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Honorarberatung bei der Altersvorsorge – Forderung nach Förderung

Im Rahmen einer Studie über die Qualität der Vermittlung von Finanz- und Versicherungsprodukten schlagen die Autoren vor, die Honorarberatung insbesondere bei der Altersvorsorge stärker zu fördern. Dadurch könnten sich die Vermittler stärker auf das Kundeninteresse konzentrieren. Unterstützend sollte der Beratungsprozess standardisiert und zertifiziert werden.

Vor kurzem hat das Bundesverbraucherministerium eine Studie veröffentlicht, die von der Unternehmensberatung Evers & Jung erstellt worden ist. Sie befasst sich mit den Anforderungen an Finanzvermittler, zeigt Schwachpunkte auf und bietet Lösungsmöglichkeiten an. Zu den angesprochenen Themen gehört auch die Frage nach der Vergütung. Grundsätzlich halten die Autoren zwar die Vermittlung von Versicherungs- und Finanzprodukten durch einen Versicherungsmakler für sinnvoll und verbraucherfreundlich, allerdings sei die Abgrenzung zu Mehrfachagenten oft zu wenig transparent und die Bezahlung durch den Produktanbieter problematisch. Deshalb empfehlen sie eine verstärkte Förderung der Honorarberatung. Immerhin sei die Finanzdienstleistungsbranche der einzige Wirtschaftszweig, bei dem ausschließlich die Produkte staatlich gefördert würden. All zu oft würden die Vermittler bei der Beratung eher von ihrem persönlichen Provisionsinteresse als vom tatsächlichen Kundenbedarf geleitet werden, Dies führe dazu, dass viele Versicherungsnehmer überflüssige Versicherungen gegen kleine Risiken, die sie selbst tragen könnten, abschließen, wichtige andere Versicherungen dagegen fehlten.

Insbesondere die objektive Beratung zur Altersvorsorge sollte aus Sicht der Verfasser der Studie stärker vom Staat unterstützt werden. Als Mittel dafür empfehlen sie eine Aufklärungs- und Informationskampagne und Zuschüsse zu den Beratungskosten von 50 bis 75 %. Diese Forderung wird auch von den Versicherungs- und Honorarberatern unterstützt, die darauf hinweisen, dass damit die Kosten für eine Beratung nicht wesentlich höher wären als der Betrag, der auch heute schon für die Altersvorsorge-Beratung bei den Verbraucherzentralen aufgewendet werden muss und von den Verbrauchern auch bezahlt wird.

Kritisch beurteilt die Studie die Bestimmungen zu den Informationspflichten im Zusammenhang mit der Vermittlerrichtlinie. Sie würde nur Berge von Informationen schaffen, die leicht manipuliert werden könnten und den Kunden faktisch nicht weiterhelfen. Besser sei eine Standardisierung und Zertifizierung der Beratungsprozesse. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 5. Feb 2009 09:37, Rubrik: Honorarberatung,

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