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Private Altersvorsorge: Stark erhöhter Bedarf an Eigenkapital durch Solvency II

Die Einführung von Solvency II rückt unaufhaltsam näher und auf Übergangsfristen darf die Versicherungswirtschaft nicht hoffen. Ab 2013 wird sie mit einem deutlich erhöhten Bedarf an Eigenkapital konfrontiert sein, um riskantere und ertragreichere Kapitalanlagen und langfristige Garantien abzusichern. Um dies zu umgehen, werden viele Versicherer deshalb ihr Geschäft mit fondsgebundenen Versicherungen forcieren.

Über die Einführung von Solvency II wird seit Jahren diskutiert – aller Voraussicht nach wird es ab 2013 tatsächlich ernst werden mit den neuen Eigenkapitalvorschriften für die Versicherungswirtschaft. Im Gegensatz zu Basel II, den Regelungen für die Banken, wird es dann keine Übergangsfrist mehr geben. Die Versicherer müssen also ihre Kapitalanlagen mit Eigenkapital unterlegen, um so das Risiko abzumildern. Der erforderliche Umfang des zusätzlichen Risikokapitals hängt davon ab, wie riskant die Kapitalanlagen sind – für Aktien bedarf es also eines größeren Puffers als für sichere festverzinsliche Anlagen.

In zwei Beiträgen in den Fachzeitschriften „Das Investment“ und „Portfolio“ werden die Auswirkungen auf die Branche beleuchtet, die vielen Versicherungsunternehmen möglicherweise noch gar nicht im Detail bewusst sind. So wird bei riskanten Aktieninvestments die Unterlegungsquote bis zu 49 betragen, bei Immobilien wird sie bei 25 liegen. Der Durchschnittswert der Kapitalunterlegungsquote wird auf etwa 39 % geschätzt. Aber auch die Garantien, die Versicherungsunternehmen ihren Kunden geben, werden bei Solvency II als Risikofaktor eingestuft – je länger die Laufzeit einer Lebensversicherung ist, um so mehr muss sie mit Risikokapital unterlegt werden. In mehreren Studien wurde bereits vor einer Kostenexplosion bei der Implementierung von Solvency II gewarnt, wobei Umfragen zufolge viele Versicherungsunternehmen mittlerweile deutlich höhere Belastungen erwarten als noch vor drei Jahren. Eine Abwehrstrategie wird wahrscheinlich sein, dass verstärkt
Fondspolicen angeboten werden. Hier trägt der Kunde das Risiko der Kapitalanlage – deshalb ist kein zusätzliches Risikokapital beim Versicherer erforderlich. Dies dürfte auch durch die niedrige Verzinsung am Kapitalmarkt begünstigt werden, damit den Versicherungsnehmern so die Chance auf eine höhere Rendite bei ihrer Altersvorsorge geboten wird. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: lexisnexis am 28. Dez 2010 08:36, Rubrik: Private Altersvorsorge,

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