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Lebensversicherer kämpfen um Wiederanlage von abgelaufenen Verträgen

Durch das Auslaufen der 5/12-Verträge müssen die Lebensversicherer aktuell stärkere Rückgänge im Bestand hinnehmen. Generell können die Beitragsverluste ablaufender Lebensversicherungen nur noch mühsam durch Neugeschäft kompensiert werden. Deshalb kämpfen die Versicherer verstärkt darum, mit attraktiven Angeboten das freiwerdende Kapital in Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag umzuleiten.

Die Lebensversicherungs-Gesellschaften mussten im letzten Jahr mit starken Rückgängen beim Bestand an Verträgen kämpfen, die nur bedingt durch das Neugeschäft kompensiert werden konnten. Dieser Trend setzt sich bisher 2010 fort. Der Grund dafür liegt nicht nur in einer erhöhten Zahl von Vertragskündigungen als Folge der Wirtschaftskrise, sondern in einer besonderen Spielart von Lebensversicherungsverträgen, die jetzt auslaufen. Die sogenannten 5/12-Verträge konnten bis 2005 abgeschlossen werden. Sie umfassten bei einer zwölfjährigen Laufzeit eine fünfjährige Beitragszahlungsdauer mit einer anschließenden siebenjährigen Ruhezeit des Vertrags. Dazu kommt eine wachsende Zahl von ablaufenden Versicherungen gegen laufenden Beitrag.

In einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Versicherungsmagazin“ (Heft 3/2010, S. 46 – 49) beschreibt Oskar H. Metzger, mit welchen Strategien die Versicherungsgesellschaften versuchen, dem Rückgang der Einnahmen entgegen zu wirken. Ihr wichtigstes Ziel ist es, dass das freiwerdende Kapital möglichst im Unternehmen bleibt, das heißt, in Form einer Einmalzahlung in einem neuen Vertrag wiederangelegt wird.

Da seit dem Wegfall des Steuerprivilegs die Kapitallebensversicherung kaum mehr gefragt ist, interessieren sich die meist älteren Kunden vor allem für Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag. Viele Versicherer haben dafür spezielle Produkte entwickelt, um den Kunden attraktive Angebote zu machen. Erleichtert wird das Geschäft dadurch, dass Versicherungen in Zeiten der Finanzkrise als sichere Geldanlage gelten, während Bankprodukte viel an Vertrauen eingebüßt haben. Trotzdem fließt immer noch der größte Teil der freiwerdenden Gelder in Bankprodukte und höchstens zu einem niedrigen zweistelligen Prozentsatz in Versicherungsangebote. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, ausgezahlte Ablaufleistungen in Versicherungsprodukte zu investieren, weil die Rendite privater Rentenversicherungen schlecht sei. Sie empfehlen dagegen Bank- und Fondsprodukte sowie Immobilien. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 16. Mrz 2010 11:38, Rubrik: Kapitallebensversicherung,

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