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Kfz-Haftpflicht: Wertvolles Gepäck ist bei einem Unfall häufig nicht versichert

Wer sein wertvolles Instrument im Auto transportiert und es bei einem Verkehrsunfall beschädigt wird, erhält den Schaden unter Umständen nicht von seinem Kfz-Haftpflichtversicherer ersetzt. Dieser leistet nur, wenn die unfallbehaftete Fahrt der Personenbeförderung diente und es sich bei dem beschädigten Gegenstand um einen solchen des persönlichen Bedarfs handelt. Für Instrumente lohnt sich daher eine zusätzliche Musikinstrumentenversicherung.

Das geht aus einem kürzlich bekannt gewordenen Urteil des Amtsgerichts Coburg hervor (AG Coburg, 28.03.2008 – 12 C 1005/07). Im konkreten Fall war eine Versicherungsnehmerin mit ihrem VW Golf in Begleitung ihres Lebensgefährten auf dem Weg in die Weihnachtsfeiertage. Im Kofferraum hatte sie ein wertvolles Cello, welches der Mutter ihres Lebensgefährten gehörte. Während dieser Fahrt verursachte die Versicherungsnehmerin einen
Unfall, bei dem u.a. das genannte Cello vollständig zerstört wurde. Glück im Unglück: Für das Instrument bestand eine Musikinstrumentenversicherung, die für den Schaden i.H.v. 3.300,- EUR aufkam. Der Kfz-Haftpflichtversicherer erstattete zudem anstandslos den am Fahrzeug entstandenen Schaden, lehnte es jedoch ab, dem Musikinstrumentenversicherer die Kosten für die Wiederherstellung/Neubeschaffung des Cellos zu erstatten. Haftpflichtansprüche wegen Beschädigung, Zerstörung oder Abhandenkommen von mit einem versicherten Fahrzeug beförderten Gegenständen seien grundsätzlich ausgeschlossen – Ausnahme: Es handle sich um Sachen des persönlichen Bedarfs, die üblicherweise bei einer Personenbeförderung mitgenommen würden. Das sei hier aber nicht der Fall gewesen.

Die Sache landete vor dem AG Coburg, wo der Kfz-Haftpflichtversicherer Recht bekam. Ein Kfz-Haftpflichtversicherer muss für Schäden an mitgeführten Sachen nur einstehen, wenn entweder Beifahrer diese Gegenstände dabei haben und es sich um solche handelt, die sie üblicherweise mit sich führen, oder wenn die Fahrt überwiegend der Beförderung von (anderen) Personen dient und es sich bei dem beschädigten Gegenstand um einen solchen des persönlichen Gebrauchs handelt. Keiner dieser Umstände hat laut AG Coburg vorgelegen: Das Cello gehörte der Mutter des Beifahrers der Versicherungsnehmerin, dieser führte es also nicht regelmäßig bei sich. Außerdem diente die Fahrt nicht der bloßen Personenbeförderung, denn die Versicherte und ihr Lebensgefährte waren gemeinsam in den Weihnachtsurlaub unterwegs. Der Kfz-Haftpflichtversicherer musste den Schaden am Cello daher nicht ersetzen. Die Entscheidung des AG Coburg ist nach einer Hinweisverfügung des Landgerichts Coburg inzwischen übrigens rechtskräftig. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 5. Nov 2008 09:06, Rubrik: KFZ-Versicherung,

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