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Leistungen einer Praxisausfallversicherung nach einem Unfall sind nicht zu versteuern

Erstattet eine sogenannte Praxisausfallversicherung die fortlaufenden Betriebskosten im Falle einer Erkrankung des Betriebsinhabers, so sind diese Versicherungsleistungen nicht zu versteuern (BFH, Urteil vom 20.05.2009 – VIII R 6/07).

Eine Praxis- oder Kanzleiausfallversicherung wird vor allem von Freiberuflern und Einzelgewerbetreibenden in Anspruch genommen. Sie ersetzt die fortlaufenden Praxis- oder Kanzleikosten (Miete, Leasingraten, Personalkosten usw.) im Falle einer krankheits- oder unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit des Betriebsinhabers oder bei einer gesundheitspolizeilich angeordneten Quarantänemaßnahme sowie, je nach individueller Vereinbarung, auch im Falle einer durch Brand, Wasser oder Einbruch ausgelösten Betriebsunterbrechung. Im Streitfall hatte eine Ärztin eine solche Versicherung abgeschlossen. Die Versicherung erstattete ihr die fortlaufenden Betriebskosten, nachdem sie nach einem Sturz für längere Zeit krank geschrieben war.

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofes (BFH) stellen die Zahlungen der Versicherung in diesem Fall keine Betriebseinnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit dar. Die Praxisausfallversicherung sei nämlich eine private und keine betriebliche Versicherung, da durch sie das Krankheitsrisiko abgedeckt wird. Entscheidend für die Einordnung einer Versicherung in privat oder betrieblich sei die Art des versicherten Risikos. Krankheit ist, von Sonderfällen wie der Berufskrankheit abgesehen, kein betriebliches, sondern ein privates Risiko.

Der BFH stellt in seinem Urteil ebenfalls klar, dass auf der anderen Seite die Versicherungsbeiträge in diesen Fällen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden können.Im Falle des versicherten Risikos der Quarantäne fällt die steuerrechtliche Beurteilung nach Ansicht der Richter allerdings anders aus, da die Quarantäne mit dem Betrieb bzw. der Kanzlei zusammenhängt. Entsprechende Versicherungsleistungen seien hierbei Betriebseinnahmen, Versicherungsbeiträge könnten als Betriebsausgaben abgezogen werden. Quelle: Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes vom 05.08.2009. Das Urteil ist auf der Homepage des Bundesfinanzhofes veröffentlicht. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 11. Aug 2009 08:42, Rubrik: Praxisausfallversicherung,

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