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Klare BU-Bedingungen vermeiden Streitigkeiten

Klare BU-Bedingungen sind entscheidend

In der Praxis versuchen immer wieder Versicherer ihren Kunden eine Leistung zu verweigern, indem sie unterstellen, dass etwa eine „Zahnarzthelferin am Stuhl“ zukünftig eben nur noch Telefonate entgegen nehmen solle. Um solchen Streit zu vermeiden, empfiehlt sich die bedingungsseitige Festlegung auf den „Beruf, wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war“.

Verweisungsverzicht oft nur die halbe Wahrheit

Viele Versicherer werben damit, dass bei ihnen die so genannte abstrakte Verweisung (siehe Kasten) ausgeschlossen sei. Dies ist jedoch oft nur die halbe Wahrheit. Oft wird nämlich bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit zusätzlich auf eine innerhalb der letzten 12, 24 oder 36 Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübte Tätigkeit abgestellt („Monatsklauseln“). Einschränkend heißt es hierzu oft, dass diese Prüfung nur erfolge, „wenn der Berufswechsel weder auf ärztliches Anraten noch wegen unfreiwilligen Wegfalls der früheren Tätigkeit erfolgt sei und die für die Berufsunfähigkeit verantwortlichen Gesundheitsstörungen beim Berufswechsel bekannt und absehbar gewesen seien.“
Besagte Anbieter argumentieren damit, dass diese Klausel dem Schutz der Versicherten- gemeinschaft diene. Man wolle damit verhindern, dass ein Versicherungsnehmer, der von der schon klassischen Mehlstaub-Allergie erfährt, schnell in den Beruf eines Bäckers wechsele und dort berufsunfähig werde oder ein Bankdirektor mit Rückenschmerzen seinen Job aufgebe, um als Maurer auf dem Bau zu arbeiten. Der Mehrheit der ehrlichen Kunden nützt dies aber nichts.

Was ist im Vertrag bei Arbeitslosigkeit geregelt ?

Problematisch bleibt eine Beweisführung für den Versicherungsnehmer bei drohender Arbeitslosigkeit. Auch ist nicht auszuschließen, dass der Versicherte gegen ein ärztliches Gutachten argumentieren muss, wonach er eine vorherige Erkrankung nicht bemerkt habe. In der Praxis sind viele Fälle denkbar, wo Versicherer hier eine Leistung verweigern könnten. Ein entsprechendes Beispiel nennt Rechtsanwalt Dirk Schwane von der Kanzlei Schwane & Kollegen in Gelsenkirchen:
Versicherungsnehmer B ist Bankangestellter im Bereich Warentermingeschäfte. Aufgrund der häufigen Stresssituationen kommt es zu Verspannungen der Rückenmuskulatur, die er nach ärztlichen Verschreibungen mit Massagen behandeln lässt. Beschwerden treten keine mehr auf. Der Arzt rechnet die Verschreibung auf Basis »Verdacht auf Lumboischialgie« (Lumboischialgie = Rückenschmerzen, bei denen oft ein Bandscheibenvorfall zu Grunde liegt) ab.

Aufgrund eines beginnenden Burn-Out-Syndroms beschließt er, sich selbständig zu machen und einen privaten Brief- und Paketdienst mit der Zusicherung des Arbeitgebers, alle Aufträge zu erhalten. Nach 20 Monaten erleidet B als Alleinunternehmer Bandscheibenvorfälle im Bereich Halswirbelsäule- und Lendenwirbelsäule. Da er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, stellt er einen Leistungsantrag, der abgelehnt wird. Zur Begründung wird ausgeführt, dass der Beruf des Bankmitarbeiters noch ausübbar sei.

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