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Unbedingt auch den Nebenberuf angeben

Der ausgeübte Beruf

Bei der Frage nach dem ausgeübten Beruf sollten unbedingt auch Zweit- und Nebenberufe angegeben werden. Dies gilt auch dann, wenn im Antrag nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird. Dabei ist nicht der erlernte Beruf, sondern die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit entscheidend. Andernfalls könnte die Versicherung gegebenenfalls ihre Leistungspflicht bei Berufsunfähigkeit verweigern.

Vor dem Landgericht Bonn wurden einem Versicherungsnehmer der Schutz verweigert, da er sich als „Bodenverleger“ bezeichnet hat. In Wirklichkeit hatte dieser seinen Lebensunterhalt jedoch ausschließlich als Schwarzarbeiter verdient.

Auch wenn eine falsche Berufsangabe nicht immer als arglistig gewertet wird, kann sie doch zum Rücktritt berechtigen. Bestand kein Zusammenhang zwischen Leistungsfall und Anzeigepflichtverletzung, so besteht dennoch weiterhin Leistungspflicht für den Versicherer. Wird der Versicherte aber wieder berufsfähig, so endet der Versicherungsschutz. Für eine weitere Leistung steht er dann nicht mehr zur Verfügung. Geregelt ist dies in § 21 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Die Definition des versicherten Berufes ist entscheidend

Die Definition des versicherten Berufes in den Bedingungen entscheidet in vielen Fällen über Rentenleistung oder Ablehnung. Vorteilhaft ist es, wenn sich in den Bedingungen folgende Regelungen finden (meist in den §§ 2 und 3):
„Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens 6 Monate außerstande ist, ihren versicherten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, auszuüben. […] Als versicherter Beruf gilt die berufliche Tätigkeit, die zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübt wurde. Bei Hausfrauen und –männern ist die hauswirtschaftliche Tätigkeit versichert.

Übt die versicherte Person bei Eintritt der Berufsunfähigkeit keine berufliche Tätigkeit aus, gilt die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit als versichert.“Damit besteht auch Versicherungsschutz bei vorübergehendem oder dauerhaftem Ausscheiden aus dem Berufsleben, sei es auf Grund von Mutterschutz, Arbeitslosigkeit oder freiwilliger Entscheidung für eine Tätigkeit als Hausfrau oder Hausmann. Grundsätzlich hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 3.4.1996 festgelegt, dass maßgebend die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in ihrer konkreten Ausgestaltung ist. Maßgeblich sei hingegen nicht die Bezeichnung im Versicherungsantrag, im Versicherungsschein oder das allgemeine Berufsbild. Wer also „technischer Zeichner“ gelernt hat und nun als „Lagerist“ arbeitet, muss auch den Lageristen als Beruf angeben!

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