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Gekipptes Fenster kann Versicherungsschutz kosten

Ein Wohnungseinbruch durch ein gekipptes Fenster kann den Versicherungsschutz der Hausratversicherung kosten, sofern weitere Umstände hinzukommen, etwa dann, wenn es sich um ein zweiflügliges Fenster im Erdgeschoss handelt und der Versicherungsnehmer seine Wohnung bzw. sein Haus für einen mehrstündigen Zeitraum verlässt.

Dies hat das Landgericht Düsseldorf (LG Düsseldorf, Urteil vom 14. Mai 2007 – Az.: 11 O 205/06) in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden. Der Versicherungsnehmer hatte im zugrunde liegenden Fall sein Haus verlassen und dabei sein Schlafzimmerfenster nicht vollständig geschlossen, sondern in Kippstellung belassen. Als er nach 10 Stunden zurückkehrte, hatten Einbrecher sein Haus heimgesucht. Den durch die gestohlenen Gegenstände entstandenen Schaden wollte er sodann über seine Hausratversicherung erstatten lassen. Der Hausratversicherer verweigerte jedoch den Ausgleich unter Hinweis darauf, dass der Versicherungsnehmer sich durch das Verlassen der Wohnung bei auf Kipp gestelltem Fenster grob fahrlässig verhalten habe und insoweit der Versicherungsschutz für den konkreten Schaden ausgeschlossen sei.

Das LG Düsseldorf gab dem Versicherer recht und wies die Klage des Versicherungsnehmers als unbegründet zurück. Bei dem Schlafzimmerfenster handelte es sich um ein sogenanntes zweiflügeliges Fenster, bei dem der oder die Einbrecher zum Öffnen des Fensters lediglich durch den Spalt des gekippten Fensters greifen musste(n), um den Schließmechanismus des anderen Fensters zu erreichen und diesen herunterzudrücken. Außerdem befand sich das Fenster im Erdgeschoss an der Rückfront des Gebäudes – gut erreichbar und von der Straße nicht einsehbar. Unter Berücksichtigung dieser Umstände stellte das LG Düsseldorf fest, dass der Versicherungsnehmer seine Sorgfaltspflicht in besonders hohem Maße verletzt hatte und das Offenlassen des Fensters in Kippstellung somit ein grob fahrlässiges Verhalten darstellte. Dies ergebe sich sowohl aus der besonderen Beschaffenheit und Lage des Fensters als auch aus dem Umstand, dass der Versicherungsnehmer insgesamt über einen Zeitraum von 10 Stunden bei „geöffnetem“ Fenster abwesend war. Insoweit habe für den durch den Einbruch entstandenen Schaden kein Versicherungsschutz bestanden, so die Richter. Der Hausratversicherer musste den Schaden daher nicht ersetzen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 29. Jan 2008 14:16, Rubrik: Hausratversicherung,

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