsorge,

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