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Berufsunfähigkeitsversicherung – Rürup Rente

Rürup Rente ( Basis Rente ) mit Berufsunfähigkeitsschutz

Seit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes im Jahre 2005 wurde wiederholt empfohlen, Rürupverträge mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu koppeln. Vorteil für den Verbraucher: so lassen sich die Beiträge in einem deutlich höheren Maße steuerlich absetzen (2006: bis zu 62 % vom Gesamtbeitrag). Schließlich wird die Kombination aus Kapitallebensversicherung und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung seit dem gleichen Jahr nicht mehr steuerlich gefördert.

Das ist richtig und betrifft vor allem Selbständige. Allerdings wird neben dem oben bereits erwähnten Problem und der damit eingeschränkten Flexibilität des ansonsten höchst flexiblen Basisrentenvertrages noch ein weiterer Punkt außer Acht gelassen: während eine gewöhnliche Berufsunfähigkeitsrentenleistung nur mit dem Ertragsanteil nach § 55 Absatz 2 EStDV (= Einkommensteuer-Durchführungsverordnung) besteuert wird, gilt für eine Rente aus einem Rürup- oder Basisprodukt eine Besteuerung nach dem so genannten „Kohortenmodell“. Bei einer nur kleinen versicherten Rentenhöhe in den nächsten Jahren ist dies in der Regel unproblematisch, bei einer hoch versicherten Berufsunfähigkeitsrente in mehren Jahrzehnten durchaus praxisrelevant.

Beispiel:

Zwei Selbständige werden mit Erreichen des 40. Lebensjahres im Jahre 2006 zum Leistungsfall. Sie haben jeweils 4.000 Euro monatliche Berufsunfähigkeitsrente aus einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. aus einem Basisvertrag mit Berufsunfähigkeitseinschluss abgesichert. Vertragsablauf ist in 25 Jahren bei Erreichen vollendeten 65. Lebensjahres.
Die Rente aus dem Basisvertrag wäre 2006 bereits mit 62 steuerpflichtig, während die Leistung aus dem selbständigen Vertrag nur zu 26 versteuert würde. Würden dieselben Selbständigen erst mit 55 zum Leistungsfall würden, also im Jahre 2021, so wären entsprechend 81% bzw. 12 steuerpflichtig.

Angenommen diese Musterkunden würden bei Vollendung des 40. Lebensjahres inflationsbereinigt einen jährlichen Freibetrag von 8.620 Euro zur Verfügung haben, so müssten sie effektiv Steuern auf 29.760 bzw. 12.480 Euro zahlen. Dabei käme ihr persönlicher Steuersatz zur Anwendung. Gesetzt dem Fall, der Grenzsteuersatz betrüge 42 , so betrüge die Auszahlung statt 4.000 Euro brutto nur 3.260,10 Euro (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) bzw. 3.864,90 Euro (selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung). Bei einem Leistungsfall zur Vollendung des 55. Lebensjahres im Jahre 2021 stünden aus dem Basisvertrag nur 2.940,90 Euro nach Steuern zur Verfügung, während die Leistung aus der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung zu 100 % steuerfrei bliebe.

Ein anderes Argument für einen selbständigen Berufsunfähigkeitsschutz ist das Thema Dynamik. Bei den meisten Wettbewerbern ist eine Dynamisierung der versicherten Leistungen nur für Haupt- und Zusatzvertrag gleichzeitig möglich. Wer also einen gleich bleibenden Sparanteil wünscht und lediglich die versicherte Berufsunfähigkeitsrente erhöhen möchte, müsste hier passen.

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