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Rentenversicherung Lexikon

Unser Rentenversicherung Lexikon bietet Ihnen eine alphabetische Übersicht der Fachbegriffe und Begriffserklärungen aus den Bereichen Finanzen und Versicherungen, die oftmals von Bedeutung und Interesse sind. Die Begriffe werden kurz und einfach erklärt.

Unser Rentenversicherung Lexikon haben wir zur besseren Übersicht nach einzelnen Fachbegriffen und Begriffserklärungen alphabetisch aufgelistet und systematisch gegliedert, u.a. Alterseinkünftegesetz, Altersrente, Private Altersvorsorge, Betriebliche Altersvorsorge, Arbeitsentgeld, Beratungsleistung, Besteuerung, Ertragsanteil, Gestzliche Rentenversicherung, Rentengarantiezeit, Rentenformel, etc. Auf censio.de können Sie eine Private Altersvorsorge, Rürup Rente, Riester Rente, oder eine Private Rentenversicherung vergleichen, sparen und abschließen. Unser Versicherungsportal censio.de der Versicherungsvergleich ist bestrebt, dass Versicherungslexikon laufend zu aktualisieren und mit weiteren Begriffen zu vervollständigen. Sollten Sie auf unserem Versicherungslexikon einzelne Fachbegriffe oder Erklärungen nicht finden, kontaktieren Sie uns bitte, denn wir sind bestrebt, unser Rentenversicherung Lexikon zu vervollständigen. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Mithilfe.

A – Begriffe

Ablaufleistung

Private Rentenversicherung: Die Ablaufleistung ist der Betrag, der Ihnen bei Vertragsende (Erlebensfall) ausgezahlt wird. Sie setzt sich aus dem garantierten Todes- bzw. Erlebensfallkapital plus Gewinnanteilen zusammen. Die Gewinnanteile sind nicht garantiert.

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Abrechnungsverband, Gewinnverband

Private Rentenversicherung: Die Höhe der Gewinnbeteiligung einer einzelnen Versicherung richtet sich nach dem Gewinn des Abrechnungsverbandes, dem sie angehört. In einem Abrechnungsverband sind gleichartige Versicherungen einer Gesellschaft zusammengefasst. Es gibt beispielsweise einen Abrechnungsverband für die kapitalbildende Lebensversicherung oder für die Rentenversicherung.

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Abschlusskosten

Private Rentenversicherung: Die Abschlusskosten zählen zum Kostenanteil in Ihrem Versicherungsbeitrag. Sie umfassen neben der an den Vermittler zu zahlenden Abschlussprovision unter anderem auch die sonstigen Aufwendungen für den Außendienst sowie die Aufwendungen für Werbung, die Antragsbearbeitung und Risikoprüfung.
Bei den Altersvorsorgeverträgen im Sinne des Altersvermögensgesetzes (AvmG, 2001), auch “Riester-Renten” genannt, müssen die Abschlusskosten über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren verteilt werden.

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Aktienfonds

Ein Aktienfonds ist eine Kapitalanlageform, bei der die Kapitalanlagegesellschaft das Geld ihrer Kunden nur in Aktien anlegt. Die Anlagegesellschaft kann sich bei einzelnen Fonds auf spezielle Gruppen von Aktien beschränken. Beispielsweise können Fonds nur deutsche Aktien oder nur europäische Aktien oder nur Aktien aus einzelnen Wirtschaftszweigen usw. enthalten. Dabei wird unterschieden, wie risikobehaftet die einzelnen Aktien sind. Hieraus ergeben sich dann unterschiedliche Risikoklassen.
Im Rahmen der privaten Rentenversicherung spielen Aktienfonds eine wichtige Rolle bei fondsgebundenen Rentenversicherungen.

Rentenversicherungen, fondsgebundene

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Alterseinkünfte-Gesetz

Alterseinkünfte-Gesetz ab 1.1.2005
(auch: Altersvermögensgesetz od. Alterseinkommensgesetz)
Ziel des AltEinkG ist eine steuerliche Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und den Beamtenpensionen. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 06.03.2002 festgestellt, dass die unterschiedliche Besteuerung von gesetzlichen Renten und Beamtenpensionen verfassungswidrig ist.
Der Gesetzgeber war durch dieses Urteil gezwungen, für eine Gleichbehandlung zu sorgen. Dies geschieht in einer Übergangszeit von 35 Jahren. Nach Zustimmung des Bundesrates 2004 zum Vorschlag des Vermittlungsausschusses trat das Alterseinkünftegesetz 2005 in Kraft. Zugleich hat der Gesetzgeber die Gelegenheit genutzt, die Bedingungen für die Altersvorsorge durch Steuervergünstigungen zu verbessern und die Attraktivität der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge (z. B. Riester-Rente) zu erhöhen.
Kernpunkte der Reform (3-Schichten-Modell)
1.) Basisversorgung

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • Beamtenversorgung
  • berufsständische Versorgung
  • landwirtschaftliche Alterskassen
  • private Basisrente (Rürup)
    2.) Zusatzversorgung
  • betriebliche Altersversorgung
  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Unterstützungskasse
  • Pensionsfonds
  • Pensionszusage
  • Riester-Rente
    3.) Kapital-Anlage-Produkte
  • private Kapital- und Rentenversicherungen o. Förderungen
  • Fondsprodukte
  • Bankprodukte
    Kernpunkt ist die Steuerfreistellung der Beiträge zur 1. und 2. Schicht und die nachgelagerte Besteuerung der Leistungen.
    Rentenversicherung, gesetzliche

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Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Die Regelaltersgrenze für den Bezug einer gesetzlichen Rente wird zwar für die Jahrgänge 1947 bis 1964 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Dennoch werden Arbeitnehmer, die eine Wartezeit von 45 Jahren zurückgelegt haben (das sind: “besonders langjährig Versicherte”), auch weiterhin mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können.
Bedingungen sind: Die 45-jährige Wartezeit kann nur durch Pflichtbeitragszeiten aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung und durch Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege erfüllt werden, nicht dagegen z. B. durch Anrechnungs- oder Beitragszeiten auf Grund von Arbeitslosigkeit oder Bezug von Arbeitslosengeld.
Altersrente für langjährig Versicherte

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Altersrente für Frauen

Frauen haben Anspruch auf diese Altersrente, wenn sie das 60. Lebensjahr vollendet, nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet und die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben.
Die Altersgrenze für diese Rente wurde von 60 Jahren stufenweise auf 65 Jahre angehoben. Betroffen von dieser Anhebung sind alle Frauen der Geburtsjahrgänge ab 1940. Bei vorzeitigem Rentenbeginn wird die Rente dauerhaft um 0,3 % je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme gekürzt. Für Frauen, die nach 1951 geboren sind, gibt es die Altersrente für Frauen nicht mehr.

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Altersrente für langjährig Versicherte

Die Altersgrenze bei der “Rente für langjährig Versicherte” wird schrittweise auf 67 Jahre angehoben.
Nach 35 Versicherungsjahren können Arbeitnehmer die Altersrente für langjährig Versicherte schon mit 63 Jahren beanspruchen. Allerdings sind Abschläge in Höhe von 0,3 % für jeden Monat, den Sie vor der gesetzlichen Altersgrenze die Rente beanspruchen, in Kauf zu nehmen. Pro Jahr sind dies 3,60 %.

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Altersrente für Schwerbehinderte, Berufs- oder Erwerbsunfähige

Anspruch auf diese Altersrente haben in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet, die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben und bei Beginn des Rentenbezugs anerkannt schwerbehindert (Behindertengrad mind. 50 %), berufs- oder erwerbsunfähig sind.
Die Altersgrenze wird stufenweise in 36 Monatsschritten auf das 63. Lebensjahr angehoben. Wird die Rente dennoch vorzeitig in Anspruch genommen, so erfolgt eine lebenslange Kürzung um 0,3 % für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns. Betroffen hiervon sind die Geburtsjahrgänge ab 1941.
Seit 2001 muss neben der Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit auch eine Schwerbehinderung von mindestens 50 % vorliegen.

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Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

Anspruch auf diese Altersrente haben in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, innerhalb der letzten 1½ Jahre vor Beginn der Rente insgesamt 52 Wochen arbeitslos waren oder 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit ausgeübt haben, in den letzten 10 Jahren vor Beginn der Rente 8 Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben und die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben.
Die Altersgrenze von 60 Jahren für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit wird seit Januar 1997 in 60 Monatsschritten stufenweise auf 65 Jahre angehoben. Alle Versicherten ab dem Geburtsjahrgang 1937 können diese Rente demnach erst später in Anspruch nehmen oder müssen bei einem früheren Rentenbeginn eine dauerhafte Kürzung ihrer Rente um 0,3 % für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme hinnehmen. Für Versicherte, die nach 1951 geboren sind, gibt es diese Rente nicht mehr.

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Alterssicherung der Landwirte

Die Alterssicherung der Landwirte ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung. Träger sind die landwirtschaftlichen Alterskassen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

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Altersvermögensergänzungsgesetz (AvmEG)

siehe:
Altersvermögensgesetz

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Altersvermögensgesetz

siehe:
Alterseinkünfte-Gesetz

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Altersversorgung, betriebliche

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) zählt zur zweiten Schicht der Altervorsorge und ist ein wichtiges Standbein zur Minimierung Ihrer Versorgungslücken im Rentenalter. Als Arbeitgeber-Sozialleistung werden Ihnen auf Basis eines bestehenden Arbeitsverhältnisses Leistungen bei Alter, Invalidität oder Tod zusagt. Dabei kann die bAV vom Arbeitgeber und/oder vom Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) finanziert werden.
Sie können eine Entgeltumwandlung verbindlich verlangen. Es ist jedoch Ihre freie Entscheidung, ob Sie diesen Anspruch geltend machen möchten. Die Entgeltumwandlung führt dazu, dass Sie auf Gehalt verzichten und im Gegenzug vom Arbeitgeber eine wertgleiche Versorgungszusage erhalten.
Es gibt fünf verschiedene Durchführungsformen der bAV, die ein Arbeitgeber grundsätzlich frei auswählen kann. Sie unterscheiden sich aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht sowie hinsichtlich des Trägers. Zudem muss differenziert werden, ob die Durchführung unmittelbar über den Arbeitgeber (Zweierbeziehung Arbeitgeber-Arbeitnehmer) oder mittelbar über einen externen Versorgungsträger (Dreierbeziehung Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Versorgungsträger) erfolgt. Zur Verfügung stehen:

  • Pensionszusage (unmittelbar)
  • Direktversicherung (mittelbar)
  • Pensionskasse (mittelbar)
  • Unterstützungskasse (mittelbar)
  • Pensionsfonds (mittelbar)
    Direktversicherung

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Altersversorgung, private

Die private Altersversorgung ist neben der gesetzlichen und der betrieblichen Altersversorgung die dritte Säule im Altersssicherungssystem in Deutschland. Sie umfasst alle Maßnahmen, die dem Vermögensaufbau für das Rentenalter dienen. Versorgungslücken, die durch den Wegfall des Arbeitseinkommens und der nicht ausreichenden Versorgung durch die gesetzliche und betriebliche Altersvorsorge entstehen, sollen hiermit ausgeglichen werden.
Die Formen sind vielfältig: Die beliebtesten Formen sind die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung. Weiterhin kommen auch Fondsanlagen, Sparpläne oder Kapitalanlagen in Immobilien oder anderen Anlageobjekten (beispielsweise Kunst oder Edelmetalle) in Frage.

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Altersvorsorge, private

Private Altersvorsorge meint all Ihre Maßnahmen, die der Erhaltung Ihres Lebensstandards im Alter dienen. Wichtiges Instrument der privaten Altersvorsorge ist die private Lebensversicherung. Hier richtet sich die Höhe des Beitrages nach dem individuellen Risiko und dem Sparziel des Versicherten. Die Finanzierung erfolgt im Anlageverfahren bzw. Kapitaldeckungsverfahren.

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Angestellte / Arbeiter

Dem Gesetz nach wird noch immer zwischen Angestellten, die einer überwiegend geistigen Tätigkeit nachgehen, und Arbeitern, die eine überwiegend körperliche Tätigkeit ausüben, unterschieden.
Die Entstehung des Industriezeitalters im vorigen Jahrhundert brachte auch ein großes Problem mit sich. Die soziale Absicherung der Arbeitnehmer. Auf taktisch kluges Anraten von Reichskanzler Bismarck sah sich Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1881 veranlasst, “etwas für die Förderung des Wohles der Arbeiter zu tun”. Es entstanden Gesetze zum Schutz der Arbeiter gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und zur Altersversorgung.
1889 wurde die gesetzliche Rentenversicherung der Arbeiter gegründet.
Die Privatangestellten verlangten mit steigendem Einkommen nach einer höheren sozialen Absicherung als die der Arbeiter. 1911 wurde daraufhin die gesetzliche Rentenversicherung für Angestellte eingeführt.

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Anlageformen, begünstige

Begriff der Rentenreform 2001: Im Rahmen des Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert. Gefördert und damit vom Gesetz begünstigt sind die Geldanlagen in bestimmten Anlageformen (Altersvorsorgeverträge). Diese Anlageformen müssen bestimmte Kriterien erfüllen um als Altersvorsorgeverträge zugelassen zu werden (Zertifizierung).
Als wichtigste Anlageformen kommen in Betracht: private Rentenversicherung, klassische Lebensversicherungen, fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, Banksparpläne, Aktienfondssparpläne usw.
Die wichtigsten Anbieter hiervon sind: Versicherungsunternehmen, Banken, Pensionskassen und Kapitalanlagegesellschaften.
Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG)

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Anlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren

Finanzierungsform der privaten Lebensversicherung. Zur Deckung zukünftiger Leistungen wird Kapital zurückgestellt. Dagegen funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageverfahren.

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Anrechnungszeiten

Anrechnungszeiten sind beitragsfreie Zeiten. Es handelt sich um Zeiten, in denen der Versicherte durch besondere persönliche Umstände gehindert ist, Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) zu zahlen. Durch Anrechnungszeiten sollen Beitragsverluste ausgeglichen werden. Anrechnungszeiten sind z.B. Zeiten der Schwangerschaft oder Mutterschaft während der gesetzlichen Mutterschutzfristen, des Schulbesuches und Studiums sowie der beruflichen Ausbildung.

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Anzeigepflicht, vorvertragliche

Private Rentenversicherung: Vor dem Abschließen eines Vertrages müssen Sie, als Versicherungsnehmer, alle Ihnen bekannten Umstände, die für die Übernahme des versicherten Risikos duch die Versicherungsgesellschaft erheblich sind, dem Versicherer angeben. Bei Lebensversicherungen und auch bei Berufsunfähigkeits(-zusatz-)versicherungen haben Fragen zum Gesundheitszustand besondere Bedeutung. Bei schuldhafter Verletzung hat der Versicherer Ihnen gegenüber das Recht zum Rücktritt innerhalb von 10 Jahren. Diese Frist wird in vielen Versicherungsbedingungen eingeschränkt auf 3 Jahre. Wird Ihnen arglistige Täuschung nachgewiesen, hat der Versicherer das Recht zur Anfechtung innerhalb eines Jahres nach Entdeckung der Täuschung. Ein Rücktritt nach Eintritt des Versicherungsfalls ist möglich, wenn die Anzeigepflichtverletzung kausal mit dem Versicherungsfall zusammenhängt.

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Arbeitseinkommen

Das Arbeitseinkommen ist Grundlage der Beitragsberechnung für versicherungspflichtige Selbstständige. Das Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus der versicherungspflichtigen selbstständigen Tätigkeit.

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Arbeitslosigkeit

Arbeitslos ist, wer keine Arbeit hat, der der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und sich beim Arbeitsamt gemeldet hat.
Zeiten der Arbeitslosigkeit mit Leistungsbezug sind ab 1.1.1992 Pflichtbeitragszeiten. Versicherte, die Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe beziehen, sind demnach grundsätzlich versicherungspflichtig und erwerben Beitragszeiten in der Rentenversicherung.
Die Beiträge werden von der Bundesversicherungsanstalt für Arbeit alleine getragen. Bemessungsgrundlage für die Beiträge sind 80% des Arbeitsentgelts, aus dem sich die Lohnersatzleistung berechnet.

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Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit ist ein Begriff aus der Krankenversicherung. Arbeitsunfähigkeit besteht, wenn nicht ohne Gefahr für Gesundheit oder Verschlimmerung eines bestehenden Leidens der bisherigen Arbeit nachgegangen werden kann. Arbeitsunfähigkeit entspricht nicht der Berufsunfähigkeit, die Sie eventuell aus der gesetzlichen Rentenversicherung kennen.
Zeiten der Krankheit mit Leistungsbezug sind ab 1.1.1992 Pflichtbeitragszeiten. Versicherte, die wegen Krankheit vorübergehend arbeitsunfähig sind, erhalten Krankengeld für die Dauer von längstens 78 Wochen. Die gesetzlich vorgeschriebene 6-wöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist in diesem Zeitraum enthalten.
Versicherte, die Krankengeld beziehen, sind demnach grundsätzlich versicherungspflichtig und erwerben Beitragszeiten in der Rentenversicherung. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung wird je zur Hälfte vom Versicherten und der Krankenkasse getragen.

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Arbeitsunfall

Der Arbeitsunfall ist der Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV). Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den der versicherte Arbeitnehmer bei der Ausübung seiner von der Unfallversicherung erfassten Arbeit oder auf dem direkten Weg zu und von der Arbeitsstätte erleidet.
Neben dem Arbeitsunfall sind in der GUV auch Berufskrankheiten versichert.

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Aufschubzeit

Der Begriff Aufschubzeit steht für den Zeitraum zwischen dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung bis zur ersten Rentenzahlung.
Während der Aufschubzeit wird das für die Rentenzahlung erforderliche Kapital durch die Entrichtung des laufenden Beitrags und Gewinngutschriften seitens des Unternehmens angespart. Nach Ablauf der Aufschubzeit wird die vereinbarte Rente ausgezahlt.

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AVB

Abkürzung für “Allgemeine Versicherungsbedingungen”.

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B – Begriffe

BAFin

Abkürzung für die “Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht”. Die BAFin ist dem Bundesministerium der Finanzen unterstellt. Sie ist die staatliche Behörde, die die privaten Versicherungsunternehmen beaufsichtigt.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin)

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BAFin

Abkürzung für die “Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht”. Die BAFin ist dem Bundesministerium der Finanzen unterstellt. Sie ist die staatliche Behörde, die die privaten Versicherungsunternehmen beaufsichtigt.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin) [

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Balkone

Balkongeländer und deren Verkleidungen aus Holz, Kunststoff oder anderen Werkstoffen sind versicherte Gebäudebestandteile. Balkonblumenkästen und deren Pflanzen sind versichertes Gebäudezubehör. Wenn diese Dinge vom Mieter eingefügt wurden, sind sie über die Hausrat-Versicherung des Mieters versichert.

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Bauartklasse

Bei der Beitragskalkulation durch den Versicherer spielt die Bauartklasse eine wichtige Rolle für die Kalkulation des Feuerrisikos. Es gibt 5 Bauartklassen (kurz: BA-Klassen). Entscheidend für die Einstufung in die Bauartklassen sind die Bauweise der Außenwände und des Daches; keine Rolle spielen hingegen die Art der Beheizung oder die sonstige Nutzung des Gebäudes. Einige Unternehmen verzichten auf die Unterteilung des Tarifes nach Bauartklassen. Andere erheben nur einen Zuschlag für Ried-, Stroh- oder Holzdach.

Beitragsberechnung

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BAV

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) zählt zur zweiten Schicht der Altervorsorge und ist ein wichtiges Standbein zur Minimierung Ihrer Versorgungslücken im Rentenalter. Als Arbeitgeber-Sozialleistung werden Ihnen auf Basis eines bestehenden Arbeitsverhältnisses Leistungen bei Alter, Invalidität oder Tod zusagt. Dabei kann die bAV vom Arbeitgeber und/oder vom Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) finanziert werden.
Sie können eine Entgeltumwandlung verbindlich verlangen. Es ist jedoch Ihre freie Entscheidung, ob Sie diesen Anspruch geltend machen möchten. Die Entgeltumwandlung führt dazu, dass Sie auf Gehalt verzichten und im Gegenzug vom Arbeitgeber eine wertgleiche Versorgungszusage erhalten.
Es gibt fünf verschiedene Durchführungsformen der bAV, die ein Arbeitgeber grundsätzlich frei auswählen kann. Sie unterscheiden sich aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht sowie hinsichtlich des Trägers. Zudem muss differenziert werden, ob die Durchführung unmittelbar über den Arbeitgeber (Zweierbeziehung Arbeitgeber-Arbeitnehmer) oder mittelbar über einen externen Versorgungsträger (Dreierbeziehung Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Versorgungsträger) erfolgt. Zur Verfügung stehen:

  • Pensionszusage (unmittelbar)
  • Direktversicherung (mittelbar)
  • Pensionskasse (mittelbar)
  • Unterstützungskasse (mittelbar)
  • Pensionsfonds (mittelbar)
    Hinweis: Früher war “BAV” auch Abkürzung für das ehemalige “Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen”. Im Mai 2002 wurde das Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen integriert in die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin).
    Alterseinkünfte-Gesetz

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Begünstigte Personen

Begriff der Rentenreform 2001. Im Rahmen des reformierten Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert. Personen, die diese Förderung erhalten können, also durch das Gesetz begünstigt werden, sind:

  • Arbeitnehmer des privaten Sektors, die in einem versicherungspflichtigen Verhältnis stehen
  • in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Pflichtversicherte
  • Selbstständige
  • Pflegepersonen
  • Kindererziehende ohne Einkommen für Kindererziehungszeiten
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Lohnersatzleistungsbezieher
  • Vorruhestandsgeldbezieher
  • Auf 400 Euro-Basis-Beschäftigte, die den pauschalen Arbeitgeberbeitrag zur GRV auf eigene Kosten auf den vollen Beitrag aufstocken
  • Pflichtversicherte Landwirte
    Nicht begünstigt durch das Gesetz sind also unter anderem:
  • Beamte und Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, denen eine beamtenähnliche Gesamtversorgung (z.B. VBL) gewährleistet ist
  • Selbstständige, die nicht pflichtversichert in der GRV sind (außer wenn der Ehegatte pflichtversichert ist)
  • geringfügig Beschäftigte (400 Euro-Kräfte)
  • freiwillig Versicherte der GRV
    Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG)

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Beispielrechnungen

Beispielrechnungen zur Lebens- und privaten Rentenversicherung stellen den möglichen Verlauf zukünftiger Überschussbeteiligungen dar. Diese können jedoch nicht garantiert werden, denn die tatsächliche Überschussentstehung hängt ab von den Kapitalerträgen, vom Sterblichkeitsverlauf und von den Verwaltungskosten. Die vom Versicherer den Kunden vorgelegten Beispielrechnungen müssen jedoch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin) genehmigt werden. Dies geschieht erst dann, wenn der Nachweis der Finanzierbarkeit erbracht ist.
Anlageformen, begünstigte

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Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen sind. Von über dieser Grenze liegenden Gehaltsanteilen zahlen Sie keine Beiträge.
Monatliche Beitragsbemessungsgrenzen für 2009:
Gesetzliche Rentenversicherung
5.400,- € (West), 4.550,- € (Ost)
Gesetzliche Arbeitslosenversicherung
5.400,- € (West), 4.550,- € (Ost)
Gesetzliche Krankenversicherung
3.675,- € brutto pro Monat (Ost & West)
Gesetzliche Pflegeversicherung
3.675,- € brutto pro Monat (Ost & West)

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Beitragsbemessungsgrundlage, 1/12 der

Die Beitragsbemessungsgrundlage ist für Arbeiter und Angestellte das versicherungspflichtige Arbeitsentgelt, für Selbstständigeständige das versicherungspflichtige Arbeitseinkommen. Für freiwillig Versicherte ist eine Mindestbeitragsbemessungsgrundlage festgesetzt; sie beträgt 1/7 der monatlichen Bezugsgröße.
Pflichtversicherte Selbstständige zahlen den Regelbeitrag. In den ersten drei Kalenderjahren nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit besteht die Möglichkeit, auf Antrag Beiträge lediglich in Höhe des halben Regelbeitrages zu entrichten.
Bei Nachweis eines höheren oder niedrigeren Arbeitseinkommens (Gewinn) wird das tatsächliche Einkommen bis zur Höhe der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze als Beitragsbemessungsgrundlage herangezogen. Der pflichtversicherte Selbstständige zahlt dann einen Beitrag gemäß Beitragssatz aus einem Zwölftel (1/12) der Bemessungsgrundlage.
Regelbeitrag

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Beitragsfreie Zeiten

siehe:
Zeiten, beitragsfreie

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Beitragsfreistellung

Befreiung von der Beitragszahlung erfolgt auf Antrag des Versicherungsnehmers oder durch Kündigung des Versicherers wegen Zahlungsverzuges. Die Folge ist die Herabsetzung der Versicherungsleistung auf die beitragsfreie Versicherungsleistung (§ 174 VVG) oder ein Erlöschen der Versicherung, falls kein Deckungskapital vorhanden ist. Bei Vertragsende (Tod oder Erlebensfall) wird die beitragsfreie Versicherungssumme zuzüglich Überschussanteilen ausgezahlt.

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Beitragsgeminderte Zeiten

siehe:
Zeiten, beitragsgeminderte

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Beitragsleistung

Bevor der Versicherte Anspruch auf eine Rente hat, muss er u.a. mindestens eine Zeit lang der Versicherung angehört haben (Wartezeiterfüllung). Die Höhe der Rente hängt wesentlich von der Anzahl und Höhe der Beiträge ab, die der Versicherte in seinem Versicherungsleben entrichtet hat (Beitragsleistung).

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Beitragspflichtiges Entgelt

Gesetzliche Rentenversicherung. Eine einfache Definition für “beitragspflichtiges Entgelt” ist bei Arbeitnehmern zu geben: Hier entspricht das beitragspflichtige Entgelt dem auf der Lohnsteuerkarte ausgewiesenen Bruttogehalt.
Denn dazu gehört auch der Teil des Gehaltes, der eventuell über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Bei anderen Personengruppen gibt es abweichende Definitionen:

  • Auszubildende und Praktikanten:
    Erzieltes Arbeitsentgelt, mindestens 1% der Bezugsgröße (in 2001: 235 € (west), bzw. 196 € (ost)
  • Scheinselbstständige Arbeitnehmer:
    Entweder nachgewiesenes Einkommen oder die Bezugsgröße (in 2002: 2.345 € (west) bzw. 1.960 € (ost)
  • Geringfügig Beschäftigte, die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichten: Arbeitsentgelt, mindestens aber 155 Euro
  • Selbstständige:
    Gewinn gemäß Einkommensteuergesetz, sonst Pauschalbetrag gemäß §155 SGB V

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Beitragsrückgewähr

Die Beitragsrückgewähr ist eine Todesfallleistung einer privaten Rentenversicherung. Stirbt der Versicherte während der Aufschubzeit (also vor Rentenbeginn), kann die Rückzahlung der Beiträge zuzüglich der darauf entfallenen Überschussbeteiligung vereinbart werden.
Neuerdings gibt es auch Tarife am Markt, bei denen der Versicherte nach Einsetzen der Rentenzahlung das vorhandene Kapital jederzeit in einer Summe abfordern kann.
Rentengarantiezeit

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Beitragssatz

Prozentsatz vom Bruttoverdienst, der bei Pflichtversicherten als Beitrag an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen ist. Der Beitragssatz wird jährlich vom Gesetzgeber festgelegt. Der Beitragssatz beträgt
19,9 % (Stand: 2009). Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Beitrag je zur Hälfte.
In der knappschaftlichen Rentenversicherung gilt ein höherer Beitragssatz und eine andere Beitragsaufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

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Beitragszahler

Private Rentenversicherung: Beim Versicherer als Zahler der Beiträge geführte natürliche Person (Otto Normalverbraucher) oder juristische Person (Unternehmen). Beitragszahler, Versicherungsnehmer und versicherte Person können eine Person, zwei verschiedene oder sogar drei verschiedene Personen sein.

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Beitragszahlung, laufende

Private Rentenversicherung: Zahlung des für die Versicherung zu entrichtenden Entgelts in Jahres-, Halbjahres-, Vierteljahres oder Monatsbeiträgen.

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Beitragszahlungsdauer

Private Rentenversicherung: Zeitraum, in dem Beiträge zu einer Versicherung zu entrichten sind. Sie kann von der Versicherungsdauer abweichen.

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Beitragszuschuss

Rentenempfänger, die nicht in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert sind, können einen monatlichen Zuschuss zu den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Die Höhe richtet sich nach der Rentenhöhe, nicht nach der Beitragshöhe. Der Zuschuss muss beantragt werden.

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Belegungsfähiger Gesamtzeitraum

siehe:
Gesamtzeitraum, belegungsfähiger

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Berechnungsfaktor 200

Private Rentenversicherung: Der Berechnungsfaktor 200 wird bei der Berechnung des Versorgungskapitals verwendet. Mit einem Kapital von 50.000 € lassen sich mit einer Verzinsung von 6% jährlich 3.000 €, also monatlich 250 € an Zinsen erzielen. Das sind genau 1/200 von 50.000 €. Der Umkehrschluss: Bei einer monatlichen Versorgungslücke von 250 € ergibt sich mit dem Berechnungsfaktor 200 ein notwendiges Versorgungskapital von 50.000 €.

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Berechtigter

Wem im Rahmen eines Altersvorsorgevertrages gemäß dem Altersvermögensgesetz (AvMG) eine Zulage gewährt werden kann, wird als “Förderungsberechtigter” oder auch “Berechtigter” bezeichnet.
Altersvermögensgesetz (AvMG)

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Berücksichtigungszeiten

Durch Berücksichtigungszeiten können Rentenansprüche aufrecht erhalten werden. Die Zeit der Erziehung eines Kindes bis zur Vollendung seines 10. Lebensjahres definiert die Berücksichtigungszeit. Werden mehrere Kinder zeitgleich erzogen, endet die Berücksichtigungszeit stets mit dem 10. Geburtstag des zuletzt geborenen Kindes.
Vom 1.1.1992 bis zum 31.3.1995 konnten außerdem Berücksichtigungszeiten für die Zeit der ehrenamtlichen Pflege eines Pflegebedürftigen erworben werden.

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Berufsausbildung

Zeiten Ihrer beruflichen Ausbildung sind Beitragszeiten. Als Zeiten einer beruflichen Ausbildung gelten die ersten 36 Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
Da die Arbeitsverdienste und damit auch die Pflichtbeiträge während der Berufsausbildung meist gering sind, werden diese Zeiten zusätzlich als Anrechnungszeit gewertet. Diese Zeiten sind dadurch beitragsgeminderte Zeiten. Es erfolgt ggf. eine Anhebung ihres Wertes auf 75% des individuellen Gesamtleistungswertes, höchstens jedoch auf 0,75 Entgeltpunkte pro Jahr (= 0,0625/Monat).

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Berufsgenossenschaft (BG)

Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV). Im Bundesgebiet gibt es eine Vielzahl verschiedener Berufsgenossenschaften, die teils geografisch, teils nach Wirtschaftszweigen geordnet sind. Pflichtmitglieder der Berufsgenossenschaften sind die Unternehmer, während die Arbeitnehmer in den Betrieben Versicherte der GUV sind.
Die Höhe der Pflichtbeiträge zur GUV hängt in erster Linie vom Arbeitsentgelt der versicherten Arbeitnehmer und dem Grad der Unfallgefahr im Unternehmen ab. Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind u.a. Leistungen zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit, Verletztengeld, Verletztenrente.

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Berufsunfähigkeit

Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung auf weniger als die Hälfte derjenigen von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten gesunken ist. (§ 43 SGB VI)
Erwerbsminderung

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Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ)

Die BUZ sichert das Risiko der Berufsunfähigkeit ab und bildet als Zusatzversicherung mit der Hauptversicherung eine Einheit. Bei Abschluss der BUZ kann zwischen zwei Leistungsvarianten gewählt werden: Entweder Sie entscheiden sich für die Beitragsbefreiung für die Hauptversicherung oder für die Beitragsbefreiung für die Hauptversicherung in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsrente. Eine Berufsunfähigkeitsrente wird für die Dauer der Berufsunfähigkeit, längstens bis zum Ende der Leistungsdauer, gezahlt.
Berufsunfähigkeitsversicherung, selbstständige

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Berufsunfähigkeitsrente

siehe:
Berufsunfähigkeit

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Berufsunfähigkeitsversicherung, selbstständige

Bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Absicherung der Berufsunfähigkeit nicht an eine Lebensversicherung gekoppelt. Im Prinzip leistet sie dasselbe wie die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ). Im Unterschied zur BUZ kann jedoch nicht die beitragsfreie Fortführung einer Lebensversicherung versichert werden. Interessant kann die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung für Personen sein, die keine Hinterbliebenen absichern müssen und kein Kapital ansparen möchten. Oder für Berufsanfänger, weil die gesetzlichen Ansprüche in den ersten Berufsjahren eine ausreichende Versorgung nicht sichern können.
Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ)

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Beschäftigte, geringfügig

Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt vor, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt die Höchstgrenze von 400 € pro Monat nicht übersteigt. Der Betrag ist bundeseinheitlich festgeschrieben und nicht dynamisch. Die Zeitgrenze von weniger als 15 Stunden pro Woche wurde abgeschafft, Obergrenzen für den Stundenlohn existieren ebenfalls nicht.
In welchem Umfang Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden müssen, hängt von der Art der Beschäftigung ab. Arbeitgeber zahlen Pauschalbeiträge von max. 30,1 % des Verdienstes. Die Abgaben bei Minijobs in Privathaushalten sind geringer und bei kurzfristigen geringfügigen Beschäftigungen fallen i. d. R. gar keine Pauschalabgaben an.

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Beschäftigung, versicherungspflichtige

Bei einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit werden Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) gezahlt. Die Beitragszahlung erfolgt entweder auf Grund gesetzlicher Verordnung oder auf persönlichen Antrag.

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Besteuerung

Zusammen mit dem Altersvermögensgesetz (AVmG) wurden im Einkommensteuergesetz Änderungen vorgenommen. Für die Beiträge und Erträge der neuen geförderten Altersvorsorge (die so genannte “Riester-Rente”) ist eine partielle nachgelagerte Besteuerung vorgesehen. Das heißt: Dadurch, dass die Beiträge, die der Versicherte aufbringt, steuerlich geltend gemacht werden können, bleiben Sie in der Ansparphase steuerfrei. Auch die in dieser Zeit erzielten Erträge und die gewährten Zulagen bleiben steuerfrei. Werden die Leistungen aus der Versicherung fällig, sind diese dann zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung!). Rentenzahlungen aus einem Altersvorsorgevertrag sind also nicht nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern, so ist es in der Regel bei anderen privaten Rentenversicherungen, sondern in voller Höhe.
Zahlt der Berechtigte freiwillig einen Beitrag, der über dem förderungsfähigen Höchstbeitrag liegt, sind die Erträge aus diesem übersteigenden Teil so zu versteuern, wie Leistungen aus einer normalen privaten Rentenversicherung.
Für “normale”, nicht durch das AVmG geförderte private Rentenversicherung gilt:
Zu versteuern ist ab Leistungsbeginn nur der Ertragsanteil der ausgezahlten Rente, nicht die gesamte Rente. Wird statt einer monatlichen Rente die Kapitalabfindung gewählt, ist diese steuerfrei, wenn die Versicherung mindestens 12 Jahre gelaufen ist und davon mindestens 5 Jahre laufende Beiträge gezahlt worden sind. Ansonsten würde Kapitalertragsteuer anfallen.
Kapitalertragsteuer

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Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung (BAV) gehört zur zweiten Schicht der Altersvorsorge und wird in § 1 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) geregelt. Sie liegt vor, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer aus Anlass eines Arbeitsverhältnisses Versorgungsleistungen bei Alter, Invalidität oder Tod zusagt. Die betriebliche Altersversorgung kann von Arbeitgeber und/oder vom Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) finanziert werden.

Der Arbeitnehmer kann die Entgeltumwandlung verbindlich verlangen; es ist jedoch seine freie Entscheidung, ob er diesen Anspruch geltend machen möchte.

Die Entgeltumwandlung führt dazu, dass der Arbeitnehmer auf Gehalt verzichtet und im Gegenzug vom Arbeitgeber eine wertgleiche Versorgungszusage erhält.

Man unterscheidet fünf verschiedene Durchführungsformen der betrieblichen Altersvorsorge:

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse
  • Pensionsfonds
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Bezugsberechtigte(r)

Die von Ihnen, als Versicherungsnehmer, bestimmte Person mit dem vertraglich eingeräumten Recht auf die aus der Versicherung fällig werdenden Leistungen. Es besteht die Möglichkeit, unterschiedlich Begünstigte für den Todes- und Erlebensfall zu bestimmen. Üblicherweise wird die begünstigte Person nur für den Todesfall bestimmt. Wird kein Bezugsberechtigter bestimmt, so steht die Leistung dem Versicherungsnehmer bzw. im Todesfall seinen Erben zu. Das Bezugsrecht kann widerruflich und unwiderruflich eingeräumt werden.
Bezugsrecht

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Bezugsgröße

Gesetzliche Rentenversicherung: Die “Bezugsgröße” ist das gerundete Durchschnittsentgelt aller Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) im vorvergangenen Kalenderjahr.
Da die Einkommensverhältnisse zwischen den alten und neuen Bundesländern noch unterschiedlich sind, gibt es zwei unterschiedliche Bezugsgrößen. Für das Jahr 2009 liegen sie bei:
Alte Bundesländer
30.240,- € (jährlich), 2.520,- € (monatlich)
Neue Bundesländer
25.620,- € (jährlich), 2.135,- € (monatlich)
Entgeltpunkt

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Bezugsrecht

Unter Bezugsrecht wird das Recht verstanden, über die fällige Leistung aus der Lebensversicherung zu verfügen. Es wird normalerweise widerruflich eingeräumt, das heißt, der Versicherungsnehmer kann die Bezugsberechtigung jederzeit widerrufen und eine andere Person einsetzen. Falls das Bezugsrecht unwiderruflich eingeräumt wird, erwirbt der unwiderruflich Bezugsberechtigte einen sofort wirksamen Rechtsanspruch auf die fällige Versicherungsleistung, der allerdings erst mit Eintritt des Versicherungsfalls realisiert werden kann. Die Gestaltungsrechte bleiben weiterhin beim Versicherungsnehmer. Sie sind nur insoweit eingeschränkt, als der Versicherungsnehmer das Recht des unwiderruflich Bezugsberechtigten nicht einseitig entziehen kann.

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Bindefrist

Private Rentenversicherung. Ein Versicherungsvertrag kommt zu Stande, indem der Versicherungsnehmer einen Antrag stellt und dieser durch die Versicherungsgesellschaft angenommen wird. Da die Versicherungsgesellschaft Zeit benötigt, um den Antrag zu prüfen, muss sich der Antragsteller an den Antrag gebunden halten (in der Regel 6 Wochen). Dies ist die Gebundenheitsfrist. Sie wird allerdings dadurch aufgeweicht, dass der Antragsteller aus Verbraucherschutzgründen wiederum ein Widerrufsrecht von in der Regel 4 Wochen hat.

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Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin)

Bundeseinheitliche, staatliche Aufsichtsbehörde für die privaten Versicherungsunternehmen. Sitz ist Bonn. Die BAFin erteilt die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb und überwacht diesen. Ziel der staatlichen Aufsicht ist, zu gewährleisten, dass die Versicherungsunternehmen ihre Leistungsversprechen gegenüber den Versicherten einhalten. Die Aufsicht erstreckt sich daher in erster Linie auf eine ständige Überprüfung der finanziellen Situation der Versicherungsunternehmen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht verfolgt im Wesentlichen drei Aufsichtsziele: Übergeordnetes Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit des gesamten Finanzsektors in Deutschland sicherstellen. Hieraus lassen sich zwei weitere Ziele ableiten: Zum einen die Solvenzsicherung bei Banken, Finanzdienstleistungsinstituten und Versicherungsunternehmen, die in der Vergangenheit vor allem vom BAKred und BAV wahrgenommen wurde, zum anderen der Schutz der Kunden und Anleger.
Kunden des Finanzdienstleistungssektors, also Kunden von Versicherungen, Banken etc., können sich bei Problemen mit einem unter der Aufsicht stehenden Unternehmen direkt an die Bundesanstalt wenden.

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Bundesbahn-Versicherungsanstalt

Die Bundesbahn-Versicherungsanstalt ist zuständig für Arbeiter und Angestellte, die bei der Deutschen Bahn AG oder Bundesbahn-Versicherungsanstalt beschäftigt sind. Ihr Sitz ist in Frankfurt am Main.

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Bundesknappschaft

Die Bundesknappschaft ist Träger der knappschaftlichen Rentenversicherung mit Sitz in Bochum und zuständig für die im Bergbau beschäftigten Arbeiter und Angestellten. In der knappschaftlichen Rentenversicherung (KnRV) wird durch eine Vielzahl von Sonderregelungen der größeren gesundheitlichen Gefährdung der in bergmännischen Betrieben beschäftigten Arbeitnehmer Rechnung getragen.
So ist hier der Beitrag höher als in der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten. Derzeit liegt er bei 26,9%. Die Arbeitnehmer zahlen 10,15%, die Arbeitgeber 16,75%. Außerdem werden Versicherungszeiten in der KnRV bei der Rentenberechnung höher bewertet. Und: es gibt zusätzliche Rentenarten für Bergleute mit einem früheren Rentenbeginn.

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C – Begriffe

D – Begriffe

Deckungsstock

Der Versicherer muss die Sparbeiträge so anlegen, dass er damit jederzeit die Verpflichtungen aus den laufenden Verträgen erfüllen kann. Diese in Form verschiedener Anlagen vorhandenen Mittel werden als Deckungsstock bezeichnet. Nach den Bestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) gelten folgende Anlagegrundsätze: Sicherheit, Rentabilität, Liquidität, Mischung, Streuung. Als Sondervermögen wird der Deckungsstock von einem Treuhänder und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin) überwacht. Der Deckungsstock ist für die Ansprüche der Versicherungsnehmer reserviert und konsequenterweise dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen.

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Direktgutschrift

Um die zeitnahe und gerechte Beteiligung an den Überschüssen zu erreichen, wird jährlich ein Teil des Überschusses direkt der Versichertengemeinschaft zugeführt. Als Direktgutschrift wird ein Betrag von (5-i)% des Guthabens des Versicherten gewährt (i = Rechnungszins, z.Z. 4%).

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Direktversicherung

Die Direktversicherung zählt zur sog. mittelbaren Durchführungsform der betrieblichen Altersversorgung (bAV), bei der ein Vertrag zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und externem Versorgungsträger abgeschlossen wird. Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, versicherte Person der Arbeitnehmer und/oder seine Hinterbliebenen. Die Beiträge können umgewandeltes Gehalt des Arbeitnehmers sein (monatliche Gehaltsumwandlung), aus einer Sonderzahlung (z. B. Weihnachtsgeld) stammen oder auch eine zusätzliche Arbeitgeberleistung sein.

Die Direktversicherung gilt als ein Grundstock der bAV. Folgende Versicherungstypen können (jedoch nicht für jede steuerliche Fördermöglichkeit) genutzt werden:

  • Rentenversicherung
  • Versicherung auf den Todes- und Erlebensfall

    (sog. gemischte Lebensversicherung oder Kapital-Lebensversicherung)

  • Versicherung nur auf den Todesfall (Risiko-Lebensversicherung)
  • Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
  • Hinterbliebenen-Zusatzversicherung
  • Unfall-Zusatzversicherung
  • Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Dread-Disease-Versicherungen (Schwere-Krankheiten-Versicherung)
  • Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr, wenn die Prämienrückgewähr dem Arbeitnehmer zusteht

Grundlegend hat sich mit In-Kraft-Treten des Alterseinkünfte-Gesetzes die Besteuerung der Direktversicherung geändert. Bei Zusagen bis zum 31.12.2004 wurden in der Regel die Beiträge in eine Direktversicherung vorgelagert pauschal mit 20 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) nach § 40 b EStG besteuert. Die Leistungen im Versorgungsfall sind steuerbegünstigt, d. h. bei Kapitalleistungen unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei und bei Rentenleistungen ist nur der Ertragsanteil zu versteuern. Seit 01.01.2005 werden die Beiträge neu abgeschlossener Direktversicherungen nun steuerfrei nach § 3 Nr. 63 EStG in die Verträge einbezahlt, die Leistungen im Versorgungsfall dafür voll versteuert. Damit hat der Gesetzgeber die drei versicherungsförmigen Durchführungswege Direktversicherung, Pesionskasse und Pensionsfonds in einer Gesetzesnorm zusammengefasst und der nachgelagerten Besteuerung unterworfen.

Altersversorgung, betriebliche

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Drei-Säulen-System

Das Drei-Säulen-System entspricht einer Grundvorstellung der Sozialpolitik, nach der die Alters- und Hinterbliebenenversorgung auf drei Säulen ruht:

1.) Gesetzliche Rentenversicherung

Finanzierung: über Pflichtbeiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber

2.) Betriebliche Altersversorgung

Finanzierung: von Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung

3.) Private Vorsorge

Finanzierung: im Anlage- bzw. Kapitaldeckungsverfahren (z. B. Riester- oder Rürup-Rente, Lebensversicherung, Aktienfonds-Sparpläne)

Alterseinkünfte-Gesetz

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Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung

In Deutschland stehen insgesamt fünf verschiedene Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zur Verfügung, die u. a. danach differenziert werden, ob die Durchführung unmittelbar über den Arbeitgeber oder mittelbar über einen externen Versorgungsträger erfolgt.

Mittelbare Durchführungswege der bAV
Die Grundlage der mittelbaren Durchführung einer bAV ist eine Dreierbeziehung zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und einem externen Versorgungsträger. Dieser wickelt die bAV für den Arbeitgeber ab und zahlt die zugesagten Leistungen im Versorgungsfall an den Arbeitnehmer. Zu den mittelbaren Durchführungswegen gehören die Direktversicherung, die Pensionskasse, die Unterstützungskasse und der Pensionsfonds.

Unmittelbarer Durchführungsweg der bAV
Die unmittelbare Durchführung der bAV basiert auf einer Zweierbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber erteilt dem Arbeitnehmer ein unmittelbares Versorgungsversprechen auf Alters-, Hinterbliebenen- und/oder Invaliditätsleistungen, ohne dass ein externer Versorgungsträger zwischengeschaltet wird. Die Pensionszusage ist der einzige unmittelbare Durchführungsweg der bAV.

Alterseinkünfte-Gesetz

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Durchschnittsbeitrag

Der Durchschnittsbeitrag ist der Beitrag, der für ein durchschnittliches Bruttoarbeitsentgelt gemäß aktuellem Beitragssatz zu zahlen ist.
Das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt eines Jahres errechnet sich aus dem jährlichen Arbeitsentgelt aller Versicherten in der GRV ohne Auszubildende. Solange die Einkommensverhältnisse in den alten und neuen Bundesländern unterschiedlich sind, gibt es zwei Durchschnittsbeiträge.

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Durchschnittsentgelt / Durchschnittsverdienst

Der Durchschnittsverdienst ist das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV), allerdings ohne Berücksichtigung der Auszubildenden. Solange die Einkommensverhältnisse zwischen den alten und neuen Bundesländern nicht angeglichen sind, wird der Durchschnittsverdienst für beide Gebiete getrennt ermittelt.
Bei der Rentenberechnung wird für jedes Kalenderjahr das individuelle Arbeitsentgelt eines Versicherten zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt aller Versicherten ins Verhältnis gesetzt.
Entgeltpunkt

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Durchschnittsverdiener

Gesetzliche Rentenversicherung. Jemand, der genau den Durchschnitt aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten verdient, der bekommt im Jahr einen Entgeltpunkt angerechnet.
Eckrentner

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Dynamik, Dynamisierung, automatische Anpassung

Private Rentenversicherung: Die Beiträge und damit die Versicherungsleistungen erhöhen sich automatisch um einen bestimmten Maßstab.
Dabei handelt es sich entweder um die Steigerung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung der Angestellten und Arbeiter bzw. um einen festen Prozentsatz. Obwohl sich der Versicherungsschutz ständig erhöht, ist keine weitere Gesundheitsprüfung erforderlich.
Durch eine private Rentenversicherung abgedeckte Versorgungslücken werden durch den Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten größer. Ihr Ausgleich kann durch den Einschluss einer so genannten “Dynamik” gesichert werden.

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E – Begriffe

Eckrentner

Altersrente, die ein Versicherter bekommt, der nach Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente geht und 45 Beitragsjahre zurückgelegt hat, in denen er stets genauso viel verdient hat, wie das Durchschnittsentgelt aller Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV).
Die Eckrente ist eine häufig verwendete Richtgröße, wenn es um die Beurteilung der Grundversorgung durch die GRV geht. Da bereits heute in die Rente eintretende Beitragszahler durchschnittlich drei Jahre weniger eingezahlt haben, ist das Konstrukt des Durchschnittsverdieners als viel zu positive Vergleichsgröße umstritten.
Durchschnittsverdiener

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Entgeltpunkt

Entgeltpunkte sind ein wesentlicher Bestandteil der Rentenformel, nach der der individuelle Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung berechnet wird. Für die Berechnung der Entgeltpunkte wird das individuelle Einkommen ins Verhältnis zum Durchschnittsverdienst aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten gesetzt.
Beispiel: Hat der Versicherte ein jährliches Einkommen in Höhe des Durchschnittseinkommens erzielt, so erhält er 1 Entgeltpunkt. Liegt das Einkommen beispielsweise 30 % über dem Durchschnitt, so resultieren daraus 1,3 Entgeltpunkte. Je mehr Entgeltpunkte der/die Versicherte erzielt, desto höher fällt seine/ihre gesetzliche Rente aus.
Rentenversicherung, gesetzliche

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Ersatzzeiten

Ersatzzeiten werden Versicherten angerechnet, denen durch Kriegsdienst im 2. Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft und Reichsarbeitsdienst Beitragsverluste in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) entstanden sind.
Auch Zeiten des Freiheitsentzugs im Gebiet der ehemaligen DDR in der Zeit vom 8.5.1945 bis 30.6.1990 werden mit Ersatzzeiten belegt, sofern die betroffenen Versicherten rehabilitiert sind oder ihr Strafurteil aufgehoben worden ist.

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Ertragsanteil

Der Ertragsanteil wird bei der Besteuerung von Renten herangezogen (Ausnahme: Renten aus Altersvorsorgeverträgen gemäß Altersvermögensgesetz, 2001).
Der Ertragsanteil stellt gewissermaßen den Zinsanteil der Rente dar. Wie hoch der Ertragsanteil der Rente ist, hängt vom Alter zu Beginn der Rentenzahlung ab. Je früher der Beginn, desto höher ist der Ertragsanteil.
Besteuerung

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Erwerbsminderung

Zum 1.1.2001 wurde die Erwerbsminderungsrente eingeführt. Diese Rente erhalten in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte. Bei Erwerbsminderung wird unterschieden zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderung. Eine teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn der Versicherte mindestens 3 Stunden, aber nicht mehr als 6 Stunden pro Tag arbeiten kann. Kann er weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten, liegt volle Erwerbsminderung vor.
Bei einer teilweisen Erwerbsminderung wird die halbe Erwerbsminderungsrente gezahlt, bei einer vollen Erwerbsminderung die volle Rente.

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Erwerbsminderungsrente

siehe:
Erwerbsminderung

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Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Versicherter wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außer Stande ist, eine Erwerbstätigkeit in gewisser Regelmäßigkeit auszuüben oder ein Einkommen zu erzielen, das 325 € übersteigt (§ 44 SGB VI).
Eine selbstständige Tätigkeit schließt Erwerbsunfähigkeit aus.

Erwerbsminderung

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Erwerbsunfähigkeitsrente

siehe:
Rente wegen Erwerbsminderung

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Erziehung mehrerer Kinder

Bei der zeitgleichen Erziehung von mehreren Kindern werden für jedes nach 1991 geborene Kind 36 Monate Pflichtbeiträge gutgeschrieben. Die Kindererziehungszeit verlängert sich dadurch um die Kalendermonate der gleichzeitigen Erziehung.
Beispiel:
Geburt des 1. Kindes:
01.01.1997
Beginn der Kindererziehungszeit:
01.02.1997
Geburt des 2. Kindes:
01.01.1998
Ende der Kindererziehungszeit:
31.01.2002

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Erziehungsrente

Diese Rente soll geschiedene Ehegatten finanziell unterstützen, die Kinder erziehen und durch den Tod des früheren Ehegatten Unterhaltsansprüche verlieren.
Anspruch auf diese Rente haben in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres,

  • die nach dem 30. Juni 1977 geschieden wurden und
  • deren geschiedener Ehegatte verstorben ist und
  • die ein eigenes Kind oder ein Kind des geschiedenen Ehegatten erziehen und
  • die nicht wieder geheiratet haben und
  • die bis zum Tode des geschiedenen Ehegatten die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt
    haben.
    Die Erziehungsrente ist eine Rente aus eigener Versicherung und errechnet sich aus den Rentenanwartschaften des lebenden Ehegatten. Sie zählt jedoch zu den Renten wegen Todes, weil der Anspruch auf diese Rente mit dem Tod des geschiedenen Ehegatten entsteht. Wurde die Ehe in den alten Bundesländern geschieden, ist die Erziehungsrente nur bei Ehescheidungen vor dem 30.6.1977 zu zahlen.

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F – Begriffe

Förderungsberechtigter

Wem im Rahmen eines Altersvorsorgevertrages (die so genannte “Riester-Rente”) gemäß dem Altersvermögensgesetz (AvMG) eine Zulage gewährt werden kann, wird als “Förderungsberechtigter” oder auch als “Berechtigter” bezeichnet.
Altersvermögensgesetz (AvMG)

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Fortführung, beitragsfreie

Private Rentenversicherung: Beitragsfreie Fortführung bedeutet, dass die Versicherung so weiterläuft, als ob weiterhin Beiträge entrichtet würden. Dies erreicht der Versicherer durch sofortige Aufstockung des vertraglich vereinbarten Deckungskapitals.

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Freibetrag (Rente wegen Berufsunfähigkeit)

Eine Rente wegen Berufsunfähigkeit wird abhängig vom erzielten Hinzuverdienst in voller Höhe, in Höhe von zwei Dritteln oder in Höhe von einem Drittel geleistet.
Detailinformation:
Die Hinzuverdienstgrenze beträgt bei einer BU-Rente in voller Höhe das 52,5-fache, bei einer BU-Rente in Höhe von zwei Dritteln das 70-fache und bei einer BU-Rente in Höhe von einem Drittel das 87,5-fache des aktuellen Rentenwertes multipliziert mit den Entgeltpunkten des letzten Kalenderjahres vor Eintritt der Berufsunfähigkeit, mindestens jedoch mit 0,5 Entgeltpunkten.

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Freibetrag (Waisenrenten nach Vollendung des 18. Lebensjahres)

Bei Bezug einer Waisenrente wird eigenes Einkommen erst angerechnet, wenn es einen bestimmten Freibetrag überschreitet. Der Freibetrag richtet sich nach dem aktuellen Rentenwert, der sich jährlich ändert.
Detailinformation: Der Freibetrag für die Waisenrenten beträgt das 17,6-fache des aktuellen Rentenwertes.
Rentenwert

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Freibetrag (Witwen-/Witwerrente)

Der Freibetrag richtet sich nach dem aktuellen Rentenwert, der sich jährlich ändert.
Der Freibetrag bei der Witwen-/Witwerrente beläuft sich auf das 26,4-fache des aktuellen Rentenwertes und er erhöht sich für jedes zu erziehende Kind um das 5,6-fache.

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Freistellungsauftrag

Ein sogenannter “Freistellungsauftrag” ist die Anweisung eines Steuerpflichtigen an sein Kreditinstitut, anfallende Zinseinnahmen vom automatischen Steuerabzug “freizustellen”.

Wurde kein solcher Auftrag erteilt oder gehen die Zinserträge darüber hinaus, so müssen die Banken 30 % der Zinserträge ihres Kunden, beziehungsweise des Mehrbetrags, an das Finanzamt abführen.

In welcher Höhe können Zinseinnahmen so von Steuern “freigestellt” werden? Seit dem 01. Januar 2007 braucht jeder Steuerpflichtige Kapitalerträge bis zu

  • 801,- € pro Jahr (Singles)
  • 1602 € pro Jahr (Verheiratete)

nicht zu versteuern. Über diese Höhe kann er Freistellungsaufträge an kapitalanlegende Einrichtungen geben.

Kapitalerträge, für die er eigentlich Kapitalertragsteuern zu zahlen hätte, bleiben dadurch steuerfrei.

Eheleute, so sie gemeinsam steuerlich veranlagt sind, müssen jedem Kreditinstitut einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen.

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Freiwillige Versicherung

Wer nicht bereits pflichtversichert ist, kann sich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichern. Berechtigt sind alle Deutschen, im In- und Ausland, und alle Ausländer, die älter als 16 Jahre sind und in Deutschland leben.
Der Beitrag ist frei wählbar. Er muss zwischen dem Mindestbeitrag und dem Höchstbeitrag liegen.

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Freiwilliger Beitrag

Der freiwillige Beitrag wird von den freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten gezahlt. Er liegt zwischen Mindest- und Höchstbeitrag und ist vom Versicherten in dieser Spanne frei wählbar.
freiwillige Versicherung

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Fremdrenten

Mit dem Begriff “Fremdrenten” werden Leistungen nach dem Fremdrentengesetz (FRG) bezeichnet. Dieses Gesetz ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Berücksichtigung ausländischer (“fremder”) Zeiten in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung.

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G – Begriffe

Geldwäschegesetz

Zweck des Geldwäschegesetzes (GWG) ist das Aufspüren von Gewinnen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Das GWG regelt:

  • Identifizierungspflichten (Wer zahlt ein?);
  • Aufzeichnungspflichten (Kopie des Ausweises archivieren);
  • Aufbewahrungspflichten (bis zu 6 Jahre nach Beendigung der Geschäftsverbindung);
  • Anzeige- und Rechtsfolgen bei Verstößen.

Beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung muss eine entsprechende Erklärung abgegeben werden (automatischer Antragsbestandteil).

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Generationenvertrag

Der Generationenvertrag ist ein ungeschriebener Vertrag zwischen der Generation der Jungen mit der Generation der Alten. Er bildet die Grundlage der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV).
Und bezieht sich auf das umlagefinanzierte System, nach dem die Beiträge der Arbeitnehmer direkt an die Rentner ausgezahlt werden. Dies erfolgt in der Erwartung, dass die nachfolgenden Generationen dieselbe Verpflichtung übernehmen werden. Die demografische Schrumpfung der deutschen Gesellschaft, die sich ab 2011-14 spürbar auf das Erwerbspersonenpotenzial auswirken soll, stellt das Umlagesystem allerdings vor eine große Herausforderung.

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Geringfügige Beschäftigung

siehe: Beschäftigte, geringfügig

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Geringverdienergrenze

Seit 1999 hat die Geringverdienergrenze nur noch für Ausbildungsverhältnisse Gültigkeit. Ein Geringverdiener erzielt einen Verdienst, der 400 € nicht übersteigt. Liegt das Gehalt unterhalb der Geringverdienergrenze, trägt der Arbeitgeber die Sozialbeiträge allein.

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Gesamtleistungsbewertung

Das Verfahren der Gesamtleistungsbewertung dient der Bewertung beitragsfreier und beitragsgeminderter Zeiten. In diesem Verfahren wird – vereinfacht gesprochen – der Durchschnitt aus sämtlichen Beitragszeiten gebildet, die ein Versicherter in seinem Versicherungsleben zurückgelegt hat.
Mit diesem Durchschnittswert (Gesamtleistungswert) werden die beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten bewertet. Für einige beitragsfreie Zeiten ist der Gesamtleistungswert nach oben begrenzt.
Der Durchschnittswert ergibt sich entweder aus einer Grundbewertung aus allen Beiträgen oder aus einer Vergleichsbewertung aus ausschließlich vollwertigen Beiträgen. Der höhere dieser Werte ist der Bewertung der beitragsfreien Zeiten zu Grunde zu legen.
Den beitragsgeminderten Zeiten wird gegebenenfalls ein Zuschlag an Entgeltpunkten zugeordnet. Im Ergebnis wird damit diesen Zeiten mindestens der Wert zu Grunde gelegt, den sie als beitragsfreie Zeiten hätten.

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Gesamtzeitraum, belegungsfähiger

Der belegungsfähige Gesamtzeitraum erstreckt sich vom 17. Lebensjahr des Versicherten bis zum Eintritt des Versicherungsfalls. Bei einem früheren Eintritt ins Berufsleben beginnt der Zeitraum mit Aufnahme der beruflichen Tätigkeit.

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Gesetzliche Rentenversicherung (GRV)

siehe:
Rentenversicherung, gesetzliche

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Gesundheitsfond

Als gesetzlich Krankenversicherter zahlen Sie seit dem 1.1.2009 mit Einführung des Gesundheitsfonds einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 %, egal bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind. Er setzt sich zusammen aus einem Grundbetrag von 14,6 % (ermäßigter Beitragssatz für Personen ohne Krankengeldanspruch 14,0 %), den Arbeitnehmer und Arbeitgeber bzw. Rentner und Rentenversicherungsträger je zur Hälfte bezahlen, und zusätzlichen 0,9 %, die allein von den Arbeitnehmern oder Rentnern getragen werden.
Bisher galt: Jede der rund 200 Krankenkassen in Deutschland regelt die Höhe des Krankenkassenbeitrags selbst. Ab sofort legt ihn die Bundesregierung auf Empfehlung eines neu eingerichteten Schätzerkreises fest. Die hier versammelten Gesundheitsexperten berücksichtigen bei ihrer Kalkulation u. a. die aktuellen Preise für medizinische Versorgung durch Ärzte, für Arzneimittel und für Aufenthalte in Kliniken, die Entwicklungen des Lohn- und Gehaltniveaus, die Arbeitslosenquote und allgemein die voraussichtlichen Einnamen und Ausgaben der Kassen.
Alle Krankenkassenbeiträge fließen in den Gesundheitsfonds und werden durch einen jährlichen Staatszuschuss aufgestockt; in 2009 um 4 Mrd. Euro, danach mit einer jährlichen Steigerung um 1,5 Mrd. Euro. Nach dem so genannten “morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich” – kurz “Morbi-RSA” werden die Gelder verteilt. Pro Versicherten erhalten die Krankenkassen einen Pauschalbetrag, der je nach Versorgungsbedarf variiert. Das heißt: Kassen mit einem hohen Anteil kranker und älterer Mitglieder erhalten nach dem neuen Finanzierungssystem mehr Geld als Kassen mit vielen gesunden und jungen Versicherten.
Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen kann Ihre Krankenkasse einen Zuschlag fordern, der höchstens 1 % Ihres Bruttoeinkommens betragen darf. In diesem Fall haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, das Ihnen den sofortigen Wechsel in eine andere Krankenkasse ermöglicht. Schreibt eine Kasse dagegen “schwarze Zahlen” kann sie ihren Versicherten auch Prämien auszahlen.
Sozialversicherung

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Gesundheitsprüfung

Damit Versicherungsleistungen und beiträge kalkuliert werden können, führt der Versicherer im Allgemeinen eine Gesundheitsprüfung durch. Neben den Angaben des Kunden ist unter Umständen eine ärztliche Untersuchung notwendig. Erhöhte Risiken werden über Zuschläge gedeckt oder nicht mitversichert (RisikoAusschluss). In seltenen Fällen führen nicht versicherbare Risiken zu einer Ablehnung des Vertrages. Das Ausmaß der Gesundheitsprüfung hängt im Allgemeinen von der Höhe des beantragten Versicherungsschutzes ab.
Beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung ist eine Gesundheitsprüfung nicht erforderlich, es sei denn Zusatzversicherungen (z.B. Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) sollen eingeschlossen werden.

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Gewinnanteile, Überschussanteile

Die Richtlinien des Aufsichtsamtes verpflichten die Versicherer, die Rechnungsgrundlagen zur Beitragskalkulation (Rechnungszins, Sterblichkeit/Invalidisierung, Kosten) sehr vorsichtig anzusetzen, um die Verträge erfüllen zu können. Auf Grund der sehr vorsichtigen Annahmen auf Seiten der Versicherer ergeben sich beträchtliche Überschüsse, die über die Gewinnbeteiligung an die Versichertengemeinschaft zurückgegeben werden. Die Gewinnbeteiligung ist nicht garantiert und bei den einzelnen Gesellschaften sehr unterschiedlich.

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H – Begriffe

Halbjahresmethode

Private Rentenversicherung: Die Halbjahresmethode ist eine Berechnungsmethode zur Bestimmung des Eintrittsalters (für Lebens-, Renten-, Unfall- und Krankenversicherungen) als das Alter, welches dem (technischen) Versicherungsbeginn am nächsten liegt. Kurz: 6 Monate vor und 6 Monate nach dem Geburtstag gilt man als so alt wie am Geburtstag.

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Halbwaisenrente

Nach dem Tod eines Elternteils haben Kinder Anspruch auf Halbwaisenrente, wenn der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat und sie noch einen Elternteil haben, der unterhaltspflichtig ist.
Der Anspruch besteht längstens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres oder bis zur Vollendung des 27. Lebensjahr, wenn die Waise sich noch in der Schul- oder Berufsausbildung befindet oder wegen Behinderung ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann.

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Handwerksrolle

Die Handwerksrolle ist ein von den Handwerkskammern geführtes öffentliches Verzeichnis, in dem alle im Zuständigkeitsbereich der Kammern ansässigen selbstständigen Handwerksmeister eingetragen sind. Die Eintragung ist Voraussetzung dafür, dass das Handwerk selbstständig betrieben werden darf.
Selbstständige Handwerker, die in die Handwerksrolle eingetragen sind, unterliegen der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Die Befreiung von der Versicherungspflicht kann jedoch beantragt werden, wenn der selbstständige Handwerker 18 Pflichtbeitragsjahre in der GRV zurückgelegt hat.

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Hauptversicherung

Im Gegensatz zu einer Zusatzversicherung kann eine Hauptversicherung eigenständig existieren. Dabei handelt es sich z.B. um eine Risiko-Lebensversicherung, Gemischte Lebensversicherung oder Rentenversicherung. In eine Hauptversicherung kann eine Zusatzversicherung eingeschlossen werden, beispielsweise: Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung, Unfalltod-Zusatzversicherung.

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Hausgewerbetreibende

Hausgewerbetreibende sind selbstständig Tätige, die in eigener Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von Gewerbetreibenden, gemeinnützigen Unternehmen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften arbeiten.
Hausgewerbetreibende unterliegen keiner Weisungsbefugnis, können Arbeitnehmer beschäftigen und sind wirtschaftlich von ihrem Auftraggeber abhängig. Sie sind pflichtversichert und zahlen wie Arbeitnehmer die Hälfte der Szialversicherungsbeiträge (und also auch der gesetzlichen Rentenversicherung).

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Haushaltshilfe

Die Kosten für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe können während einer Rehabilitationsmaßnahme bewilligt werden, wenn kein anderes Familienmitglied den Haushalt fortführen kann und im Haushalt Kinder unter zwölf Jahren oder andere hilfsbedürftige Personen leben.

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Hinterbliebenen-Zusatzversicherung

Bei einer privaten Rentenversicherung kann als Todesfallschutz eine Hinterbliebenenrente bis zu 100% der Hauptversichertenrente abgesichert werden. In Anlehnung an die Witwen-/Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) wird häufig eine Rentenhöhe von derzeit noch aktuellen 60% der zuvor an den Versicherten gezahlten Rente gewählt.

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Hinterbliebenenrente

Unter die Hinterbliebenenrente fallen folgende Renten:

  • große Witwen-/Witwerrente
  • kleine Witwen-/Witwerrente
  • Halbwaisenrente
  • Vollwaisenrente
    Halbwaisenrente

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Hinzuverdienstgrenzen

Die monatlichen Hinzuverdienstgrenzen für die Altersrenten langjährig Versicherter, Frauen, Schwerbehinderter, Berufs- oder Erwerbsunfähiger und wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit betragen bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze (Vollendung des 65. Lebensjahres, ab 2012 stufenweise auf das 67. Lebensjahr steigend) 400,- € danach kann uneingeschränkt hinzuverdient werden.
Hinzuverdienstgrenzen für die Regelaltersrente

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Hinzuverdienstgrenzen für die Regelaltersrente

Empfänger dieser Altersrente können ohne jede Einkommensbegrenzung hinzuverdienen.

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Hinzuverdienstgrenzen für Rente wegen Berufsunfähigkeit

Die monatliche Hinzuverdienstgrenze für die Rente wegen Berufsunfähigkeit beträgt in Höhe von einem Drittel das 87,5fache, zwei Dritteln das 70fache, in voller Höhe das 52,5fache des aktuellen Rentenwerts vervielfältigt mit den Entgeltpunkten des letzten Kalenderjahres vor Eintritt der Berufsunfähigkeit, mindestens jedoch mit 0,5 Entgeltpunkten. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenzen wird die Rente wegen Berufsunfähigkeit entsprechend gekürzt. Zu kompliziert? Schlagen Sie folgende Begriffe kurz nach:
Berufsunfähigkeit

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Hinzuverdienstgrenzen für Rente wegen Erwerbsunfähigkeit

Die monatliche Hinzuverdienstgrenze für die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beträgt 400,- €. Bei Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze wird die Erwerbsunfähigkeitsrente nur noch in Höhe der niedrigeren Rente wegen Berufsunfähigkeit gezahlt, und zwar in Abhängigkeit vom Hinzuverdienst entweder in Höhe der Vollrente, oder aber in Höhe einer Teilrente.

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Hinzuverdienstgrenzen für Waisenrente

Empfänger dieser Rente können uneingeschränkt hinzuverdienen. Allerdings wird nach Vollendung des 18. Lebensjahres eigenes Einkommen zu 40 % auf die Rente angerechnet, soweit es bestimmte Freibeträge übersteigt. Der Freibetrag beträgt das 17,6fache des aktuellen Rentenwertes.

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Hinzuverdienstgrenzen für Witwen-/Witwerrente

Erwerbseinkommen (z. B. Lohn oder Gehalt) bzw. Erwerbsersatzeinkommen (z. B. Krankengeld oder Rente aus eigener Versicherung, nicht jedoch eine Rente aus einer privaten Rentenversicherung) werden zu 40 % angerechnet, soweit bestimmte Freibeträge überstiegen werden. Hierdurch kann – zumindest vorübergehend – eine Witwen-/Witwerrente teilweise oder sogar vollständig ruhen. Der Freibetrag beträgt das 26,4fache des aktuellen Rentenwertes. Für jedes zu erziehende Kind erhöht er sich um das 5,6fache des aktuellen Rentenwertes.

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Höchstbeitrag

Arbeitseinkommen ist nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG) versichert. Die BBG wird jährlich neu errechnet. Der Beitrag, der für ein Arbeitsentgelt in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze zu zahlen ist, ist der Höchstbeitrag.
Bis zur Angleichung der Einkommensverhältnisse zwischen den alten und neuen Bundesländern gelten in den beiden Gebieten unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen und Höchstbeiträge.
Für das Jahr 2009 liegt der Höchstbeitrag in den alten Bundesländern bei 1.074,60 € und in den neuen Bundesländern bei 905,45 €.

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I – Begriffe

Invalidenversicherung

Dies ist die frühere Bezeichnung für die Arbeiterrentenversicherung.
Landesversicherungsanstalt (LVA)

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J – Begriffe

K – Begriffe

Kalenderjahrmethode

Berechnungsmethode zur Bestimmung des Eintrittsalters bei Personenversicherungen (als Gegensatz zu Sachversicherungen): Jahr des Versicherungsbeginns minus Geburtsjahr.

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Kapitaldeckungsverfahren

siehe: Anlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren

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Kapitalertragsteuer

Teil der Einkommensteuer, mit der Kapitalerträge besteuert werden. Sie beträgt (Stand: 2006) 25% auf Erträge aus Wertpapieren, Einnahmen stiller Gesellschafter und Zinsgewinnen aus Sparanteilen bei Lebensversicherungen. Sofern der Kapitalanleger keinen Freistellungsauftrag erteilt hat, wird die Kapitalertragsteuer direkt von der auszahlenden Stelle an das Finanzamt abgeführt. Die so geleistete Steuervorauszahlung wird auf die Steuerschuld angerechnet. Für steuerbegünstigte Renten- und Lebensversicherungsverträge (im Sinne des § 10 Abs.1 Ziff. 2b EStG) fällt keine Kapitalertragsteuer an.

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Kapitalwahlrecht

Bei einer privaten Rentenversicherung wird die Leistung in Form von Rentenzahlungen erbracht. Üblicherweise erhält der Versicherte jedoch das Recht, am Ende der Aufschubzeit oder zu Beginn der Rentenzahlung statt der Rente eine einmalige Kapitalabfindung zu erhalten. Die Höhe der Kapitalabfindung entspricht dem Einmalbetrag, der für eine Sofortrente in gleicher Höhe wie die ursprünglich vereinbarte Rente zu leisten wäre.

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Kindererziehungszeit

Kindererziehungszeiten sind Pflichtbeitragszeiten ohne Beitragsleistung. Will heißen: Für diese Zeiten gelten Beiträge in Höhe eines fiktiven Verdienstes als gezahlt. Die Dauer der Kindererziehungszeit beträgt für Kinder, die vor 1992 geboren sind, 1 Jahr je Kind und für Kinder die nach 1991 geboren sind, 3 Jahre je Kind. Die Kindererziehungszeit wird ab dem Juni 2001 mit 2,0 Entgeltpunkten für die Erziehung des ersten Kindes in den ersten drei Jahren bewertet.
Kindererziehungszeiten werden auch angerechnet, wenn gleichzeitig Beitragszeiten aus einer beruflichen Tätigkeit erworben werden.

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Kontenklärung

Die Träger der Rentenversicherung haben dafür zu sorgen, dass die im Versicherungskonto gespeicherten Daten vollständig und geklärt sind. Das geschieht mit Hilfe des Kontenklärungsverfahrens in zwei Schritten:
1. Speicherung der dem Rentenversicherungsträger vorliegenden Unterlagen (sog. Bestandskonto);
2. Vervollständigung des Bestandskontos unter Mitwirkung des Versicherten. Der Versicherte ist verpflichtet, bei der Klärung des Versicherungskontos mitzuwirken. Insbesondere muss er den Versicherungsverlauf auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen.
Hat der Versicherungsträger das Versicherungskonto geklärt oder hat der Versicherte innerhalb von 6 Monaten nach Versendung des Versicherungsverlaufs seinem Inhalt nicht widersprochen, werden die im Versicherungsverlauf enthaltenen Daten, die länger als 6 Kalenderjahre zurückliegen, durch Bescheid festgelegt.

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Krankengeld

Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung. Arbeitnehmer, die wegen Krankheit vorübergehend arbeitsunfähig sind, erhalten von ihrer Krankenkasse Krankengeld für die Dauer von längstens 78 Wochen. Die gesetzlich vorgeschriebene 6-wöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist in diesem Zeitraum enthalten.
Zeiten des Bezugs von Krankengeld sind Pflichtbeitragszeit. Der Beitrag wird je zur Hälfte vom Versicherten und der Krankenkasse getragen. Beitragsbemessungsgrundlage sind 80% des Arbeitsentgelts, das der Leistung zu Grunde liegt.

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Krankenhaustagegeld

Krankenhaustagegeld (KHT) wird für jeden Kalendertag gezahlt, an dem Sie sich wegen des Unfalls in medizinisch notwendiger, vollstationärer Heilbehandlung befinden. Dies jedoch längstens für zwei Jahre vom Unfalltag an gerechnet. Dabei zählen Aufnahme- und Entlassungstag als je ein Tag.

Das Krankenhaustagegeld steht Ihnen grundsätzlich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu. Bei längerem Krankenhausaufenthalt haben Sie die Möglichkeit, eine Abschlagszahlung des Krankenhaustagegeldes zu beantragen.

Nicht als Krankenhäuser gelten: Sanatorien, Erholungsheime, Kuranstalten. Dazu zählen auch Bundeswehr-Sanitätsstationen. Ihre Versicherung hält für detailliertere Informationen einen speziellen Katalog bereit.

Hinweis:
Einige Versicherungen am Markt bieten eine Zahlung des Krankenhaustagegeldes von längsten drei Jahren vom Unfalltag gerechnet an.

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Krankenkassen

Die Krankenkassen sind Träger der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit dem 1.1.1996 besteht keine Unterscheidung mehr zwischen Pflicht- und Ersatzkassen. Den Mitgliedern der GKV steht die Wahl zwischen allen gesetzlichen Kassen offen.
Die einzigen Ausnahmen bilden die Bundesknappschaft, die Seekrankenkassen und die Landwirtschaftlichen Krankenkassen. Sie behalten auch weiterhin ihre Funktion als Pflichtkassen.

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Krankenversicherung der Rentner (KVDR)

Seit dem 1.04.2002 wird man als gesetzlich Krankenversicherter automatisch Mitglied der Krankenversicherung der Rentner (KVDR). Man kann sich jedoch von der KVDR befreien lassen und freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Kasse werden. Unterschiede ergeben sich in der Beitragsberechnung. Als KVDR-Mitglied richtet sich der zu zahlende Beitrag nur nach der Höhe der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Betriebsrenten. Alle anderen Einnahmen bleiben unberücksichtigt. Als freiwillig versicherter Rentner muss man auch von anderen Einnahmen (zum Beispiel Mieterträgen) Beiträge abführen. Allerdings ist der Beitragssatz geringer.

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Kündigung durch Versicherer, außerordentliche

Private Rentenversicherung. In gewissen Fällen steht dem Versicherer (VR) ein außerordentliches Kündigungsrecht zu:

1) Bei schuldloser Verletzung oder zu später Erfüllung der vorvertraglichen Anzeigepflicht durch den Versicherungsnehmer (§ 41 VVG). Dieser hat dann Anspruch auf Erstattung des Rückkaufswertes.

2) Bei Gefahrenerhöhung nach Antragstellung, jedoch vor Einlösung des Versicherungsscheines (§ 27 und § 29a VVG). Der Versicherungsnehmer hat dann Anspruch auf Erstattung des Rückkaufswertes.

3) Bei Nichtzahlung des Folgebeitrags (§ 39 VVG). Durch eine Vertragsänderung kann die Umwandlung in eine beitragsfreie Versicherung erfolgen. Wird eine bestimmte Mindestversicherungssumme unterschritten, wird der Rückkaufswert erstattet.

Rückkaufswert

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Kündigung durch Versicherungsnehmer, ordentliche

Private Rentenversicherung: Der Versicherungsnehmer (VN) kann den Vertrag jederzeit zum Ende des Versicherungsjahres ganz oder teilweise kündigen. Bei Ratenzahlung kann die Kündigung auch zum Ende eines Ratenzahlungsabschnitts erfolgen. Die Kündigungsfrist beträgt bei einer Lebensversicherung einen Monat. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Bei Kündigung hat der Versicherungsnehmer Anspruch auf den Rückkaufswert. Der Versicherer hat kein ordentliches Kündigungsrecht.

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Künstlersozialkasse

Selbstständige Künstler und Publizisten sind in der Rentenversicherung der Angestellten pflichtversichert. Zuständig ist die Künstlersozialkasse (KSK), die der Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen verwaltungsmäßig angegliedert ist.
Versicherungspflicht in der KSK besteht, wenn die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt wird und wenn im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit nicht mehr als ein Arbeitnehmer beschäftigt wird.

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KVDR

siehe:
Krankenversicherung der Rentner (KVDR)

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L – Begriffe

Landesversicherungsanstalt (LVA)

Die Landesversicherungsanstalten sind Träger der Rentenversicherung der Arbeiter. Sie sind zuständig für Versicherte, die als Arbeiter beschäftigt sind und nicht einer Sonderversicherungsanstalt angehören.
Verteilt auf das Bundesgebiet gibt es insgesamt 23 Landesversicherungsanstalten. Zuständig für die Versicherung eines Arbeiters ist in der Regel die LVA am Wohnsitz des Versicherten.

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Leibrente

Eine Leibrente ist eine Rente auf das Leben einer Person. Sie existiert als lebenslängliche Leibrente (z.B. Altersrente) und als gekürzte Leibrente (z.B. Berufsunfähigkeitsrente).
Zeitrenten sind dagegen nicht an das Leben einer Person gekoppelt und werden für einen vertraglich festgelegten Zeitraum bezahlt.

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Lohnabzugsverfahren

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitnehmeranteile der Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung vom Bruttolohn des Arbeitnehmers einzubehalten und zusammen mit den Arbeitgeberanteilen als Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die für den Arbeitnehmer zuständige Krankenkasse abzuführen (Lohnabzugsver-
fahren).
Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil betragen i.d.R. je die Hälfte des Gesamtbeitrags.

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Lohnersatzleistung

Lohnersatzleistungen sind Leistungen der Sozialversicherungsträger (z.B. Krankenkasse, Arbeitsamt). Zu den Leistungen zählen u.a. Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe. Während des Bezugs von Lohnersatzleistungen besteht Versicherungspflicht in der GRV.

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Lohnfortzahlung

Ein Arbeitnehmer, der durch Krankheit arbeitsunfähig geworden ist, erhält nach der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit von seinem Arbeitgeber für mindestens 6 Wochen Lohn/Gehalt weiterbezahlt (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall).

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M – Begriffe

Mindestbeitrag

Personen, die keiner Versicherungspflicht unterliegen (z. B. Selbstständige), können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen. Der Beitrag ist frei wählbar, muss aber zwischen dem jeweiligen Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte und dem Höchstbeitrag für Pflichtversicherte liegen.
Für das Jahr 2009 gilt ein Mindestbeitrag in Höhe von 79,60 € und ein Höchstbeitrag von 1.074,60 € (West) bzw. 905,45 € (Ost). Freiwillige Beiträge für das jeweilige Kalenderjahr können bis zum 31. März des Folgejahres eingezahlt werden.

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Mindesteigenbeitrag

Begriff aus dem Altersvermögensgesetz (AVmG). Um die maximale Förderung (Zulage) zu erhalten, muss der Förderungsberechtigte einen Mindestbeitrag selber in den Altersvorsorgevertrag einzahlen. Dieser Mindesteigenbeitrag beträgt ab 2008 4 % der beitragspflichtigen Einnahmen des Vorjahres abzüglich der Höchstzulage (2002 und 2003 1%, 2004 und 2005 2%, 2006 und 2007 3%, jeweils abzüglich der Höchstzulage).
Zahlt der Förderungsberechtigte weniger ein, wird die Zulage entsprechend gekürzt.
Zulage

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Mindestrente

Eine allgemeine Mindestrente gibt es in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht. Die Rentenhöhe richtet sich immer nach dem individuellen Versicherungsverlauf.

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Mischfonds

Fondsgebundene private Rentenversicherung: Ein Mischfond ist eine Kapitalanlageform, bei der die Kapitalanlagegesellschaft das Geld ihrer Kunden sowohl in festverzinslichen Wertpapieren wie auch in Aktienfonds anlegt.

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N – Begriffe

O – Begriffe

Obliegenheiten

Unter Obliegenheiten versteht man die gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten besonderer Art, die Sie als Versicherter beachten müssen. Eine schuldhafte Verletzung dieser Obliegenheiten zieht üblicherweise die Leistungsfreiheit und die Kündigung Ihrer Versicherung nach sich.

Es gibt Obliegenheiten, die Sie bereits vor dem Versicherungsfall erfüllen müssen (vorvertragliche Anzeigepflicht) und solche, die nach dem Versicherungsfall zu erfüllen sind (Schadenabwendungspflicht).

Nach einem Unfall mit voraussichtlichem Leistungsanspruch müssen Sie folgende

Verpflichtungen beachten (§ 9 AUB):

  • Ziehen Sie unverzüglich einen Arzt hinzu.
  • Unterrichten Sie Ihre Versicherung unverzüglich über den Unfall.
  • Leisten Sie den ärztlichen Anordnungen unbedingt Folge und veranlassen Sie eine Minderung der möglichen Unfallfolgen.
  • Erteilen Sie unverzüglich alle geforderten sachdienichen Auskünfte.
  • Füllen Sie die Unfallanzeige wahrheitsgemäß aus und stellen Sie diese umgehend Ihrer Versicherung zur Verfügung.
  • Wirken Sie mit, dass angeforderte Berichte und Gutachten schnell abgegeben werden.
  • Sie müssen sich von den beauftragten Ärzten untersuchen lassen, die notwendigen Kosten einschließlich eines dadurch entstandenen Verdienstausfalles trägt Ihre Versicherung.
  • Sie müssen Ihre Ärzte, die Sie – auch vor dem Unfall – untersucht oder behandelt haben, ermächtigen, der Versicherung Auskunft zu erteilen.
  • Ihr Anspruch auf Zahlung der Übergangsleistung muss spätestens sieben Monate nach Eintritt des Unfalls unter Vorlage eines ärztlichen Attestes geltend gemacht werden.
  • Der Tod ist innerhalb von 48 Stunden, wenn möglich telegrafisch, zu melden.
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P – Begriffe

Pauschalbeiträge

Für geringfügig entlohnte Beschäftigte zahlt der Arbeitgeber pauschal 10 % zur Krankenversicherung, wenn der Beschäftigte in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist. 12 % zahlt der Arbeitgeber für diesen Personenkreis zur Rentenversicherung. Für privat Versicherte ist kein Krankenversicherungsbeitrag zu zahlen.

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Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung und wurde 2002 als fünfter Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung (bAV) eingeführt. Er zählt wie die Direktversicherung, Pensions- und Unterstützungskasse zur sog. mittelbaren Durchführungsform der bAV, bei der ein Vertrag zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und externem Versorgungsträger abgeschlossen wird.

Besonderheit des Pensionsfonds ist die liberale Vermögensanlage. Kapital kann bis zu 100 % in Aktien angelegt werden, was die Renditechancen steigert, aber auch die Risiken. Nach § 112 VAG darf ein Pensionsfonds nur Rentenzahlungen und keine einmaligen Kapitalleistungen gewähren.

Altersvorsorge, betriebliche

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Pensionskasse

Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Versicherungsgesellschaften, die als externe Versorgungsträger ausschließlich betriebliche Altersversorgung (bAV) betreiben. Sie zählen zu den ältesten (mittelbaren) Durchführungswegen der bAV und waren traditionell meist als eigenständige Versorgungseinrichtung von Großunternehmen oder auch als branchenbezogene Pensionskasse aufgestellt und damit nicht allen Arbeitnehmern zugänglich.

In Folge der Verabschiedung des Altersvermögensgesetzes (2002) wurden unternehmens- und branchenunabhängige Pensionskassen gegründet, die allen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zur Verfügung stehen. Mit In-Kraft-Treten des Alterseinkünfte-Gesetzes (AltEinkG) ist die Pensionskasse aus steuer- und arbeitsrechtlicher Sicht mit der Direktversicherung fast identisch, beide bieten sich als Basisversorgung in der bAV an. Unterschieden werden folgende Formen der Pensionskasse:

  • Firmen- oder Betriebspensionskassen

    beschränken die Versorgung auf die Belegschaft eines einzigen Unternehmens und sind oft betriebliche Sozialeinrichtungen der Arbeitgeber, die ausschließlich die soziale Absicherung der Mitarbeiter gewährleisten.

  • Konzernpensionskassen

    leisten die Versorgung für mehrere in einem Konzern verbundene Unternehmen.

  • Gruppenpensionskassen (Wettbewerbspensionskassen)

    leisten die Versorgung für mehrere voneinander unabhängige Unternehmen oder spezielle Branchen und stehen mehr oder weniger allen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Verfügung. In der Praxis ist diese Form der Pensionskassen heute am weitesten verbreitet.

Alterversorgung, betriebliche

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Pensionszusage

Die Pensionszusage (auch Direktzusage genannt) ist der einzige unmittelbare Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Der Arbeitgeber sagt dem Arbeitnehmer direkte Alters-, Hinterbliebenen- und/oder Invaliditätsleistungen zu, ohne Zwischenschaltung eines selbständigen Versorgungsträgers wie bei den mittelbaren Durchführungswegen der bAV Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und Unterstützungskasse.

Der Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf die ihm zugesagten Leistungen. Im Versorgungsfall haftet der Arbeitgeber mit seinem Betriebs- bzw. Privatvermögen (je nach Gesellschaftsform des Unternehmens) dafür, dass das erforderliche Kapital vorhanden ist. Die vertragliche Gestaltung der Pensionszusage ist sehr flexibel und hinsichtlich ihrer Höhe i. d. R. nicht begrenzt. Leistungen können in Form einer lebenslangen Rente oder als einmalige Kapitalzahlung zugesagt und erbracht werden. Grundform der Pensionszusage ist die sog. Festbetragszusage, bei der der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Zusage auf einen festgelegten Versorgungsbetrag erteilt. Dieser Durchführungsweg wird überwiegend von leitenden Angestellten und Unternehmern bevorzugt.

Altersvorsorge, betriebliche

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Pflege, nicht erwerbsmäßig

Seit dem 1.4.1995 besteht für Personen, die eine nicht erwerbsmäßige Pflege ausüben, Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV).
Das versicherte Arbeitsentgelt beträgt je nach Pflegeumfang und Pflegestufe zwischen 26,6667 % und 80 % der Bezugsgröße. Die Beiträge zahlt die Pflegekasse des Pflegebedürftigen allein und in voller Höhe.

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Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate, in erheblichem oder höherem Maße Hilfe bedürfen.

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Pflegerenten-Zusatzversicherung (PRZ)

Die gesetzliche Pflegeversicherung (bei den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen angesiedelt) kann um eine private Pflegerentenversicherung ergänzt werden. Diese Versicherung kann als Zusatzversicherung zu einer Lebensversicherung abgeschlossen werden.
Der Versicherungsfall tritt ein, wenn der Versicherte während der Versicherungsdauer pflegebedürftig wird. In diesem Fall wird der Vertrag von der Beitragszahlung befreit und abhängig von der Pflegestufe eine lebenslängliche Rente gezahlt. Die Abstufung könnte wie folgt aussehen:

Pflegestufe I
40% der versicherten Rente
Pflegestufe II
70% der versicherten Rente
Pflegestufe III
100% der versicherten Rente

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Pflegerentenversicherung, selbstständige

Die gesetzliche Pflegeversicherung (bei den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen angesiedelt) kann um eine private Pflegerentenversicherung ergänzt werden. Der Versicherungsfall tritt ein, wenn der Versicherte während der Versicherungsdauer pflegebedürftig wird. In diesem Fall wird abhängig von der Pflegestufe eine lebenslängliche Rente gezahlt.
Bei der selbstständigen Pflegerentenversicherung lässt sich zusätzlich eine Altersrente vereinbaren, die ab einem festgesetzten Alter die Pflegerente ablöst. Daneben lässt sich auch eine Todesfallleistung einschließen, die je nach Versicherer unterschiedlich gestaltet sein kann.
Eine Pflegerentenversicherung kann auch als Zusatzversicherung zu einer Lebensversicherung abgeschlossen werden, allerdings nicht mit den eben genannten Zusatzvereinbarungen.

Pflegebedürftigkeit

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Pflegeversicherung

Die den staatlichen Sozialversicherungen gehörende Pflegeversicherung dient der sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit. Sie wurde am 1.1.1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Sie hat die Aufgabe, Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten, die wegen der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf solidarische Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.
Die Pflegeversicherung erbringt Leistungen bei häuslicher Pflege (seit dem 1.4.1995) und bei stationärer Pflege (seit dem 1.7.1996). Träger der sozialen Pflegeversicherung sind die bei den Krankenkassen angesiedelten Pflegekassen.

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Pflichtbeiträge

Pflichtbeiträge sind Beiträge, die durch gesetzliche Verordnung aufgrund einer Pflichtversicherung auf Antrag gezahlt werden bzw. als gezahlt gelten (z. B. Kindererziehungszeit).

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Pflichtversicherung Selbstständiger

In der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sind in erster Linie Arbeiter und Angestellte pflichtversichert, also Personen, die abhängig beschäftigt sind. Darüber hinaus besteht auch für bestimmte Gruppen von Selbstständigen Versicherungspflicht in der GRV.
In die Versicherungspficht einbezogen sind Selbstständige, die nach allgemeiner Auffassung trotz Selbstständigkeit der sozialen Absicherung durch die Rentenversicherung bedürfen.
Nicht pflichtversichert sind dagegen Selbstständige, die diesen Schutz nicht benötigen, weil sie Zugang zu einer Versorgungseinrichtung ihrer Berufsgruppe haben (berufsständische Versorgungswerke).
Pflichtversicherte Selbstständige sind z.B. Handwerker, die in der Handwerkerrolle eingetragen sind, Künstler, Publizisten, Lehrer und Erzieher.

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Private Altersversorgung

siehe:
Altersversorgung, private

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Punktesystem

In der Pflegeversicherung und in einer Variante der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es ein Punktesystem zur Bewertung des vorliegenden Versicherungsfalls. Ab Erreichen einer bestimmten Punktzahl tritt dann die Leistungspflicht des Versicherers ein.

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Q – Begriffe

R – Begriffe

Ratenzuschlag

Für die Kalkulation der Beiträge wird in der Regel eine Jahreszahlung zu Grunde gelegt. Zahlen Sie den Jahresbeitrag in Raten, so werden durch Ratenzuschläge die Zinsverluste beim Versicherer und ein höherer Verwaltungsaufwand ausgeglichen.

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Rechnungszins, Rechnungszinsfuß

Private Rentenversicherung. Der Rechnungszins ist der bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags zu Grunde gelegte Zinsfuß. Bei der Beitragskalkulation geht der Versicherer davon aus, dass die Beitragsanteile, die für die Kapitalanlage bestimmt sind, verzinslich angelegt werden. Die so erwirtschafteten Beträge sind Bestandteil der Versicherungsleistung. Je höher der Rechnungszins, desto geringer die Beiträge bei gleicher Leistung.
Der Höchstrechnungszinsfuß wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BAFin) in Anlehnung an den Zinssatz von Staatsanleihen und unter Einhaltung bestimmter Obergrenzen festgelegt und beträgt 3,5 Prozent (Stand: August 2001).

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Regelaltersrente

In der gesetzlichen Rentenversicherung haben Sie Anspruch auf eine Regelaltersrente, wenn Sie, als Rentenversicherter, das 65. Lebensjahr vollendet und die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Die Regelaltersrente müssen Sie eigens beantragen.
Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach dem Umlageverfahren organisiert, heißt: die eingezahlten Beiträge werden direkt an die Rentenempfänger ausbezahlt. Rücklagen können nur in kleinem Umfang gebildet werden (Schwankungsreserve).
Der demographische Wandel bedeutet absehbare Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Rentenversicherung: Die Zahl der Beitragszahler schrumpft gegenüber einer wachsenden Zahl von Rentenempfängern.
Um Finanzierungsprobleme zu umschiffen, soll zukünftig die Zahl der Rentenempfänger gedrosselt werden. Dazu hebt der Gesetzgeber ab 2012 das Renteneintrittsalter an. Von zur Zeit 65 Jahren steigt das Eintrittsalter in die Regelaltersrente schrittweise über mehrere Jahre hinweg auf das vollendete 67. Lebensjahr.
Die Anhebung erfolgt ab 2012 zunächst bis 2024 in Ein-Monats-Abschnitten, später bis 2031 in Zwei-Monats-Abschnitten.
Betroffen sind Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1947. Für diesen Jahrgang erhöht sich die Altersgrenze auf 65 Jahre und einen Monat. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente dann 67 Jahre betragen.
Schwankungsreserve

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Regelbeitrag

Pflichtversicherte Selbstständige können, ohne einen Einkommensnachweis führen zu müssen, einen sog. Regelbeitrag an die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) zahlen. Der volle Regelbeitrag beträgt 2009 monatlich 501,48 € in den alten und 424,87 € in den neuen Bundesländern.

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Rehabilitation

Zeiten, in denen ein Versicherter Leistungen zur Rehabilitation erhält, sind Anrechnungszeiten, sofern der Versicherte während dieser Zeiten keine Leistungen von einem Sozialversicherungsträger (z.B. Krankengeld oder Übergangsgeld) bezieht.
Leistungen zur Rehabilitation umfassen im Wesentlichen medizinische und berufsfördernde Leistungen. Ziel der Rehabilitationsmaßnahmen ist es, die Erwerbsfähigkeit Kranker oder Behinderter wiederherzustellen oder zumindest wesentlich zu verbessern.

Anrechnungszeiten

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Rehabilitation

Das Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen ist die Wiedereingliederung von Verunfallten in den Berufsalltag. Folgende medizinische Leistungen stehen zur Verfügung und werden von der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) getragen:

  • Ärztliche und zahnärztliche Behandlung
  • Arznei und Verbandmittel
  • Heilmittel einschließlich Krankengymnastik, Sprachtherapie und Beschäftigungstherapie
  • Ausstattung mit künstlichen Körperteilen, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln einschließlich der notwendigen Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung, sowie die Ausbildung im Gebrauch der Hilfsmittel
  • Belastungserprobung und Arbeitstherapie
  • Gewährung von Pflege

Soweit erforderlich, wird die Heilbehandlung mit Unterkunft und Verpflegung in einem Krankenhaus oder in einer Kur- oder Spezialeinrichtung gewährt. Heilbehandlung wird auch dann gewährt, wenn für die Gefahr besteht, dass eine Berufskrankheit entsteht, wiederauflebt oder sich verschlimmert.

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Rendite

Private Rentenversicherung: Rendite nennt man den Gesamterfolg eines angelegten Kapitals pro Jahr in Prozenten des angelegten Kapitals.

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Rente wegen Alters

Unter die Rente wegen Alters fallen folgende Renten:

  • Regelaltersrente
  • Altersrente für langjährig Versicherte
  • Altersrente für Schwerbehinderte, Berufs- oder Erwerbsunfähige
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
  • Altersrente für Frauen

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Rente wegen Erwerbsminderung

siehe:
Erwerbsminderung

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Rente wegen Todes

Unter die Rente wegen Todes fallen folgende Renten:

  • große Witwen-/Witwerrente
  • kleine Witwen-/Witwerrente
  • Halbwaisenrente
  • Vollwaisenrente

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Rente, aufgeschobene

Private Rentenversicherung, Grundschema: Der Versicherte zahlt über einen festgelegten Zeitraum Beiträge (Aufschubzeit). Danach setzt entweder die Rentenzahlung ein oder der Versicherte wählt die Kapitalabfindung (falls diese Möglichkeit vertraglich eingeräumt wird).
Das heißt, die Rentenzahlung wird so lange aufgeschoben, wie die Beiträge gezahlt werden.

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Rente, dynamische

Die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) werden zum 1. Juli eines jeden Jahres an die Entwicklung der Nettolöhne und Nettogehälter angepasst. Durch diese jährliche Änderung werden die Renten an die allgemeine Einkommensentwicklung angepasst.
Auch Renten einer privaten Rentenversicherung können dynamisch gestaltet werden.

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Rentenabschlag

Die Regelaltersrente wurde bisher mit dem 65. Lebensjahr erreicht. Für die Jahrgänge 1947 und jünger wird sie ab 2012 in jährlichen Schritten auf 67 Jahre angehoben. Der Prozess wird 2029 abgeschlossen sein.
Wer möchte, kann vorher in Rente gehen. Zum Ausgleich der längeren Rentenbezugsdauer werden 0,3 % von der monatlichen Rente abgezogen bis die Regelaltersgrenze erreicht ist.

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Rentenartfaktor

Die Höhe des Rentenartfaktors hängt vom Sicherungsziel der jeweiligen Rentenart ab. Eine Altersrente oder eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit soll den bisherigen Verdienst ersetzen (Lohnersatzfunktion).

Der Rentenartfaktor beträgt bei der

  • Altersrente: 1,0
  • vollen Erwerbsminderungsrente: 1,0
  • halben Erwerbsminderungsrente: 0,5
  • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit: 1,0
  • Rente wegen Berufsunfähigkeit: 0,6667
  • großen Witwen-/Witwerrente: 0,6
  • kleinen Witwen-/Witwerrente: 0,25
  • Vollwaisenrente: 0,2
  • Halbwaisenrente: 0,1
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Rentenauskunft

Versicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, erhalten von Amts wegen Auskunft über die Höhe ihrer Rentenanwartschaft. Unter Rentenauskunft versteht man die Höhe des Anspruchs auf Regelaltersrente ohne weitere Beitragszahlung. Auf Antrag erhält der Versicherte auch Auskunft über die Höhe der Anwartschaft auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder wegen Todes.
Aber auch jüngere Versicherte können Auskunft über ihre Rentenanwartschaften erhalten, wenn sie ein berechtigtes Interesse daran nachweisen können. Dieses liegt z.B. dann vor, wenn der Versicherte eine zusätzliche private Vorsorge plant.
Eine Rentenauskunft unter Berücksichtigung künftiger Zeiten gibt es für 54-jährige, die beabsichtigen, eine Altersrente vorzeitig in Anspruch zu nehmen. Sie gibt auch Aufschluss über die Höhe der Ausgleichsbeiträge, die zur Vermeidung einer Rentenminderung wegen vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente gezahlt werden können.

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Rentenbescheid

Der Rentenbescheid ist eine schriftliche Mitteilung über Art und Höhe der bewilligten Rente. Er ist rechtsverbindlich und wird dem Versicherten zum Abschluss des Rentenverfahrens zugeschickt.
Im Rentenbescheid aufgeführt ist unter anderem:

  • wann die Rente beginnt;
  • wie hoch die Rente ist;
  • welche Zeiten bei der Rentenberechnung berücksichtigt wurden;
  • welche Rechtsmittel eingelegt werden können.

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Rentenfonds

Private fondsgebundene Rentenversicherung Ein Rentenfonds ist eine Kapitalanlageform, bei der die Kapitalanlagegesellschaft das Geld ihrer Kunden nur in festverzinsliche Wertpapiere anlegt.

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Rentenformel

Mit der Rentenformel werden die Rentenansprüche des Versicherten berechnet:

Rentenanspruch = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert

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Rentengarantiezeit

Bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung kann durch Vereinbarung einer Rentengarantiezeit sichergestellt werden, dass die Rente unabhängig vom Tod des Versicherten mindestens bis zum Ablauf der Garantiezeit gezahlt wird. Es ist auch möglich, dass sich ein Erbe die noch innerhalb der Rentengarantiezeit ausstehenden Zahlungen durch eine Kapitalabfindung abgelten lässt.

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Rentenrechtliche Zeiten

siehe:
Zeiten, rentenrechtliche

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Rentenversicherung

49% aller in Frage kommenden Personen wollen eine freiwillige private Altersvorsorge abschließen, wie sie die Riester-Reform vorsieht.

Der Mix der Zukunft: Gesetzliche Rentenversicherung + betriebliche + private Altersvorsorge. Es sei denn, Sie wollen wirklich bis zum Lebensende arbeiten…

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Rentenversicherung, fondsgebundene

Hierbei handelt es sich um eine neuere Variante der privaten Rentenversicherung. Der Versicherte selbst kann festlegen, wie der Sparanteil seiner Beiträge angelegt werden soll. Möglich ist die Anlage z.B. in einem Rentenfonds, Aktienfonds oder Mischfonds. Der Versicherte hat somit die Chance höhere Renditen als bei der normalen privaten Rentenversicherung zu erzielen, aber auch das Risiko geringerer Renditen.

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Rentenversicherung, gesetzliche (GRV)

Die gesetzliche Rentenversicherung ist der größte Zweig der Sozialversicherung. Sie umfasst die Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung. Die GRV war und ist bislang die tragende Säule der Altersversorgung. Die Finanzierung erfolgt im Umlageverfahren.

Die Höhe der Beiträge ist abhängig vom versicherungspflichtigen Bruttoverdienst/Arbeitseinkommen aller Versicherten und vom Beitragssatz. Aktuell gilt ein Beitragssatz in Höhe von 19,9 % (Stand: 2009). Der Beitrag ist je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzubringen.

Sozialversicherung

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Rentenversicherung, private

Die private Rentenversicherung ist eine Form der privaten Lebensversicherung, bei der die Versicherungsleistung in Form regelmäßiger Zahlungen (Rente) erfolgt. Der Kunde ist jedoch nicht unbedingt auf die Rentenzahlung festgelegt. Es ist auch möglich, die Rentenleistung zu kapitalisieren, also wie bei einer Kapitalversicherung als Einmalbetrag zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt auszuzahlen.

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Rentenversicherungsträger

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) wird nicht von privaten Unternehmen, sondern von Körperschaften des öffentlichen Rechts durchgeführt.
Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sind:

  • die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA),
  • die Landesversicherungsanstalten (LVA),
  • die Bundesbahn-Versicherungsanstalt,
  • die Seekasse und
  • die Bundesknappschaft.
    Die BfA ist zuständig für die Rentenversicherung der Angestellten und betreut diese im gesamten Bundesgebiet. Die LVA`s sind zuständig für die Rentenversicherung der Arbeiter und regional gegliedert. Die Bundesknappschaft ist zuständig für die Rentenversicherung der in bergmännischen Betrieben beschäftigten Versicherten und betreut ihre Versicherten im gesamten Bundesgebiet. Die Bundesbahn-Versicherungsanstalt ist zuständig für Arbeiter der Bahn AG und die Seekasse für die in der Seefahrt (Seeschifffahrt und Seefischerei) beschäftigten Arbeiter.
    Dachverband der Rentenversicherungsträger ist der “Verband Deutscher Rentenversicherungsträger” (VDR) in Frankfurt/a.M.

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Rentenwert, aktueller

Der aktuelle Rentenwert stellt die monatliche gesetzliche Rente dar, die bei einem “Entgeltpunkt” ausgezahlt würde. Der aktuelle Rentenwert wird jeweils zum 1. Juli eines jeden Jahres an die Entwicklung der Nettolöhne und Nettogehälter angepasst (Stichwort: Dynamisierung).
Der aktuelle Rentenwert gültig vom 1. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2008 lautet:

  • Wert Ost: 23,09 €
  • Wert West: 26,27 €
    Entgeltpunkt

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Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine private oder betriebliche Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Dazu zählen Leistungen der Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Während der Einzahlungsphase wird beispielsweise in

  • eine private Rentenversicherung
  • einen Banksparplan
  • einen Fondssparplan oder
  • in drei der fünf Durchführungswege der Betrieblichen Altersversorgung (Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse)

gezahlt.

Der Staat fördert diese freiwillige Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage bzw. durch einen steuermindernden Sonderausgabenabzug (je nachdem was höher ausfällt).

Die Altersvorsorgezulage fließt dabei in den Vertrag und nicht direkt an den Beitragszahler. Die Altersvorsorgezulage muss bei dem Anbieter (z.B. Versicherungsunternehmen) beantragt werden.

Durch das Alterseinkünftegesetz vom 1. Januar 2005, wurden die vormals elf Zertifizierungskriterien auf fünf reduziert. Diese Maßnahme vereinfachte den Anforderungskatalog an ein Riester-Rentenprodukt erheblich. Die Altersvorsorgezulage gibt es seither nur für Produkte, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) gem. Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) nach folgenden Kriterien zertifiziert sind:

  • Verträge für die zugesagt wird, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Altersvorsorgebeiträge zur Verfügung stehen;
  • die vorsehen, dass Leistungen frühestens vom 60. Lebensjahr an, erbracht werden;
  • die lebenslange Leistungen garantieren, etwa in Form einer Leibrente oder eines Auszahlungsplanes, der mit einer Leibrente vom 65. Lebensjahr an verbunden ist;
  • die eine Übertragung auf einen anderen Leistungsempfänger und Pfändung ausschließen (damit ist ein Riestervertrag auch Hartz-IV sicher);
  • die die Abschlusskosten auf mehrere Jahre verteilen.

    Zusätzlich hat der Gesetzgeber dem Anbieter weitreichende Informationspflichten auferlegt, z.B. über Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Stand des Altersvorsorgevermögens und Aspekte der Kapitalanlage.

Auch eine vierteljährliche Kündigung sowie ein Ruhen des Vertrages muss der Anbieter gestatten.

Um die Attraktivität der Riester-Rente für Vermittler zu erhöhen, wurde gleichzeitig die Provisionsauszahlung auf den Zeitraum von fünf Jahren (statt zuvor zehn) ausgelegt.

Außerdem sieht das Gesetz vor, dass von dem Altersvorsorgevermögen ab Rentenbeginn bis zu 30% ausgezahlt werden können und das restliche Kapital der lebenslangen Verrentung dient.

Bei einer Vollauszahlung zu Rentenbeginn tritt, neben der Rückzahlung der Förderungen, für Neu-Verträge (ab 01.01.2005 abgeschlossenen Verträge) volle Ertragsbesteuerung ein.

Alte Verträge (bis Ende 2004) sind bei Kündigung ertragssteuerfrei, wenn sie mindestens 12 Jahre Laufzeit hatten. Desweiteren braucht der Versicherungsnehmer nicht mehr jedes Jahr die Zulage neu zu beantragen, wenn er dem Anbieter eine Vollmacht erteilt hat.

Das Alterseinkünftegesetz führte nach einer EU-Richtlinie für alle ab 01.01.2006 angebotenen Tarife die so genannten Unisex-Tarife ein: Dabei bekommen Frauen und Männer bei gleichem Beitrag die gleiche Leistung. Da die Kalkulation der Tarife bisher am Geschlecht orientiert war und Frauen statistisch die höhere Lebenserwartung haben, wird die Einführung von Unisex-Tarifen zu einer Verschlechterung der Leistungen für Männer führen. Für Männer heißt das seit 2006, dass sie gegenüber den früher üblichen Tarifen bei Neuabschlüssen ab dem 1. Januar 2006 für die gleiche Rentenleistung etwa 10 % mehr Beiträge zahlen müssen.

Betroffen von der Einführung der Unisex-Tarife sind nur Versicherungsleistungen.

Für geförderte Investmentfonds und Banksparpläne haben die seit 2006 eingeführten Unisex-Tarife keine Auswirkung, da die statistische Lebenserwartung für diese Produkte keine Rolle spielt.

Alterseinkünfte-Gesetz

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Risikoprüfung

Private Rentenversicherung: Wird ein Antrag für eine Versicherung gestellt, muss die Versicherungsgesellschaft das Risiko prüfen. Hierzu werden die Angaben, die der Antragsteller im Antrag macht begutachtet. In Zweifelsfällen werden Sachverständige oder Spezialisten (bei Personenversicherungen: Ärzte) zu Rate gezogen.

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Risikozuschlag

Private Rentenversicherung. Wenn die Risikoprüfung zu dem Ergebnis führt, dass der Antrag nicht zu den normalen Bedingungen angenommen werden kann, kommt in vielen Fällen ein Beitragszuschlag in Frage, durch den das überdurchschnittliche Risiko ausgeglichen wird. Der Risikozuschlag kann auch auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt werden (z.B. nach einer Operation).

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Rückkauf

Private Rentenversicherung: Rückkauf nennt man die Rückvergütung bei vorzeitiger Kündigung eines Lebensversicherungsvertrages. [

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Rückkaufswert

Private Rentenversicherung: Rückkaufswert ist der Wert, den eine Lebens- oder Rentenversicherung zum Zeitpunkt des Rückkaufs hat. Dieser setzt sich zusammen aus den eingezahlten Beiträgen + Gewinngutschriften, abzüglich entstandener Kosten.

Rückkauf

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Rückstellung

Private Rentenversicherung: Ein Teil der an Sie, als Versicherungsnehmer, zurückgeführten Gewinnanteile wird zurückgestellt und mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahren gutgeschrieben. So kann der Versicherer trotz schwankender Überschüsse eine relativ gleichmäßige Überschussbeteiligung gewährleisten (Puffer-Funktion). Die bei Vertragsablauf zurückgestellten Beträge werden Ihnen als Schlussüberschuss ausgezahlt.

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Rücktritt des Versicherers

Private Rentenversicherung. Durch den Rücktritt wird ein wirksam zu Stande gekommener Vertrag durch einseitige Erklärung rückgängig gemacht.
Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten, bei:

1) Nichtzahlung des Erstbeitrags (§ 38 VVG). Der Versicherer (VR) hat Anspruch auf die Geschäftsgebühr und die Kosten ärztlicher Untersuchungen.

2) Schuldhafter Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht (§§ 16, 17, 20 VVG). Ist der Leistungsfall bereits eingetreten und liegt keine Kausalität (siehe: Kausalität) vor, so besteht uneingeschränkte Leistungspflicht des Versicherers (VR). Bei fehlender Kausalität beziehungsweise vor Eintritt des Versicherungsfalls erstattet der VR einen Rückkaufswert. Das Rücktrittsrecht ist nach § 163 VVG auf 10 Jahre begrenzt. Der VR muss innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme der Anzeigepflichtverletzung zurücktreten (Klarstellungsfrist).

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Rücktrittsrecht des Versicherungsnehmers

Private Rentenversicherung. Durch den Rücktritt wird ein wirksam zu Stande gekommener Vertrag durch einseitige Erklärung rückgängig gemacht. Haben Sie, als Versicherungsnehmer (VN) bei Antragstellung sämtliche allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) erhalten, so haben Sie ab Erhalt der Verbraucherinformationen ein 14-tägiges Rücktrittsrecht. Wurde der Antragsteller nicht über das Rücktrittsrecht belehrt, hat aber alle Unterlagen rechtzeitig erhalten, so gilt ein 1-monatiges Rücktrittsrecht ab Zahlung des ersten Beitrags.

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Rürup-Rente

Seit 2005 gibt es mit dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) neben der Riester-Rente eine weitere Form der staatlich geförderten Altersvorsorge: Die so genannte Rürup-Rente. Sie ist im 3-Schichten-Modell des Alterseinkünftegesetzes der 1. Schicht (Basisversorgung) zugeordnet.
Die Rürup-Rente entspricht in ihren Leistungskriterien zwar der Gesetzlichen Rente; jedoch ist die Rürup-Rente nicht umlagefinanziert, sondern kapitalgedeckt.
Im Gegensatz zur klassischen privaten Rentenversicherung darf bei der Rürup-Rente der angesparte Betrag nicht in einer Summe ausgezahlt werden, sondern wird lebenslang verrentet. Die Rürup-Rente kann als konventionelle oder als fondsgebundene Rentenversicherung abgeschlossen werden.

Alterseinkünfte-Gesetz

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S – Begriffe

Schlussgewinnanteil, Schlussüberschuss

Private Rentenversicherung: Der Schlussgewinnanteil ist ein Gewinnanteil, der nicht laufend zugeteilt, sondern grundsätzlich erst bei Ablauf erbracht wird. Aber auch bei Rückkauf und im Todesfall fallen – nach einer gewissen Wartezeit – Schlussgewinnanteile an. Je länger die Laufzeit Ihrer Lebensversicherung und je höher die Versicherungsleistung, desto größer fällt der Schlussgewinnanteil aus.

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Schulbesuch und Studium

Zeiten der Schulausbildung sowie des Fach- und Hochschulbesuchs nach Vollendung des 17. Lebensjahres werden mit einer Dauer von insgesamt höchstens drei Jahren als Anrechnungszeit bei der Rente berücksichtigt. Ein Abschluss ist nicht erforderlich.
Der Wert dieser Anrechnungszeit ist auf 75% des individuellen Gesamtleistungswertes, höchstens jedoch auf 0,75 Entgeltpunkte/Jahr (oder: 0,0625 pro Monat) begrenzt.

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Schwangerschaft / Mutterschaft

Zeiten wegen Schwangerschaft / Mutterschaft während der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz sind Anrechnungszeiten, wenn dadurch eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit unterbrochen wurde. Die Schutzfristen umfassen grundsätzlich einen Zeitraum von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, bei Früh- und Mehrlingsgeburten sind 12 Wochen nach der Geburt zu berücksichtigen.

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Schwankungsreserve

Die Schwankungsreserve setzt sich zusammen aus Betriebsmitteln und Rücklagen.
Die Träger der Rentenversicherung müssen zur Bestreitung ihrer laufenden Ausgaben sowie zum Ausgleich von Einnahme- und Ausgabeschwankungen kurzfristig verfügbare Betriebsmittel bereithalten.
Außerdem haben sie eine Rücklage zu bilden, für den Fall, dass Einnahme- und Ausgabeschwankungen nicht mehr durch Betriebsmittel ausgeglichen werden können.

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Sofortrente

Private Rentenversicherung: Der Versicherer leistet die vereinbarte Rente sofort. Deshalb können Sie, als Versicherungsnehmer, diese Form der Rentenversicherung im Gegensatz zur aufgeschobenen Rente, für die Sie regelmäßige Beiträge entrichten, beim Versicherer nur gegen Zahlung eines Einmalbetrages abschließen.

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Solidaritätsprinzip

Prinzip der gesetzlichen Krankenversicherung, in dem die wechselseitige Verbundenheit der Versicherten zum Ausdruck kommen soll. Es besagt, dass sich die Beiträge, die der Versicherte für seinen Krankenversicherungsschutz zu entrichten hat, nach seiner finanziellen Leistungsfähigkeit zu richten haben. Die Beiträge werden nach einem Prozentsatz des Bruttoeinkommens bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze bemessen. Das Leistungsspektrum ist für alle gleich.

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Sonderausgabenabzug

Die in einen Altersvorsorgevertrag (die so genannte “Riester-Rente”) eingezahlten Beiträge zuzüglich der erhaltenen Zulage können steuerlich im Rahmen des Sonderausgabenabzuges geltend gemacht werden. Hierfür steht ab dem Veranlagungszeitraum 2002 ein zusätzlicher Sonderausgabenabzugsbetrag zur Verfügung.
Ist der Sonderausgabenabzug für den Steuerpflichtigen günstiger als die Zulage, so verbleibt die Zulage im Vertrag und zusätzlich bekommt derjenige die Differenz zwischen Zulage und “eigentlicher” Steuerersparnis ausgezahlt.
Ist der Steuervorteil geringer als der Zulagenanspruch, finden die Beiträge keine steuerliche Berücksichtigung.

Darüber hinaus können Beiträge zu anderen privaten Renten und Kapitallebensversicherungen im Rahmen der gültigen Höchstsätze steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings nur, wenn sie bestimmte, im Einkommensteuergesetz festgelegte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören mindestens 5 Jahre laufende Beitragszahlung und eine mindestens 12-jährige Laufzeit.

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Sonderausgabenabzug

Die private Unfallversicherung (PUV) bietet auch Steuervorteile. So können Sie die Beiträge im Rahmen der Sonderausgaben als Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Beachten Sie jedoch, dass bei vielen Arbeitnehmern durch die Beiträge zur Sozialversicherung die abzugsfähigen Höchstbeträge bereits ausgeschöpft sind.

Gezahlte Kapitalleistungen aus der PUV sind einkommenssteuerfrei.

Besteht eine PUV mit “Rund um die Uhr Versicherungsschutz” (also nicht nur für den beruflichen Bereich), können Sie 50% der Beiträge als Werbungskosten geltend machen.

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Sozialgesetzbuch (SGB)

Das SGB gliedert sich in folgende Teile:
SGB I Allgemeiner Teil
SGB IV Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung
SGB V Gesetzliche Krankenversicherung
SGB VI Gesetzliche Rentenversicherung
SGB X Verwaltungsverfahren
SGB XI Gesetzliche Pflegeversicherung

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Sozialversicherung

Die Sozialversicherung ist eine gesetzliche Pflichtversicherung zur Absicherung von Krankheit, Arbeitsunfall, Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit, Alter und Tod. Freiwillige Mitgliedschaften sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Der Begriff Sozialversicherung beschreibt ein öffentliches oder halböffentliches System der Pflichtversicherungen. Man spricht daher von gesetzlicher Sozialversicherung. Das System der Sozialversicherungen wird manchmal Soziales Netz genannt, weil es Schutz für die einzelne Person vor sozialen Notlagen bietet.

Zur Sozialversicherung zählen u.a. die Kranken- und Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Rentenversicherung. Die Beiträge zu diesen Versicherungszweigen (Sozialabgaben) werden je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber aufgebracht (Ausnahme: Krankenversicherung) und vom Arbeitgeber abgeführt (Ausnahme: Sachsen). Basis des Beitrags ist der Bruttolohn des Arbeitnehmers.

Es gelten folgende Beitragssätze für das Jahr 2009:

Gesetzliche Rentenversicherung 19,9 %

9,95 Beitrag Arbeitnehmer

9,95 Beitrag Arbeitgeber

Gesetzliche Arbeitslosenversicherung 2,8 %

1,4 Beitrag Arbeitnehmer

1,4 Beitrag Arbeitgeber

Gesetzliche Pflegeversicherung 1,7 %

0,85 Beitrag Arbeitnehmer==*==

0,85 Beitrag Arbeitgeber

Gesetzliche Krankenversicherung 15,5 % **

8,2 Beitrag Arbeitnehmer

7,3 Beitrag Arbeitgeber

Summe 39,9 %

20,4 Beitrag Arbeitnehmer (+ 0,25 für kinderlose Mitglieder der Pflegeversicherung)

19,5 % Beitrag Arbeitgeber

Versicherte Selbstständige oder Freiberufler müssen die Beiträge in voller Höhe selbst tragen.

  • Kinderlose Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung müssen seit 1.1.2005 einen um 0,25 Prozentpunkte höheren Beitragssatz zahlen. Wer keinen Nachwuchs hat, zahlt somit einen Beitrag in Höhe von 1,1 des Bruttoeinkommens. Der Arbeitgeberanteil in Höhe von 0,85 bleibt unverändert.

** Seit dem 1.1.2009 gilt mit Einführung des Gesundheitsfonds erstmals ein für alle gesetzlichen Krankenkassen einheitlicher Beitragssatz von 15,5 . Dieser setzt sich zusammen aus einem von Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte zu zahlenden Grundbeitrag von 14,6 und zusätzlichen 0,9 %, die von den Arbeitnehmern allein getragen werden.

Beitragsbemessungsgrenzen

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Sterbetafel

Die Sterbetafel ist eine der wichtigsten Rechnungsgrundlagen der Versicherer. Aus ihr ist nach Männern und Frauen unterschieden für jedes Lebensalter die durchschnittliche Lebenserwartung zu berechnen. Viele Versicherer verwenden zur Kalkulation des Risikoanteils im Beitrag die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) erstellte und nach ihr benannte “DAV-Sterbetafel 1994”.

Sterbewahrscheinlichkeit

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Sterbewahrscheinlichkeit

Die Sterbewahrscheinlichkeit gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person bestimmten Alters im entsprechenden Lebensjahr sterben wird (einjährige Sterbewahrscheinlichkeit). Sie gibt beispielsweise die Wahrscheinlichkeit wieder, mit der eine 57-jährige Frau das Alter 58 nicht erreicht. Dieser Faktor ist für die private Rentenversicherung von Bedeutung, weil berechnet werden muss, welche Leistungen aus einer Kapitalsumme lebenslänglich gezahlt werden kann.

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Steuerersparnis

Der Staat fördert die private Altersvorsorge seiner Bürger auf verschiedene Weise. Lebens- und Rentenversicherungen sind steuerlich begünstigt, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

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Steuerersparnis durch Beiträge

Beiträge zu steuerlich begünstigten Vertragsformen können in begrenztem Rahmen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die Beiträge gehören zu den so genannten “Vorsorgeaufwendungen”. Besonders Selbstständige und Beamte können dadurch erhebliche Steuervorteile erzielen. Im Rahmen des Altersvermögensgesetzes (AVmG) kommt dem Sonderausgabenabzug eine besondere Bedeutung zu.
Altersvermögensgesetz (AVmG)

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Steuerliche Förderung (gemäß AVmG)

Nach dem Altersvermögengesetz (AVmG) wird die private Altersvorsorge gefördert. Wenn alle Förderungskriterien (siehe Altersvorsorgevertrag und Zertifizierungskriterien) erfolgt die Förderung über ein Zulageverfahren und über den Sonderausgabenabzug.
Altersvermögengesetz (AVmG)

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T – Begriffe

Tagegeld

Führt der Unfall zu einer Beeinträchtigung Ihrer Arbeitsfähigkeit, so erhalten Sie für die Dauer der ärztlichen Behandlung Tagegeld.

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Tarif

Zusammenfassende Bezeichnung für die Beitragssätze, die sich für die verschiedenen Eintrittsalter und Dauern einer bestimmten Angebotsform ergeben.

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Teilrente

Die Teilrente ermöglicht Ihnen einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand. Bei reduzierter Arbeitszeit mit entsprechendem Minderverdienst kann ein Teil der Altersrente in Anspruch genommen werden, wobei bestimmte Hinzuverdienstgrenzen zu beachten sind.
Teilrenten werden in Höhe eines Drittels, der Hälfte oder in Höhe von zwei Dritteln der Vollrente geleistet. In welcher Höhe die Teilrente gezahlt werden kann, hängt von der Höhe des Hinzuverdienstes ab. Die Hinzuverdienstgrenzen richten sich nach der bisherigen persönlichen Verdienstsituation. Im Lauf eines jeden Jahres seit Rentenbeginn kann zweimal bis zum Doppelten der maßgebenden Grenze hinzuverdient werden.

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Todesfallleistung

Führt der Unfall innerhalb eines Jahres zum Tode, so entsteht ein Anspruch auf die vereinbarte Todesfallleistung (§ 7, 4 AUB).

Der Unfalltod ist innerhalb von 48 Stunden dem Versicherer anzuzeigen (§ 9 VI AUB).

Bei Unfällen mit Invaliditätsfolgen zahlt die Versicherung innerhalb eines Jahres nach dem Unfall Vorschüsse auf die Invaliditätsleistung. Der Vorschuss auf die Invaliditätsleistung wird maximal bis zur Höhe der Todesfallsumme geleistet und kann nur beansprucht werden, wenn eine Todesfallsumme versichert ist (§ 11, II AUB).

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U – Begriffe

Umlageverfahren

In der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) werden die Ausgaben eines Kalenderjahres durch die Einnahmen des gleichen Kalenderjahres und – soweit erforderlich – durch Entnahmen aus der Schwankungsreserve gedeckt. Die bei den Versicherungsträgern eingehenden Beiträge werden also unmittelbar für die Finanzierung der Ausgaben – insbesondere der aktuell zu zahlenden Renten – verwendet. Sie dienen nicht zur Kapitalbildung und somit zur Finanzierung zukünftiger Rentenansprüche, wie es in der Privaten Rentenversicherung der Fall ist.

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Unterjährige Zahlungsweise

Laufende Beiträge, die nicht jährlich gezahlt werden, sondern in so genannten unterjährigen Zeitabschnitten, also in monatlichen, viertel- oder halbjährlichen Raten.

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Unterstützungskasse

Unterstützungskassen sind eine der ältesten (mittelbaren) Durchführungsformen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und werden i. d. R. als eingetragener Verein oder GmbH gegründet. Sie sind besonders für besser verdienende oder ältere Arbeitnehmer interessant, da sie grundsätzlich keiner Beitragsbeschränkung unterliegen. Finanziert werden Unterstützungskassen durch Zahlung freiwilliger Zuwendungen von einem oder mehreren Arbeitgebern (unterschieden werden Einzel-, Konzern- oder Gruppenunterstützungskassen). Aus dem Kassenvermögen werden die zugesagten Leistungen der bAV an den Versorgungsberechtigten gezahlt.

Allerdings wird der Rechtsanspruch auf Versorgungsleistungen für Arbeitnehmer aus steuerrechtlichen Gründen gesetzlich ausgeschlossen. Eine faktische Benachteiligung der Versorgungsberechtigten liegt trotzdem nicht vor, da der Arbeitgeber zur Erfüllung der zugesagten Leistungen der bAV gegenüber dem Arbeitnehmer verpflichtet ist. Die Unterstützungskasse kann bei einem vorzeitigen Ausscheiden des Arbeitnehmers nicht privat fortgeführt werden.

Alterversorgung, betriebliche

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Unwiderrufliches Bezugsrecht

Von Ihnen, als Versicherungsnehmer, eingeräumtes, unwiderrufliches Recht auf die Versicherungsleistung. Der unwiderruflich Begünstigte erwirbt ein sofort wirksames Recht, das allerdings erst mit dem Eintritt des Versicherungsfalls realisiert werden kann. Die Gestaltungsrechte am Vertrag verbleiben weiterhin beim Versicherungsnehmer. Er kann also weiterhin beispielsweise den Vertrag kündigen oder die Laufzeit verändern. Abtretung oder Verpfändung durch den Versicherungsnehmer sind aber nicht mehr möglich. Eine spätere Änderung des unwiderruflichen Bezugsrechts ist nur mit Zustimmung des Bezugsberechtigten möglich.

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V – Begriffe

VAG

Abkürzung für “Versicherungsaufsichtsgesetz”. Der Aufsicht dieses Gesetzes unterliegen die Versicherungsunternehmen, nicht jedoch die Träger der Sozialversicherung.

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Verbraucherinformationen

Der Lebensversicherer ist verpflichtet, dem Antragsteller eine schriftliche Verbraucherinformation mit bestimmten Angaben auszuhändigen. Dazu gehören u.a.:

  • Name, Anschrift, Rechtsform des Versicherers
  • Angaben über Art, Umfang und Fälligkeit der Leistung des Versicherers
  • Anschrift der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Sektor Versicherungsaufsicht)
  • Laufzeit des Vertrages
  • Beitrag, Zahlungsweise
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Verdienst, geringfügiger

Seit dem 01.04.1999 gilt ein Verdienst bundeseinheitlich als geringfügig, wenn er regelmäßig 325 € monatlich nicht übersteigt. Dieser Betrag ist festgeschrieben und nicht dynamisch.

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Vererbung

Altersvermögensgesetz (AVmG). Verstirbt der Förderberechtigte, kann das Kapital (aus der so genannten “Riester-Rente”), welches noch nicht für Rentenleistungen verbraucht wurde, nicht an andere Personen vererbt werden. Es kann lediglich auf einen bestehenden Altersvorsorgevertrag (im Sinne dieses Gesetzes) des noch lebenden Ehegatten (und nur auf diesen) übertragen werden.
Altersvermögensgesetz (AvmG)

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Versichertenrente

Unter die Versichertenrente fallen folgende Renten:

  • Regelaltersrente;
  • Altersrente für langjährig Versicherte;
  • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit;
  • Rente wegen Berufsunfähigkeit;
  • Altersrente für Schwerbehinderte, Berufs- oder Erwerbsunfähige;
  • Altersrente für Frauen;
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit.

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Versicherungskarte

Bis Ende 1972 wurden Versicherungskarten als Nachweis für Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) verwendet. In diese Karten wurden sämtliche Beitragszahlungen eingetragen. War eine Karte voll, gab der Versicherte sie bei der Gemeindeverwaltung ab und ließ sich eine neue ausstellen. Die Gemeindeverwaltungen übersandten die Versicherungskarten an das Versicherungskartenarchiv des zuständigen Versicherungsträgers.
Das Kartensystem war nicht sehr sicher. Oft ließen sich Versicherte beim Wechsel einer Arbeitsstelle eine neue Karte ausstellen, obgleich die alte noch nicht voll war. Häufig gingen Karten verloren oder wurden nicht abgegeben.

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Versicherungskonto

Alle rentenrechtlichen Zeiten, die Sie, als in als in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherter, zurücklegen, werden bei den Versicherungsanstalten in einem Versicherungskonto gespeichert. Ihre im Versicherungskonto gespeicherten Daten sind die Grundlage für die Durchführung der Versicherung sowie die Feststellung und Erbringung von Leistungen einschließlich der Rentenauskunft.
Der Träger der Rentenversicherung unterrichtet die Versicherten regelmäßig über die in ihrem Versicherungskonto gespeicherten Daten, die für die Feststellung der Höhe einer Rentenanwartschaft erheblich sind (Versicherungsverlauf).
Hat der Versicherungsträger das Versicherungskonto geklärt oder hat der Versicherte innerhalb von sechs Kalendermonaten nach Versendung des Versicherungsverlaufs seinem Inhalt nicht widersprochen, stellt der Versicherungsträger die im Versicherungsverlauf enthaltenen und nicht bereits festgestellten Daten, die länger als sechs Kalenderjahre zurückliegen, durch Bescheid fest.

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Versicherungsverlauf

Der Versicherungsverlauf ist eine chronologische Auflistung aller rentenrechtlichen Zeiten, die der Versicherte zurückgelegt hat. Die Rentenversicherungsträger unterrichten ihre Versicherten (ab dem 43. Lebensjahr) mindestens alle 6 Jahre über die in ihrem Versicherungskonto gespeicherten personenbezogenen Daten, die für die Feststellung der Höhe einer Rentenanwartschaft wichtig sind. Jüngere Versicherte erhalten ihren Versicherungsverlauf auf Antrag.

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Versorgungsausgleich

Beim Versorgungsausgleich werden die während der Ehe erworbenen Renten- und Versorgungsanwartschaften auf beide Ehegatten zu gleichen Teilen (ähnlich dem Zugewinn-Ausgleich) im Falle der Scheidung aufgeteilt. Ausgleichspflichtig ist der Ehegatte mit den werthöheren Anwartschaften oder Aussichten auf eine höhere Versorgung.

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Versorgungskapital

Das Versorgungskapital ist das im Versicherungsfall (Todesfall, Erlebensfall) von Seiten der Versicherung zu zahlende Kapital. Das Versorgungskapital muss so groß sein, dass die monatliche Versorgungslücke jeweils durch den Zinsertrag geschlossen werden kann, ohne das Kapital anzugreifen. Das Versorgungskapital wird ausgehend von der monatlichen Versorgungslücke mit dem Berechnungsfaktor 200 ermittelt, z.B.:

250 € x 200 = 50.000 €

Dabei wird unterstellt, dass eine Kapitalverzinsung von 6% gewährleistet ist.

Versorgungslücke

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Versorgungslücke

Eine Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem Versorgungsziel (üblicherweise 60% des letzten Bruttoeinkommens) und allen gesetzlichen, betrieblichen und privaten Versorgungsansprüchen.
Die Versorgungslücken müssen ermittelt werden, um eine optimale private Vorsorge betreiben zu können.

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Versorgungswerke, berufsständische

Die berufsständische Altersversorgung hat in den klassischen freien Berufen der Ärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte etc. eine lange Tradition. Berufsständische Versorgungswerke dienen der Versorgung der Angehörigen kammerfähiger, d.h. in berufsständischen Kammern organisierter selbstständiger Berufe. Sie bieten ihren Mitgliedern eine eigenständige und im Vergleich zu den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bessere Versorgung.

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Versorgungsziel

Das Versorgungsziel ist der monatliche Versorgungsbedarf in Euro. Er beträgt in der Regel 60% des Bruttoverdienstes (Nettoverdienst). Dieser Betrag muss mindestens abgesichert werden, um den Lebensstandard im Alter wie auch bei vorzeitiger verminderter Erwerbsunfähigkeit zu halten.

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Vertrauensschutz

Die Ende 1996 beschlossene schnellere und stufenweise Anhebung der Altersgrenze ist mit Vertrauensschutzregelungen für die älteren Arbeitnehmer und Arbeitslosen realisiert worden. Das heißt, diese Personengruppen sind veon der Anhebung ausgenommen.
Im Detail: Nicht betroffen von der allgemein gültigen Anhebung der Altersgrenze für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit sind Versicherte, die bis zum 14. Februar 1941 geboren sind und am 14. Februar 1996 arbeitslos waren oder durch eine vor diesem Stichtag ausgesprochene Kündigung arbeitslos geworden sind.
Besonderheiten gelten für Beschäftigte in der Montanindustrie und auch für die Altersrente ab 60 für Frauen.

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Vollwaisenrente

Kinder haben nach dem Tod eines Elternteils Anspruch auf Vollwaisenrente, wenn der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat und sie keinen Elternteil haben, der unterhaltspflichtig ist.
Der Anspruch besteht längstens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Er verlängert sich bis zum 27. Lebensjahr, wenn die Waise sich in der Schul- oder Berufsausbildung befindet oder wegen Behinderung ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann.

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W – Begriffe

Waisenrente

Nach dem Tod eines Elternteils haben Kinder Anspruch auf Halbwaisenrente, wenn sie noch einen unterhaltspflichtigen Elternteil haben. Haben sie keinen unterhaltspflichtigen Elternteil mehr, besteht Anspruch auf Vollwaisenrente.
Weitere Voraussetzung:
Der verstorbene Elternteil muss die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben.

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Wartezeiten

Voraussetzung für den Anspruch auf eine Rente ist uner anderem, dass der Versicherte eine Mindestzeit lang der Versicherung angehört hat. Diesen Zeitraum nennt man Wartezeit. Je nach Rentenart sind unterschiedliche Wartezeiten zu erfüllen.

Allgemeine Wartezeit von 5 Jahren:

  • Regelaltersrente
  • Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Renten wegen Todes
  • Erziehungsrente

Wartezeit von 15 Jahren:

  • Altersrente für Frauen
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

Wartezeit von 35 Jahren:

  • Altersrente für langjährig Versicherte
  • Altersrente für Schwerbehinderte, Berufs- oder Erwerbsunfähige
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Wehr- und Zivildienst

Zeiten des Wehr- und Zivildienstes sind Pflichtbeitragszeiten. Die Beiträge trägt der Bund. Als beitragspflichtige Einnahmen gelten 80% der Bezugsgröße.

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Witwen-/Witwerrente, große

Diese Rente erhalten hinterbliebene Ehegatten, solange sie nicht wieder heiraten und sie das 45. Lebensjahr vollendet haben. Oder berufs- bzw. erwerbsunfähig sind. Diese Rente erhalten auch hinterbliebene Ehegatten, die ein eigenes Kind oder ein Kind des verstorbenen Ehegatten, das jeweils das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erziehen oder unabhängig von dessen Lebensalter für ein eigenes Kind oder ein Kind des verstorbenen Ehegatten, das wegen Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten, in häuslicher Gemeinschaft sorgen und der verstorbene Ehegatte die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat.

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Witwen-/Witwerrente, kleine

Witwen und Witwer haben nach dem Tod des Ehegatten Anspruch auf die kleine Witwen-/Witwerrente, wenn der verstorbene Ehegatte die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat und kein Anspruch auf die große Witwen-/Witwerrente besteht.

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X – Begriffe

Y – Begriffe

Z – Begriffe

Zeiten, beitragsfreie

Beitragsfreie Zeiten sind Kalendermonate, die mit Anrechnungszeiten oder mit einer Zurechnungszeit belegt sind, sofern für diese Zeiten nicht auch Beiträge entrichtet worden sind.
Beitragsfreie Zeiten wirken grundsätzlich rentensteigernd. Neben den Beitragszeiten werden auch den beitragsfreien Zeiten Entgeltpunkte zugeordnet. Zur Bewertung dieser Zeiten siehe “Gesamtleistungsbewertung”.

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Zeiten, beitragsgeminderte

Beitragsgeminderte Zeiten sind Kalendermonate, die sowohl mit Beitragszeiten als auch beitragsfreien Zeiten belegt sind. Neben den Beitragszeiten erhalten auch beitragsgeminderte Zeiten Entgeltpunkte.
Maßgebend für die Bewertung der beitragsgeminderten Zeiten ist der Durchschnitt der Gesamtleistung an Beiträgen im belegungsfähigen Zeitraum (Gesamtleistungsbewertung). Zur Bewertung dieser Zeiten siehe “Gesamtleistungsbewertung”.

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Zeiten, rentenrechtliche

Rentenrechtliche Zeiten sind alle Zeiten, die in der gesetzlichen Rentenversicherung bei der Prüfung des Rentenanspruchs oder bei der Berechnung der Höhe der Rente von Bedeutung sind. Sie können sowohl anspruchsbegründend als auch anspruchserhöhend sein. Rentenrechtliche Zeiten sind: Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten, Berücksichtigungszeiten.
Beitragsfreie Zeiten

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Zertifizierung

Begriff der Rentenreform 2001: Im Rahmen des Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert. Anlageformen, die gefördert werden sollen, müssen zertifiziert (zugelassen) werden.
Die ursprünglich elf Zertifizierungskriterien wurden 2005 auf fünf reduziert.
Altersvermögensgesetz (AVmEG)

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Zertifizierungskriterien

Begriff der Rentenreform 2001. Im Rahmen des Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert. Umgangssprachlich hat sich für diese neue Säule im Rentensystem der Begriff “Riester-Rente” durchgesetzt. Sie wird jedoch nur gefördert, wenn die Geldanlage in Altersvorsorgeverträgen erfolgt, die als solche zertifiziert, also zugelassen, sind.
Zertifiziert werden Altersvorsorgeverträge, wenn Sie folgende Kriterien erfüllen:

  • In der Ansparphase müssen laufend eigene Beiträge geleistet werden;
  • Leistungen aus dem Vertrag dürfen nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. vor dem Beginn einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder einer Altersrente erbracht werden;
  • Die Auszahlung des angesammelten Kapitals muss als lebenslängliche Monatsrente erfolgen (konstante oder steigende Rente);
  • Der Anbieter des Vertrages muss garantieren, dass bei Beginn der Auszahlung mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen;
  • Der Vertrag muss ruhend gestellt werden können oder mit dreimonatiger Kündigungsfrist zum Ende eines Quartals gekündigt werden können, damit das angesammelte Kapital auf einen anderen Altersvorsorgevertrag übertragen werden kann;
  • Eine Abtretung oder Übertragung des Vertrags an Dritte muss ausgeschlossen sein;
  • Die Abschluss und die Vertriebskosten müssen vom Anbieter über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren verteilt werden;
  • Der Vertragsinhaber muss schriftlich informiert werden über die Höhe und zeitliche Verteilung der Vertriebskosten, über die Höhe der Kosten der Vermögensverwaltung, über die Kosten bei einem Wechsel zu einem anderen Produkt, über sonstige Kosten und über die Beitragsverwendung, Kapitalbildung und Erträge.

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Zugangsfaktor

Teil der Rentenformel. Mit dem Zugangsfaktor werden die Entgeltpunkte vervielfältigt. Das Ergebnis sind die persönlichen Entgeltpunkte.
Der Zugangsfaktor beträgt grundsätzlich 1,0. Er ist höher als 1,0, wenn eine Rente wegen Alters erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch genommen wird. Der Zugangsfaktor ist niedriger als 1,0, wenn eine Rente wegen Alters vor dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen wird.
So wird eine lebenslange Kürzung der Rente um 0,3% pro Monat, oder eine Erhöhung um 0,5% pro Monat in der Rentenformel definiert.

Entgeltpunkt

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Zulage

Im Rahmen des mit der Rentenreform 2001 beschlossenen Altersvermögensgesetzes (AVmG) wird die private Altersvorsorge (“Riester-Rente”) staatlich gefördert. Diese Förderung geschieht über die Zahlung von Zulagen und eventuell über den Sonderausgabenabzug. Die gewährte Zulage wird zusammen mit Ihren Beiträgen in den privaten Vorsorgevertrag eingezahlt.
Bei der Zulage unterscheidet das Gesetz die Grundzulage von der Kinderzulage: Die Grundzulage wird für den Berechtigten und dessen Ehegatten gezahlt. Die Kinderzulage für deren kindergeldberechtigte Kinder. Die Höhe der staatlich gewährten Zulage stieg von 2002 bis 2008.
Seit dem 01.01.2008 gilt fortan folgende Zulagenhöhe:

  • Alleinstehende erhalten bis zu 154,- € pro Jahr (Grundzulage für Singles)
  • Verheiratete erhalten bis zu 308,- € pro Jahr (Grundzulage für Ehepaare)
  • Kindergeldberechtigte erhalten pro Kind bis zu 185,- € pro Jahr (Kinderzulage)
    Ob Sie die maximale Zulage erhalten, ist von der Höhe der von Ihnen eingezahlten Beiträge abhängig: Seit 01.01.2008 gilt, dass 4 % Ihres Jahresbruttos inklusive der staatlichen Zulagen im Riestervertrag anzulegen sind. Die 4 % Ihres Jahresbruttos minus der Zulagen ergeben Ihren persönlichen Beitrag, um die maximale Zulage zu erhalten.
    Werden Ehegatten steuerlich zusammen veranlagt, so steht beiden die Grundzulage zu, sofern von beiden Ehegatten Beiträge gezahlt werden. Ist nur ein Ehegatte pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung und damit zulagenberechtigt, so erhält auch der andere Ehegatte die Zulage, wenn er in einen auf seinem Namen laufenden Altersvorsorgevertrag Beiträge einzahlt und der pflichtversicherte Ehegatte den Mindesteigenbeitrag einzahlt.
    Die Kinderzulage steht grundsätzlich der Mutter zu. Auf Antrag beider Elternteile kann sie aber auch dem Vater zugestanden werden.
    Die Zulage muss mit einem Formular beantragt werden. Der Antrag wird an den Anbieter des Altersvorsorgevertrages geschickt. Dieser leitet ihn weiter an die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Nach Prüfung wird dann die Zulage von der BfA an den Anbieter gezahlt, damit dieser die Zulage dem entsprechenden Vertrag gutschreibt.
    Begünstigte Personen

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Zurechnungszeit

Die Zurechnungszeit ist die Zeit, die bei einer Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, bei einer Hinterbliebenenrente oder bei einer Erziehungsrente hinzugerechnet wird, wenn der Versicherungsfall vorzeitig eintritt.
Die Zurechnungszeit hat sozialen Charakter. Denn sie stellt sicher, dass ein junger Versicherter beim Eintritt des Versicherungsfalls (z.B. Erwerbsunfähigkeit) nicht nur eine Kleinstrente erhält, weil er auf Grund seines niedrigen Alters noch nicht lange Beiträge einzahlen konnte.
Was hinzugerechnet wird:

  • Die Zeit vom Eintritt der Berufs-/Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise des Todes bis zum 55. Lebensjahr des Versicherten in vollem Umfang und
  • die darüber hinausgehende Zeit bis zum 60. Lebensjahr zu einem Drittel der bereits zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten.
    Die Bewertung der Zurechnungszeit richtet sich nach den Durchschnittswerten aus den Zeiten, die vor dem Eintritt des Versicherungsfalles zurückgelegt worden sind. Der Versicherte oder Hinterbliebene wird dadurch bei der Berechnung der Rente so gestellt, als ob bis zum 60. Lebensjahr Beiträge gezahlt worden wären und der Rentenfall erst mit Vollendung des 60. Lebensjahres eingetreten wäre.

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|Stand: 31.03.2009|

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