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Kleinmakler vs. Großmakler

Viele Kleinmakler sind zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Gründe dafür finden sich zum einen in immer höheren gesetzlichen Anforderungen bezüglich Beratung und Dokumentation. Zum anderen erhalten Großmakler von Versicherern oft bessere Konditionen und können dadurch auch günstigere Versicherungsverträge anbieten.

Aufgrund der zahlreichen gesetzlichen Aufklärungsvorschriften müssen viele Kleinmakler um ihre Existenz kämpfen. Denn um diese umsetzen zu können, muss viel Zeit investiert werden. Eine Alternative kann dabei – so ein Beitrag von Uwe Schmidt-Kasparek in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Versicherungsmagazin“ (Heft 3/2011, S. 53 – 55) – eine Änderung des bisherigen Vorgehens sein, was in letzter Konsequenz allerdings das Ende des Einzelkämpfertums bedeuten würde. Hinzukommt, dass nach einer bedarfsgerechten Beratung häufig die Versicherer zu empfehlen sind, die Großmaklern deutlich bessere Konditionen einräumen als es bei den Kleinmaklern der Fall ist.

Diese Ungleichbehandlung hat ein Versicherungsmakler aus Würzburg bereits im vergangenen Jahr bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angemerkt. Doch die Antwort fiel eher nüchtern aus: Die BaFin habe keinen Einfluss auf Produktgestaltung oder Preise der Assekuranzen. Stattdessen führte sie ausführlich die vom Gesetz auferlegten Pflichten der Versicherungmakler sowie deren Haftungsrisiken auf.

Ein weiteres Problem stellt die grundsätzliche Vermittlungsverweigerung einiger Versicherungsunternehmen dar. Diese Verzerrungen des Wettbewerbs sind bislang straffrei. Makler hingegen sind gesetzlich dazu verpflichtet ihre Kunden über das beste Angebot aufzuklären. Selbst wenn dies dazu führt, dass der Kunde an die Konkurrenz verwiesen werden muss. Dieses Beispiel verdeutlicht erneut den Nachteil des einzelnen Kleinmaklers gegenüber mittleren und großen Versicherungsmaklerunternehmen.

Insgesamt, so der Artikel, dürfte die Zahl der über 44.000 registrierten Versicherungsmakler in Zukunft deutlich sinken. Auch der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) ist der Meinung, dass viele Kleinmakler ihrem gesetzlichen und rechtlichen Beratungsauftrag bald nicht mehr werden nachkommen können. Auch hierfür liegt der Grund in den geringen Courtagevereinbarungen mit nur wenig Assekuranzen. Doch auch Rahmenverträge, Verbandsrabatte und Provisionsminderungen sind an der Tagesordnung.

Neben diesen bereits genannten Problemen werden in Zukunft zudem sinkende Einkünfte auf die Kleinmakler zukommen. Bereits aktuell zeigen Umfragen, dass über die Hälfte der kleinen und mittleren Maklerbetriebe (max. 50 Beschäftigte) weniger als 100.000 EUR an Umsatz im Jahr verbuchen können. Auf den Gesetzgeber können sich die Kleinmakler dabei nicht verlassen, denn eine entsprechende Rechtsprechung bzgl. der Großkundenkonditionen gibt es nicht.

Lediglich durch eine intensivere Betreuung und einen persönlicheren Service könnten Kleinmakler höhere Preise rechtfertigen. Eine weitere Möglichkeit bieten Kooperationen mit sogenannten Tippgeberverträgen. Um auch weiterhin die Kompetenz nachweisen zu können, wäre ein Pool oder eine Einkaufsgenossenschaft daher von Vorteil. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]

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Autor: wolterskluwer am 9. Mrz 2011 12:30, Rubrik: Versicherungsmakler,

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