CENSIO » Aktuell » Haus & Wohnen » Wohngebäudeversicherung » Gebäudeversicherung: Nur unverzügliche Schadenmeldung garantiert Versicherungsschutz

Gebäudeversicherung: Nur unverzügliche Schadenmeldung garantiert Versicherungsschutz

Wer einen Leitungswasserschaden an seinem Haus erleidet, hat mit der Beseitigung der Folgen sicher genug zu tun. Dennoch darf nicht vergessen werden, den Schaden kurzfristig der Gebäudeversicherung zu melden – ansonsten geht der Versicherungsschutz verloren. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichtes Wuppertal (AG Wuppertal, 05.04.2007 – 39 C 557/ 06) hervor.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte ein Ehepaar seinen Garten bewässert und hierzu einen Schlauch an einem Wasserhahn, der sich außen an der Hauswand befand, angeschlossen. Nach vollbrachter Arbeit versäumten sie es, den Hahn wieder zuzudrehen. Nachts platzte dann der Schlauch vom Hahn ab und durch das ungehindert direkt an der Hauswand ausfließende Wasser lief der Keller des Hauses knöcheltief voll mit Wasser. Nach Abklingen des ersten Schocks machte sich das Ehepaar zunächst daran, den Schaden durch Lüften der Kellerräume (selbst) zu beseitigen. Der Keller ließ sich jedoch nicht vollständig trocknen und es bildete sich erster Schimmel an den Wänden. Daraufhin meldeten die Eheleute den Wasserschaden bei ihrer Wohngebäudeversicherung und forderten 2.500 EUR für notwendige Instandsetzungs- und Malerarbeiten – allerdings erst 14 Tage nach dem Unglück. Das Versicherungsunternehmen verweigerte den Ausgleich des Schadens mit der Begründung, die Eheleute hätten grob fahrlässig ihre Verpflichtung zur unverzüglichen Anzeige des Versicherungsfalls verletzt. Daraufhin zogen die Versicherungsnehmer vor Gericht.

Das AG Wuppertal gab nun der Assekuranz recht und wies die Klage ab. Eine Schadenmeldung, die erst 14 Tage nach dem Schadenereignis erfolgt, sei tatsächlich nicht mehr unverzüglich. Dadurch sei dem Versicherer die Möglichkeit genommen worden, zeitnah eigene Feststellungen zu Ursache und Umfang des Schadens sowie zu etwa notwendigen Maßnahmen der Schadenminderung zu treffen. Daher habe das Ehepaar seine Anzeigeobliegenheiten verletzt, was zum Verlust des Versicherungsschutzes für den konkreten Schadenfall führe, so das AG Wuppertal.

Eine Ausnahme könne allenfalls dann gelten, wenn die Pflichtverletzung der Versicherungsnehmer keinen Einfluss auf die Feststellung des Versicherungsfalls oder die Bemessung der Leistung gehabt hätte. Das war nach Überzeugung des AG Wuppertal aber gerade nicht der Fall: Bei einem Leitungswasserschaden führe längeres Warten in der Regel zu einer Verschlimmerung des Zustands, Räume könnten im Übrigen auch nicht durch bloßes Lüften getrocknet werden, wenn es – wie im vorliegenden Fall – zu einem massiven Wassereintritt gekommen ist. Die Eigenmaßnahmen der Versicherungsnehmer hätten überdies erst zu der Schimmelbildung als Folgeschaden geführt. Aus diesen Gründen urteilte das AG Wuppertal zugunsten des Versicherers, der damit nicht für den entstandenen Schaden aufkommen musste. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Tags:

Jetzt Tarife vergleichen Jetzt Tarife vergleichen

Weiterführende Artikel:

Autor: lexisnexis am 14. Apr 2008 13:14, Rubrik: Wohngebäudeversicherung,

nach oben