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Kfz-Haftpflicht: Sandalen am Steuer sind erlaubt

Deutschland, ein Sommermärchen: Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und jedes Jahr zur gleichen Zeit geht ein Gerücht um: Wer in Sandalen am Steuer einen Unfall verursacht, der bekommt keine Leistungen von seinem Kfz-Haftpflichtversicherer. Doch das stimmt nicht. Autofahren mit Sandalen oder anderem „lockeren“ Schuhwerk ist weder strafbar noch hat es Auswirkungen auf die Versicherungsleistung nach einem Unfall.

Darauf hat der Bund der Versicherten (BdV) am 14. Mai 2008 in einer Pressemitteilung hingewiesen. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des BdV, erklärte, es gebe im Gegensatz zu Berufskraftfahrern für private Fahrer keinerlei Vorschriften zum richtigen Schuhwerk. Der Kfz-Haftpflichtversicherer übernehme im Schadenfall auf jeden Fall die Forderungen des bzw. der anderen Unfallbeteiligten, unabhängig von der Art der Schuhe, die der Versicherte beim Eintritt des Unfalls getragen hat.

Auch bzgl. des Ausgleichs der Schäden am eigenen Fahrzeug im Rahmen der Voll- oder Teilkasko gebe es keine Hindernisse, so Blunck weiter. Auch wenn Versicherer sich in Schadenfällen gern mit dem Argument der groben Fahrlässigkeit wehren und Zahlungen zunächst verweigern, sei dem BdV kein Gerichtsurteil bekannt, welches diese Rechtsauffassung in Bezug auf Sandalen als ungeeignetes Schuhwerk bestätigt hätte.

Stephan Schweda, Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), bestätigt das. Es gebe keine eindeutige Rechtslage für die Frage, ob das Tragen von Sandalen oder auch Flip-Flops beim Führen eines PKW grob fahrlässig sei. Schweda wies auch auf die Konsequenzen einer solchen Rechtslage hin. Denn dann dürften auch keine Gummistiefel oder High-Heels beim Autofahren getragen werden, was nach seiner Überzeugung letztendlich zu viel Regulierung sei. Die Versicherungsbranche setze bei der Frage nach der Wahl des richtigen Schuhwerks vielmehr auf den gesunden Menschenverstand der Fahrzeugführer.

Denn, so schön das Wetter? auch ist, aus Sicherheitsgründen ist das Tragen von losem Schuhwerk am Steuer nicht empfehlenswert. Mit Flip-Flops oder Sandalen könne der Fuß rasch vom Pedal rutschen oder sich etwaige Riemchen in den Pedalen verfangen, so Lilo Blunck vom BdV. Das erhöhe grundsätzlich natürlich das Unfallrisiko. Auch davon, barfuß zu fahren, rät der BdV aus Sicherheitsaspekten dringend ab. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 15. Mai 2008 11:29, Rubrik: KFZ-Versicherung,

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